Bad

Aufstockung schafft mehr Wohnraum für Studierende

Mittwoch, 14.06.2023

Bezahlbarer Wohnraum ist in vielen Großstädten Mangelware.

Das Bild zeigt das Gebäude von oben.
Quelle: TECE
Gelungen: Die Wohnungs­genossenschaft Freiberg eG verwandelt den Plattenbau aus den 1980er-Jahren in 18 barriere­arme und generationsübergreifende Wohnungen.

Ein Projekt mit Vorzeigecharakter ist das Studentenwohnheim in Hannovers Hufelandstraße. Denn gerade Studierende sind besonders von Wohnungsmangel und steigenden Mieten betroffen.

Deshalb hat sich das Studentenwerk Hannover für eine Aufstockung des Flachdachs in leichter modularer Holzbauweise und beim Innenausbau für den Einsatz industriell vorgefertigter Sanitärwände von TECEsystem entschieden. Auch dank der Sanitärwände, die als Trennwände zwischen zwei Apartments zum Einsatz kamen, entsteht so bis März 2023 im Herzen der niedersächsischen Landeshauptstadt neuer Wohnraum für 50 Personen. Die Aufstockung fand in teilbewohntem Zustand statt, nur die oberste der drei Etagen des Studentenwohnheims war für die Zeit der Baumaßnahme nicht bewohnt.

Das Bild zeigt das Satteldach des Gebäudes.
Quelle: TECE
Vollständig verkleidet: Die Aufstockung fügt sich mit ihrem Satteldach harmonisch in die Umgebung der Nachbarschaft ein.

Aufstockung als zukunftsweisende Lösung

Mit dem Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr will die aktuelle Bundesregierung für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sorgen. Doch dieser ehrgeizige Anspruch trifft in der Realität auf fehlende Bauflächen, Fachkräftemangel und häufige Verzögerungen in globalen Lieferketten von Baustoffen. Die vertikale Nachverdichtung, also die Aufstockung von Bestandsbauten, gilt deshalb als zukunftsweisende Lösung. Denn wer in die Höhe baut, benötigt weniger Grund. Und wer schon in die Höhe gebaut hat, kann durch eine Aufstockung auf den Bestand zusätzlichen Wohnraum schaffen. Dabei ist serielles Bauen, so empfehlen Fachleute – angeführt von Bundesbauministerin Klara Geywitz – die Zukunft.

Das Studentenwerk Hannover liegt bei der Erweiterung des Studentenwohnheims in die Höhe also voll im Trend. „Wir haben uns für die Aufstockung entschieden, weil es die einzige Möglichkeit war, im Bestand neuen Wohnraum zu schaffen“, erklärt Stefan Lohse, Projektleiter aus der Abteilung Bau und Technik beim Studentenwerk Hannover, und ergänzt: „Die Modulbauweise bietet sich dafür an: Sie spart Kosten und Zeit. Denn was vorgefertigt ist, ist schnell und in kurzer Zeit aufgebaut.“

Auch die Experten teilen diese Meinung. „Die Aufstockung in Modulbauweise war bisher noch die Ausnahme, wird sich aber sicher durchsetzen“, sagt nicht nur der zuständige Fachhandwerker Christian Voss (Voss Gebäudetechnik). „Aufstocken statt in die Fläche zu gehen – die Diskussion über das Thema ist dringend notwendig“, betont auch Berit Bessell, Architektin vom ausführenden Büro Vorrink Wagner Architekten GmbH aus der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Das Bild zeigt einen Blick von oben während des Bauprozesses.
Quelle: TECE
Blick von oben während des Bauprozesses: Die Holzmodule bilden das neue Satteldach, das sich in die Bebauung der Nachbarschaft einfügt.

Module schnell und zügig aufgebaut

In dem Studierendenwohnheim existierten in zwei Gebäuderiegeln bereits 164 Apartments und eine Drei-Zimmerwohnung. Das Aufstocken bringt nun zusätzlich 46 neue Ein-Zimmer-Apartments und zwei Zwei-Zimmer-Wohneinheiten – also Lebensraum für jeweils 25 Menschen pro Dach. Die Erweiterung wurde als leichte Holzkonstruktion aus vorgefertigten Wand- und Deckenelementen geplant. Damit setzten die Architekten eine Vorgabe des Bauherrn um, der sich eine möglichst leichte Bauweise gewünscht hatte. „Der Vorteil einer reinen Holz-Konstruktion ist, dass alles aus einer Hand kommt. Es ist nur ein Gewerk notwendig, das alle Aufgaben übernehmen kann: der Zimmermann.“ Die Wahl für den Innenausbau fiel auf Empfehlung des zuständigen Fachplaners Uwe Klossner (M+P Ingenieurbüro) auf die industriell vorgefertigten Sanitärwände von TECEsystem. „Diese Register bieten sich bei sich wiederholenden Grundrissen perfekt an. Für die Handwerker vor Ort ist ihr Einsatz äußerst sinnvoll“, erklärt Architektin Bessell.

Das Bild zeigt die vorgefertigen Sanitärwände.
Quelle: TECE
Die industriell vorgefertigen Sanitärwände haben ihren Platz in den vorgefertigten Holzmodulen gefunden. Sie fungieren als Trennwände zwischen zwei Apartments.

Neue Konstruktion aufgesetzt

Mit einem halben Jahr Versatz erhielten die beiden Flachdächer in zwei Bauabschnitten je ein neues Dach. Optisch füllen sie eine Lücke und fügen sich nahtlos in den vorhandenen Bestand ein. Denn die Gebäude in direkter Nachbarschaft werden bereits von Satteldächern abgeschlossen.

Weiterführende Informationen: https://www.tece.com/de

Sie haben eine Frage zu diesem Artikel? Dann stellen Sie der Redaktion hier Ihre Fachfrage!

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Möchten Sie die aktuellen Artikel per E-Mail erhalten?

Einloggen

Login / Benutzername ungültig oder nicht bestätigt

Passwort vergessen?

Registrieren

Sie haben noch kein Konto?
Dann registrieren Sie sich jetzt kostenfrei!
Jetzt registrieren

 

Expertenfragen

„Frag‘ doch einfach mal – einen Experten!": Nach diesem Motto können Sie als Nutzer der TGA contentbase hier ganz unkompliziert Fachleute aus der Gebäudetechnik-Branche sowie die Redaktion der Fachzeitschriften HeizungsJournal, SanitärJournal, KlimaJournal, Integrale Planung und @work zu Ihren Praxisproblemen befragen.

Sie wollen unseren Experten eine Frage stellen und sind schon Nutzer der TGA contentbase?
Dann loggen Sie sich hier einfach ein!

Einloggen
Sie haben noch kein Konto?
Dann registrieren Sie sich jetzt kostenfrei!
Registrieren