Kupferrohr-Installationen: mit Sicherheit dicht!

Zur fachgerechten Ausführung von Hausinstallationen für Trinkwasser, Heizung und Gas gehört nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik...

...eine Dichtheits- und Belastungsprüfung vor der Inbetriebnahme. Die Anforderungen dafür sind, je nach Medium, in diversen Regelwerken festgelegt – bieten aber auch gewisse Entscheidungsspielräume.

Bei Rohrleitungsinstallationen, beispielsweise aus Kupfer, können Installateure aus einem breiten Spektrum an Verbindungstechniken wählen. Typischerweise sind dies Schweißen, Löten und Verpressen. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen werden Hausinstallationen heute überwiegend in Presstechnik ausgeführt.

Dichtheitsprüfungen von Rohrleitungs-Installationen sind ein Muss auf jeder Baustelle. Erleichtert werden diese Arbeiten durch entsprechende Rohrleitungssysteme, hier Kupferrohr, mit Pressverbindern, die eine Zwangsundichtheit im unverpressten Zustand haben.
Quelle: DKI
Dichtheitsprüfungen von Rohrleitungs-Installationen sind ein Muss auf jeder Baustelle. Erleichtert werden diese Arbeiten durch entsprechende Rohrleitungssysteme, hier Kupferrohr, mit Pressverbindern, die eine Zwangsundichtheit im unverpressten Zustand haben.

Im hektischen Treiben auf der Baustelle kann es aber gerade aufgrund der schnellen und einfachen Verarbeitung gelegentlich vorkommen, dass eine Verbindung schlichtweg übersehen wurde. Damit das nicht, wie auch durch eine misslungene Löt- oder Schweißverbindung, nach der Inbetriebnahme der Installation zu Schäden führt, muss eine Dichtheits- und Belastungsprüfung vorgenommen werden.

Prüfung von Trinkwasser-Installationen

Maßgeblich für die Durchführung der Dichtheits- und Belastungsprüfung von Trinkwasser-Installationen sind die DIN EN 806-4 und das dazu im Januar 2011 veröffentlichte Merkblatt des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). Generell ist die Prüfung „trocken“ oder „nass“ möglich. Trocken heißt, dass als Prüfmedium ölfreie Druckluft oder ein Inertgas wie Stickstoff zum Einsatz kommt. Bei einer nassen Prüfung ist gefiltertes Trinkwasser zu verwenden, das frei von Schwebestoffen ≥ 150 μm ist. Also: auf keinen Fall den Bauwasseranschluss nutzen! Zur Vorbereitung der trockenen Druckprüfung müssen alle Bauteile ausgebaut werden, die nicht dem erforderlichen Prüfdruck standhalten oder deren Volumen die Prüfgenauigkeit beeinträchtigen könnte, beispielsweise Druckbehälter. Der zulässige Maximaldruck für die Prüfung mit Inertgas oder ölfreier Druckluft beträgt gemäß ZVSHK-Merkblatt 3,0 bar. Bis 100 Liter Leitungsvolumen muss ein Prüfdruck von 150 mbar mindestens 120 Minuten anliegen. Pro weitere 100 Liter Leitungsvolumen verlängert sich die Prüfzeit jeweils um 20 Minuten. Zu empfehlen sind Druckmanometer mit einer Skalierung von 0,1 bar.

Für die einfache Belastungs- und Dichtheitsprüfung von Gas-Hausinstallationen stehen Messgeräte mit vollautomatischem Messablauf zur Verfügung. Hier sind übrigens meistens Kupferrohre gesetzt, denn die DVGW-TRGI 2018 erlaubt nicht mehr den Einsatz reiner Kunststoffrohre.
Quelle: Wöhler
Für die einfache Belastungs- und Dichtheitsprüfung von Gas-Hausinstallationen stehen Messgeräte mit vollautomatischem Messablauf zur Verfügung. Hier sind übrigens meistens Kupferrohre gesetzt, denn die DVGW-TRGI 2018 erlaubt nicht mehr den Einsatz reiner Kunststoffrohre.

Kommt es zu einem Druckabfall, können die Verbindungsstellen mit einem Lecksuchspray oder einem Seifen-Wasser-Gemisch eingesprüht werden. An der Blasenbildung ist dann eine vergessene Pressverbindung beziehungsweise eine fehlerhafte Löt- oder Schweißverbindung aufzuspüren. Restspuren des Prüfmittels sind im Übrigen wieder zu entfernen; das gilt insbesondere für manche Lecksuchsprays. Hier sind unbedingt die Herstellerhinweise zu beachten.

Die abschließende Belastungsprüfung sollte für Rohrleitungen bis DN 50 mit maximal 3 bar erfolgen, für Durchmesser > DN 50 mit maximal 1 bar. Die Prüfzeit beträgt mindestens 10 Minuten ab Erreichen des Prüfdrucks.

Tipp 1: Eine höhere Sicherheit ist bei einer trockenen Dichtheits­prüfung gegeben, wenn anstelle ölfreier Druckluft ein Inertgas verwendet wird. So schließen Sie eine häufige Ursache für verunreinigte Trinkwasser-Installationen aus: die versehentliche Verwendung von Druckluftkompres­soren ohne Ölabscheider.

Bei Dichtheitsprüfungen an Trinkwasser-Installationen ist besonders sauberes Arbeiten gefragt: Idealerweise wird mit Inertgas „abgedrückt“.
Quelle: Viega
Bei Dichtheitsprüfungen an Trinkwasser-Installationen ist besonders sauberes Arbeiten gefragt: Idealerweise wird mit Inertgas „abgedrückt“.

Die nasse Dichtheitsprüfung hat laut DIN EN 806-4 generell in zwei Stufen zu erfolgen. Das Vorgehen im Einzelnen differenziert sich hingegen in die drei Prüfverfahren A, B und C, die sich nach dem installierten Rohrleitungswerkstoff richten. Für Kupfer ist das Verfahren A anzuwenden. Der ZVSHK hat jedoch ein Merkblatt herausgegeben, das in Anlehnung an die DIN EN 806-4 ein modifiziertes Prüfverfahren beschreibt. Es ermöglicht die Druckprüfung mit Wasser unabhängig vom Rohrleitungswerkstoff. Dabei ist die erste Stufe, die Vorprüfung, mit dem verfügbaren Versorgungsdruck von maximal 6 bar auszuführen. Die Prüfzeit dieser Druckprüfung muss mindestens 10 Minuten betragen. Währenddessen darf es zu keinem Druckabfall kommen. Apparate und Bauteile, die nicht für diesen Prüfdruck zugelassen sind, müssen zuvor vom Rohrleitungsnetz getrennt werden.

Mittwoch, 08.01.2020