Barrierefreiheit trifft Design

Grundrissfragen vorher lösen

Vorausschauende Planung und fachgerechte Beratung für das barrierefreie Bad sorgen beim Kunden für Zufriedenheit und Komfort in jeder Lebensphase: Ein barrierefreies Wohlfühlambiente erfreut im Alltag und fördert die Selbstständigkeit bei Einschränkungen. Dass dabei auf elegantes Design nicht zugunsten von Funktionalität verzichtet werden muss, beweisen die Hersteller immer wieder.

Die Badkollektion „Conforma“ von VitrA Bad umfasst fünf WCs sowie  zwei Waschtische.
Quelle: VitrA Bad
Für das barrierefreie Bad: Die Kollektion „Conforma“ von VitrA Bad umfasst fünf WCs sowie zwei Waschtische und verleiht Bädern durch klares, minimalistisches Design einen modernen Touch.

Um ein Bad tatsächlich universell nutzbar und barrierefrei zu gestalten, sind einige Richtlinien zu beachten – und wer zusätzlich mit Tipps zur Finanzierung aufwartet, kann mit Serviceorientierung punkten und hat ein zusätzliches Verkaufsargument. Doch welche Fördermöglichkeiten gibt es und was ist beim zukunftsorientierten, barrierefreien Bauen zu beachten?

„Gerade im Bad sind Barrierefreiheit und Ergonomie von großer Wichtigkeit für das Wohlbefinden. Ob es grundsätzlich um Komfort, um temporäre Einschränkungen oder Fragen der Eigenständigkeit oder Pflege geht – ein barrierefrei nutzbares Bad ist oft ein entscheidendes Argument. Denn wer sich nicht ‚krumm machen‘ muss, um alltägliche Situationen zu meistern, kann Selbstständigkeit und Privatsphäre länger erhalten“, sagt Claudio Conigliello, Marketingmanager bei VitrA Bad.

Dies beginnt bei WCs, die eine Sitz­höhe von 48 cm erreichen, so dass sie bei Bedarf auch durch Rollstuhlfahrer genutzt werden können, geht weiter über Waschtische, die nach DIN 18040 für die barrierefreie Nutzung optimiert sind, und endet oft bei nicht sichtbaren Details wie beispielsweise einer Oberflächenveredelung, die für eine besondere Pflegeleichtigkeit sorgt.

Das „Meroblock“-Vorwandsystem von Herbert Burda für
das barrierefreie Bad lässt sich per Knopfdruck um 30 cm verstellen.
Quelle: Herbert Burda
Das „Meroblock“-Vorwandsystem von Herbert Burda für das barrierefreie Bad lässt sich per Knopfdruck um 30 cm verstellen. Somit können etwa Rollstuhlfahrer den Waschtisch und die WCKeramik auf ihren Bedarf einstellen.

Perfekte Planung für jeden Anspruch

Doch nicht nur bei der Wahl der Keramiken ist sorgfältige Planung ratsam. „Ein ergonomisches und barrierefreies Bad entsteht bereits bei der Planung des Grundrisses“, sagt Architektin Lütfiye Erbas, die auf Badplanung spezialisiert ist. „Schräge Winkel und versteckte Ecken sind nur dann attraktiv, wenn der Bewohner sie auch erreichen kann. Für ein barrierefreies Bad empfiehlt sich ein etwas großzügigerer, freiräumiger und aufgeräumter Grundriss. Handtuchhalter und die wichtigsten Schränke sollten so montiert sein, dass sie auch bequem im Sitzen erreicht werden können. Barrierefreiheit beginnt schon mit der visuellen Wahrnehmung.“

Die „Conforma“-Wand-WCs von VitrA Bad lassen sich so montieren, dass eine Sitzhöhe von 48 cm erreicht wird.
Quelle: VitrA Bad
Die „Conforma“-Wand-WCs von VitrA Bad lassen sich so montieren, dass eine Sitzhöhe von 48 cm erreicht wird – damit ist das WC auch für Rollstuhlfahrer nutzbar.

Da mit zunehmendem Alter auch das Sehvermögen unweigerlich leidet, ist zudem auf eine gute Ausleuchtung und ein intelligentes Kontrastverhältnis zu achten. Eine klare Linienführung hilft bei der Orientierung und farbliche Highlights, zum Beispiel auf Fliesen, dienen als Anhaltspunkte. Bei Keramik und Möbeln sind gut greifbare Formen empfehlenswert.

Möglichkeiten zur Investition in die Zukunft

Für Hausbesitzer und Wohnungseigentümer ist eine Sanierung aufwändig und meist mit hohen Kosten verbunden. Auch wenn die meisten Menschen so lange wie möglich im eigenen Heim wohnen möchten, wird aus finanziellen Gründen oftmals auf ein altersgerechtes Sanierungskonzept verzichtet. Wer bei der Beratung optimal auf den Kunden eingestellt sein möchte, kennt daher die Möglichkeiten zur Finanzierung. Denn was viele nicht wissen: Für den barrierefreien Umbau des Badezimmers können Bauherren Zuschüsse und Fördermittel beantragen.

Die Seifenspender von Tork lassen sich mit wenig Kraft bedienen: Für Kinder und Ältere.
Quelle: Tork
Kleine Kinder, an Rheuma erkrankte oder ältere Menschen – etwa 30 Prozent der Bevölkerung haben nicht genügend Kraft in den Händen, um einen normalen Seifenspender so zu bedienen, dass er die volle Dosierung ausgibt. Deshalb hat Tork einen anwenderfreundlichen Druckknopf entwickelt. Zum Einsatz kommt er in den Spendersystemen „S1“ und „S2“.

Zur Auswahl stehen hier zum Beispiel ein KfW-Kredit, der nicht komplett zurückgezahlt werden muss, sowie Fördermittel des jeweiligen Bundeslandes. Für bereits hilfsbedürftige Personen zahlt die Pflegekasse pro erstmaliger Umbaumaßnahme einen Zuschuss von maximal 2.557 Euro. Auch Krankenkassen leisten bei verschriebenen Hilfsmitteln wie Haltegriffen einen Zuschuss.

Kostenlose und unverbindliche Informationen über Fördermittel und Zu­schuss­möglichkeiten erhalten Interessenten bei Sozialversicherungsträgern, caritativen Einrichtungen, Architektenkammern, Stadtplanungsämtern, Verbraucherzentralen, Wohnungsbaugesell­schaften oder den Landes­beratungs­­stellen für barrierefreies Bauen. Eine solche Beratung macht auch dann bereits Sinn, wenn noch keine konkrete Planung vorschwebt.

Weiterführende Informationen: http://www.vitra-bad.de/

Montag, 15.02.2016