„Gutes Bad“ im Gespräch mit Franziska van Almsick

„Es gibt definitiv zu viele Barrieren!“

„Ich finde die super, ich bin gerne da“, sagt Franziska van Almsick – und meint die nächste „ISH“ im März 2019. Zugleich gesteht sie: Ohne die Zusammenarbeit mit der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) wäre sie nie über eine Sanitärmesse marschiert. Sie habe in den letzten vier Jahren jede Menge über das Bad gelernt und „hoffentlich ein bisschen zu seiner Popularität als Zufluchtsort vom Alltag beigetragen“, so die deutsche Schwimm-Ikone unlängst im Gespräch mit dem VDS-Online-Ratgeber „Gutes Bad“.

Das Bild zeigt Franziska van Almsick.
Quelle: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Fabian Hensel
Powerfrau während und nach der Sportlerkarriere: Schwimm-Ikone Franziska van Almsick gibt ihren fraglos guten Namen gerne für Projekte her, bei denen sie etwas erreichen kann. „Das spornt mich an“, sagt die VDS-Badbotschafterin, deren Auftritte auch zum Nutzen der Sanitärbranche von hoher medialer Aufmerksamkeit geprägt sind. Derzeit allerdings kann sich die zweifache Mutter nur eingeschränkt bewegen. Durch eine Knieverletzung ist sie für eine Weile auf Gehhilfen angewiesen. Immerhin: Die Themen Bad und Gesundheit sowie Barrierefreiheit lassen sich – wie sie es selbst nicht ohne eine Portion Humor formuliert – über ihre Person „nun recht authentisch kommunizieren“.

Wenn die Powerfrau und Sympathieträgerin ihren fraglos guten Namen für ein Projekt hergibt, dann, „um etwas zu erreichen“. Das sporne sie an. Zu den Themen, denen sie sich als Badbotschafterin ab sofort noch stärker widmen wolle, zählten vor allem der Komplex Bad und Gesundheit sowie Barrierefreiheit. „In meiner momentanen Situation sieht man doch, wie plötzlich beides an Bedeutung gewinnt“, zeigt sie sich an dieser Stelle des Interviews nachdenklich. Der Blick der mehrfachen Schwimmweltmeisterin auf die beiden Gehhilfen neben ihr spricht Bände.

Die Konsequenz aus der Verletzung, die sie beim Trampolinspringen für eine Fotoproduktion erlitt: „Man muss nicht erst mit 60 sein Bad barrierefrei gestalten, sondern besser vorsorglich.“ Gerade deshalb sei Barrierefreiheit ein Thema, um sich richtig reinzuknien … Das erklärt paradoxerweise ausgerechnet diejenige, die ein Knie vorübergehend nicht beugen darf. Was die zweifache Mutter aktuell nerve, erweise sich für die Badprofis allerdings als „goldwert“, stellt sie anschließend lachend fest. Denn durch ihren Unfall könne der Bonner Dachverband die Notwendigkeit barrierefreier Badgestaltung über ihre Person immerhin recht authentisch kommunizieren. Ja, so sei es wohl: Es müsse immer erst etwas passieren, damit man die Gesundheit nicht auf die leichte Schulter nehme.

Über eine temporäre Genussbremse und einen wichtigen Lernprozess

Erhebliche Einschränkungen? „Sagen wir es einmal so: Generell geht alles, aber in einem langsameren Tempo. Im Speziellen ist das Einsteigen in die Badewanne nach wie vor eine große Herausforderung. Wenn man dann endlich sicher drin liegt und feststellt, dass das Handtuch Meter entfernt ist, dann möchte man im ersten Moment am liebsten laut schreien. Auch, weil man nicht so heiß baden darf wie gewohnt und das Wasser demzufolge eigentlich zu kühl ist für ein ausgiebiges Entspannungsbad. Im zweiten Moment ist man jedoch froh, dass der eigene Zustand nicht von Dauer ist.“

Ihrer Ansicht nach gibt es definitiv zu viele Barrieren, die es zu überwinden gilt. Nicht nur, aber natürlich ebenfalls im Badezimmer. Jetzt verstehe sie die Diskussionen um die demografische Entwicklung in Deutschland und auch Initiativen wie die Aktion Barrierefreies Bad, die Aufklärungsarbeit leisten und für die Förderung eines möglichst barrierefreien Bäderbaus eintreten, noch viel besser: „Das Thema ist immens wichtig.“

Über Profis, den „Tag des Bades“ und andere Pläne

Ob sie vor der kontinuierlichen Kooperation mit der VDS schon einmal darüber nachgedacht hat, wem sie ihr Bad im Falle einer Renovierung anvertraut? Van Almsicks Antwort kommt prompt: „Da ich selbst eine lange Zeit Sportprofi war, fühle ich mich quasi automatisch zu Profis hingezogen. In den letzten vier Jahren habe ich jedoch erst richtig realisiert, wie wichtig Fachkompetenz für die Gewährleistung, aber auch für eine wunschgerechte und ideenreiche Planung ist.“

Daher halte sie zum Beispiel den „Tag des Bades“ weiterhin für ein unverzichtbares Instrument, um Endverbraucher und Profis zusammenzubringen. Die Berlinerin wird Ende Juni selbst eine Ausstellung in ihrer Wahlheimat Heidelberg besuchen, um sich im Vorfeld des bundesweit kommunizierten Events am 15. September 2018 über aktuelle Trends und Computer-Badplanung zu informieren. Zudem habe die VDS sie vor einiger Zeit gebeten, Vorschläge für ein Familien- und ein Singlebad zu skizzieren: „Mal sehen, wie Profis meine Strichzeichnungen am PC umsetzen.“

Weiterführende Informationen: http://www.sanitaerwirtschaft.de

Montag, 18.06.2018