Schnittstelle zwischen Gewerken bei Duschrinnen eindeutig definieren

Die Anpassung

Und demonstriert am Beispiel eines aktuellen Ablaufs (hier: „Advantix Cleviva“ von Systemanbieter Viega; s. unten), welche konstruktiven Merkmale aus Sicht des erfahrenen Fliesenlegers dafür notwendig sind: „Ein entscheidendes Thema ist die möglichst präzise Höhenanpassung. Sonst wird, unabhängig von Estrich- und Fliesenstärke, oft genug zum Beispiel die Dicke der notwendigen Dichtbahn vergessen, der Ablauf kommt also einige Millimeter zu niedrig. Bei diesem Punktablauf ist das grobe Anpassen schon durch Ablängen des Flansches mit dem DN 50-HT-Rohr möglich. Die Feinjustierung kann anschließend durch das um 30 mm verstellbare Höhenausgleichsstück genauso einfach und absolut passgenau erfolgen.“

Aus Fliesenlegersicht ist dieser Kritikpunkt also schon abgehakt; im Übrigen inklusive der Ausrichtung des Ablaufs am Fliesenraster. Das gelingt bei diesem Beispiel durch einfaches Verschieben des Höhenausgleichsstücks um bis zu 5 mm in jede Richtung.

Diskussionsobjekt mit Vorbildfunktion: Die Duschrinne „Advantix Cleviva“ ist so konzipiert, dass sie über die Dichtmanschette zum Einclipsen, das separate Aufstockelement und die Ablaufschiene aus Edelstahl ganz klar eine Schnittstelle der Gewerke vorgibt. Aus Sicht des Fliesenlegermeisters Kolbe eine praxisgerechte Lösung.
Quelle: Viega
Diskussionsobjekt mit Vorbildfunktion: Die Duschrinne „Advantix Cleviva“ ist so konzipiert, dass sie über die Dichtmanschette zum Einclipsen, das separate Aufstockelement und die Ablaufschiene aus Edelstahl ganz klar eine Schnittstelle der Gewerke vorgibt. Aus Sicht des Fliesenlegermeisters Kolbe eine praxisgerechte Lösung.

Die Abdichtung

„Die Nagelprobe ist aber bei jedem bodengleichen Ablauf letztlich die Abdichtung im Verbund“, so Kolbe. Und hat dazu eine ganz klare Position: Ob mit werkseitig angeklebtem Abdichtflansch oder mit bauseitiger Verklebung auf einem angespritzten Flansch gearbeitet wird, ist für ihn keine Glaubensfrage – sondern schlichtweg nicht die praktikabelste Lösung: „Durch die DIN-konforme Lösung einer bauseitigen Klemmverbindung, beim Viega-Ablauf zum Einclipsen, gibt es stattdessen eine Ausführungsvariante, die wesentlich praxisgerechter ist. Während der Installation des Ablaufs und dem Gießen des Estrichs bleibt die Manschette beispielsweise geschützt im Karton und ist uns damit nicht im Weg. Bei Herstellung der Abdichtung aber können wir sie mit wenigen Handgriffen passgenau in den Flansch einsetzen und die Manschette liegt anschließend knickfrei plano auf dem Estrich auf, so dass sie sauber in die Abdichtung eingearbeitet werden kann.“

Dabei bleibt für ihn nicht unbemerkt, dass Viega die Manschette und alles für die AIV notwendige Zubehör der Lieferung generell in einem separaten Karton beifügt: „Das ist eine bis ins Handling perfekt ausgearbeitete Schnittstellenkoordination zwischen den Gewerken, denn auf diese Weise geht bei der Übergabe der Montage vom Installateur auf den Fliesenleger definitiv nichts verloren.“ Und zwar bis hin zum Setzen des Höhenausgleichsstücks und der Montage des Ablaufprofils, das, mit einem Butylstreifen versehen, wie eine Fliese auf den Estrich verklebt wird.

Die Abstimmung

Für Oliver Kolbe ist aus Sicht des Sachverständigen mit einer derart klaren produktseitigen Übergabestelle zwischen den Gewerken auf jeden Fall ein entscheidender Grundstein gelegt, die bekannte Schnittstellenproblematik zu reduzieren. Was aber dennoch bleibe, sei „die grundsätzliche Forderung, mehr miteinander zu reden!“ Denn „bodengleiche Duschen und ihre Abdichtung haben definitiv einen höheren Planungsbedarf als ein konventionelles Bad. Dem muss auch in der Abstimmung zwischen den SHK-Kollegen und uns Fliesenlegern Rechnung getragen werden“, so Kolbe weiter.

Vor allem, weil die Abdichtung im Verbund dabei nur eine von mehreren Fragen sei, die im Zusammenhang mit immer vielfältigeren Entwässerungslösungen auf die Profis vom Bau zukommen: „Bei der neuen Viega-Duschrinne ,Advantix Cleviva‘ übernehmen wir als Fliesenleger durch die Positionierung des Ablaufprofils zum Beispiel eine Tätigkeit, die früher in den Händen des Installateurs lag. Aber es macht Sinn und es ist gut, so vorzugehen, denn das Profil wird ja wie eine Fliese eingesetzt und verklebt. Und das wiederum ist für die SHK-Kollegen ja eher gewerkefremd. Darauf müssen wir uns aber schon im Vorfeld bei der Abgabe des Angebots einstellen können.“

Gleiches gelte für die Auswahl von Duschrinnen durch den SHK-Handwerker, die etwas anspruchsvoller zu vermörteln seien als die aktuelle Viega-Lösung: „Während das ,Advantix‘-Aufstockelement vollständig vom Estrich umflossen wird, müssen wir bei den konventionellen Duschrinnen sehr genau und etwas zeitaufwendiger unterfüttern, um kritische Hohlräume zu verhindern. Das funktioniert auch, jedoch sind für uns die Profilrinnen etwas praxisgerechter.‘‘

Dienstag, 12.01.2021

Von Markus Berger
Leiter Bauphysik Viega GmbH & Co. KG
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