Inhaltsverzeichnis
SHK-Systemtechnik

Gebündelte Sicherheit im Schacht

Dienstag, 10.05.2022

Infobox:

Industriell vorgefertigtes Schacht- und Vorwandsystem mit Systemzulassung

Die Brandschutzlösung „Geberit Quattro“ erfüllt die Anforderungen der MVV TB für den Brandschutz, Schallschutz, Feuchteschutz und die Statik:

• Sicherstellung der geforderten Feuerwiderstands­fähigkeit, • Einhaltung der Schallschutzanforderungen, • Feuchteschutz, der das Eindringen von Wasser über Fugen und Durchdringungen der Schachtverkleidung verhindert, • sicherer statischer Aufbau, der als Installations- bzw. Schachtwand die nötige Standsicherheit gewährleistet.

Das Leistungspaket „Geberit GIS“ IV verbindet die Vorteile der Installations- und Rohrleitungssysteme aus dem Hause Geberit mit dem Service der industriellen Vorfertigung (IV). Statt einzelner Produkte liefert Geberit anschlussfertige Sanitärsysteme am Einbautag auf die Baustelle. Das Verfahren optimiert die Kosten, beschleunigt den Bauablauf und minimiert die Schnittstellen zwischen den Gewerken. Von konventionell erstellten Trockenbau-Schächten und -Vorwänden unterscheidet sich das „Quattro/GIS“-System damit insbesondere durch die Herstellung aus geprüften Systemkomponenten und durch eine Vorfertigung nach industriellen Maßstäben in Bezug auf Fertigung und Qualität. Die Ü-Kennzeichnung belegt, dass bei der Herstellung der vorgefertigten Einheiten alle Anforderungen der Systemzulassung erfüllt werden.

Die Anordnung der Installationen und deren Abstände untereinander sowie zur Laibung des Deckendurchbruchs (20 mm bei Massivdecken und 50 mm bei Sonderdecken) sind klar und einfach geregelt. Dadurch entfällt die aufwendige Ermittlung zulässiger Rohrabstände für Ver- und Entsorgungsleitungen in „Quattro“-Installationsschächten. Die Installationsebene liegt hinter dem Tragsystem und der Beplankung. Diese ist beim GIS nur 5 cm dick (3,2 cm Profil plus 1,8 cm Beplankung). Im Vergleich dazu beginnt beim herkömmlichen Trockenbau das Maß bei 7,5 cm (5 cm Ständerwerk + 2 x 12,5 mm Beplankung). Auch hier werden also wertvolle Zentimeter im Flächenverbrauch eingespart. In der Bau­planung werden dadurch unnötige Diskussionen über Schachtabmessungen hinfällig, zumal jeder eingesparte Zentimeter Schachtbreite der Wohn- beziehungsweise Nutzfläche zugutekommt.

Die Vereinfachung von der Planung über die Kalkulation bis zur Ausführung beginnt bereits mit der Ausschreibung. Für das Leistungsverzeichnis wird eine Installationsschacht-Einheit für ein Geschoss durch einen Vorbeschrieb als „Schacht- und Vorwandsystem für Sanitär-, Heizungs- und Elektroinstallation, baurechtlich geprüft, als variables Anlagesystem“ mit den Bestandteilen der Schachtbelegung sowie den Abmessungen (Schachtbreite und -höhe) definiert.

Das Bild zeigt die feuerwiderstandsfähige Installationsschächte.
Quelle: Geberit
Feuerwiderstandsfähige Installationsschächte sind eine sichere Art der Stockwerksdurchdringung zum Beispiel im Wohn- oder Gewerbebau. Sie erfüllen die bauordnungsrechtlichen Anforderungen, sodass darüber befindliche Brand­abschnitte für die Dauer von 30 bzw. 90 Minuten vor der Feuer- und Rauchübertragung über die Installationsschächte geschützt sind.

Kürzere Montagezeiten und optimiertes Material

Im konkreten Auftragsfall übernimmt der Hersteller (Geberit) das Aufmaß für die Planung und die Abstimmung mit dem ausführenden Fachunternehmer. Mit der werkseitigen Vorfertigung von Installationsschächten werden indessen nicht nur die normativen Anforderungen erfüllt. Mindestens genauso wie die sichere Einhaltung von Brand- und Schallschutz brennen der SHK-Branche auch die eng gesteckten Bauzeiten und die schmalen Personalkapazitäten unter den Nägeln. Anstelle der Montage einzelner Rohrleitungen und einer (meist) bauseitigen Verkleidung oder Vormauerung der Installationsschächte erhält der ausführende SHK-Fachbetrieb eine vormontierte Systemeinheit.

Vor Ort begrenzt sich die Montage der „Quattro“-Installationsschächte darauf, die vorgefertigten Einheiten an den Einbauort zu transportieren, gemäß Montagevorschrift zu befestigen, die vormontierten Rohrleitungen im Bereich der Deckendurchdringungen mittels mitgelieferten Rohrsystem-Formteilen (zum Beispiel Schiebemuffen) zu verbinden und – möglichst nach einer Zwischenabnahme als Nachweis der fachgerechten Montage – die Deckenöffnungen zu verschließen und die Aufbringung der einlagigen Systembeplankung. Geberit liefert die vorgefertigten Installationsregister montagefertig just in time direkt an die Baustelle. Dies vereinfacht die Logistik und erspart die Materiallagerung vor Ort, die in der Baupraxis ohnehin nicht nur mit häufiger Umlagerung, sondern auch mit Schwund einhergeht. Was die Materialwirtschaft des Installationsunternehmens zusätzlich optimiert, ist der Entfall von Verschnitt auf der Baustelle. Denn Reste von Installationsmaterial verursachen doppelt Kosten – für den Materialeinkauf und durch den Aufwand für den Abtransport.

Gegen die Brandschutz-Gewährleistungsfalle

Ein Bestandteil der Systemzulassung für den „Quattro“-Installationsschacht ist das von Geberit entwickelte Deckenverschlusssystem „FSH 90“, das damit an dieser brandschutztechnisch äußerst sensiblen Stelle für die nötige Ausführungssicherheit sorgt. Denn das Verschließen der Deckendurchdringungen ist im Bauablauf ein Schritt, bei dem kaum ein Verantwortlicher gerne näher hinsieht. Der verbleibende Restquerschnitt der Aussparung muss so verfüllt werden, dass alle Installationen mit formbeständigem, nichtbrennbarem Baustoff dicht umschlossen sind.

Die gängige Baupraxis zeigt, dass das Verschließen der Durchbrüche in sehr vielen Fällen durch den Rohbauunternehmer ausgeführt wird. Häufig sieht die Ausschreibung und/oder der Anwendbarkeitsnachweis (aBG) jedoch vor, dass dies zu den Leistungen des SHK-Fachunternehmers gehört. Damit obliegt diesem dann auch die Verantwortung für das feuer- und rauchdichte Verschließen der Deckendurchbrüche. Weil die damit verbundenen Arbeiten wie der Bau einer Schalung und die Verfüllung nach Handwerkstradition eher zum Maurerhandwerk gehören, erfolgt dies meist auch auf diese Weise – mit der Folge eines nicht zu unterschätzenden Gefahrenpotenzials für den vorbeugenden Brandschutz.

Um bei der Verwendung von System-Installationsschächten die Deckenabschottung sicherzustellen, gehört beim „Quattro“-System das Deckenverschlusssystem „FSH 90“ zu den Bestandteilen. Es besteht aus einem stufenlos anpassbaren Deckenschott (Rahmenkonstruktion mit Spezialfolie und Stahlband) und einer selbstnivellierenden Vergussmasse. Das Deckenschott wird bereits vor der Montage der Fall- und Steigleitungen innerhalb des Durchbruchs montiert. Zur Rohrleitungsmontage wird die Spezialfolie an der gewünschten Stelle eingeschlitzt und das Rohr durch das schlaufenförmig verlegte Stahlband hindurchgeführt. Die Vergussmasse verfüllt insbesondere auch die schmalen Spalten, was mit konventionellem Mörtel nicht in dieser Qualität erzielbar ist. Empfehlenswert ist zusätzlich, die Ausführung des verschlossenen Durchbruchs fotografisch zu dokumentieren, um das ordnungsgemäße Verschließen der Deckendurchbrüche bei Bedarf nachweisen zu können.

Galerie

  • Planungssicherheit durch Vorfertigung: Statt Einzelteile erhält der Auftraggeber ein Gesamtprodukt, das alle baurelevanten Auflagen – auch zu Schall- und Brandschutz – nach Fertigstellung erfüllen wird.
  • Mario Eschrich, Produktmanager und Brandschutzspezialist, Geberit Vertriebs GmbH
  • Null-Abstände sind vor allem im Wohnungsbau von bedeutsamem Vorteil: Die Schächte werden kleiner und der nutzbare Wohnraum größer.
  • Für Bauprodukte, die nicht die CE-Kennzeichnung nach der Bauproduktenverordnung tragen, müssen Hersteller die Übereinstimmung mit den technischen Baubestimmungen durch eine Übereinstimmungserklärung nachweisen. Dies erfolgt durch die Kennzeichnung mit dem Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen). Das Ü-Kennzeichen ist bei vorgefertigten Quattro/GIS-Installationsregistern auf dem Bauprodukt angebracht.
  • Feuerwiderstandsfähige Installationsschächte sind eine sichere Art der Stockwerksdurchdringung zum Beispiel im Wohn- oder Gewerbebau. Sie erfüllen die bauordnungsrechtlichen Anforderungen, sodass darüber befindliche Brand­abschnitte für die Dauer von 30 bzw. 90 Minuten vor der Feuer- und Rauchübertragung über die Installationsschächte geschützt sind.
  • „Geberit Quattro“ führt die für Installationsschächte und -wände benötigten Komponenten zu einem geprüften Komplettsystem zusammen. Es sind keine Rohrabschottungen (R 30 / R 90) für Versorgungs- und Entwässerungsleitungen nötig. Für die Schachtverkleidung sind keine speziellen Brandschutzpaneele notwendig.
Von Mario Eschrich
Produktmanager Sanitärsysteme, Geberit Vertriebs GmbH
Aktuelle Bewertung
Noch keine Bewertungen vorhanden
Ihre Bewertung
Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Sie haben eine Frage zu diesem Artikel? Dann stellen Sie der Redaktion hier Ihre Fachfrage!

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Möchten Sie die aktuellen Artikel per E-Mail erhalten?

Einloggen

Login / Benutzername ungültig oder nicht bestätigt

Passwort vergessen?

Registrieren

Sie haben noch kein Konto?
Dann registrieren Sie sich jetzt kostenfrei!
Jetzt registrieren

 

Expertenfragen

„Frag‘ doch einfach mal – einen Experten!": Nach diesem Motto können Sie als Nutzer der TGA contentbase hier ganz unkompliziert Fachleute aus der Gebäudetechnik-Branche sowie die Redaktion der Fachzeitschriften HeizungsJournal, SanitärJournal, KlimaJournal, Integrale Planung und @work zu Ihren Praxisproblemen befragen.

Sie wollen unseren Experten eine Frage stellen und sind schon Nutzer der TGA contentbase?
Dann loggen Sie sich hier einfach ein!

Einloggen
Sie haben noch kein Konto?
Dann registrieren Sie sich jetzt kostenfrei!
Registrieren