SHK-Systemtechnik

SHK-Messe: Schau’n mer mal, auf die IFH/Intherm 2018…

Donnerstag, 09.06.2016

Als – nach der Messe in Essen – binnen weniger Wochen zweites Highlight in der bundesdeutschen SHK-Branche, hat die Messe IFH/Intherm Nürnberg Anfang April 2016 rund 42.000 Besucher gezählt, darunter 27.000 aus dem SHK-Handwerk. Nach eigenen Angaben ist die Fachmesse IFH/Intherm damit „Marktführer bei den Fachbesuchern“. Das Stimmungsbild unter den Messe-Ausstellern fiel ausgesprochen differenziert aus…

Denken wir mal etwas zurück. Als etwa die geneigten Leserinnen und Leser, die in der SHK-Ausbildung (die damals noch Lehre hieß) auf halbautomatischen Kugelkopf-Schreibmaschinen ihre ersten Angebote schreiben durften. Oder die mit Block und Bleistift im Abhollager standen und Lieferscheine von Hand mit Kohlepapier ausfüllten… Oder die, die am Wählscheibentelefon beim Hersteller nachhakten, warum schon wieder eine Päckchenlieferung mehr als 14 Tage Laufzeit hatte. Also genau die denken jetzt mit zurück. Und die anderen müssen halt lauschen, wie es „früher“ war…

Morgens kurz vor neun Uhr ist auf der Fachmesse IFH/Intherm noch keon Hochbetrieb.es
Quelle: Martin
Morgens Viertel vor neun auf der Messe in Nürnberg. Wo fängt denn hier der frühe Vogel den Wurm? Stattdessen eher überschaubarer „Andrang“.

Früher, das heißt in diesem Falle in den Hallen wie beispielsweise auf der Messe in Nürnberg. Die damals, das mag so Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre gewesen sein, noch keine „Intherm“ kannte. Diese Messe sollte erst später dazu kommen, als in Stuttgart das Gelände ausgebaut wurde. Damals, da war echt nicht alles besser. Denn in den Messe-Hallen – war alles im Grunde genommen fast genauso wie heute: links eine Reihe Stände, dann ein Gang, rechts wieder eine Reihe Stände. Manche schön und groß und kreativ; andere wie Schuhschachteln. Auf den Ständen dann die Exponate, ein paar Aufsteller, vielleicht noch ein Blickfang (der heute „eye-catcher“ heißt), und wenn der Platz es hergab zudem eine Theke. Das war, sagen wir mal, 1992 so. Oder 1993, wenn es besser in die retrospektive Zeitrechnung der Fachmesse IFH passen sollte. Vom groben Eindruck her: genau wie heute.

Reger Besucherandrang auf der Messe herrscht bei den Herstellern, die als Marke in der SHK-Branche gewstzt sind.
Bipolares Besucherverhalten auf der Messe: Wer als Hersteller als Marke beim Handwerk gesetzt ist (und im Vorfeld kräftig die Einladungswerbetrommel gerührt hatte), brauchte über mangelndes Besucherinteresse nicht zu klagen.

Das wiederum führt zu einer fast schon rhetorischen Frage: Gibt es im Marketingmix eigentlich ein mit der Messe vergleichbares Instrument der Kundenansprache, das im erweiterten Kern – gewissermaßen also alles mit Ausnahme einer dünn getünchten Schale drumherum – über so viele Jahrzehnte hinweg so unverändert geblieben ist?

Nur zur Einordnung vor allem durch die Jüngeren, die selbstverständlich in der Ausbildung am PC ihre ersten Angebote schreiben. Oder die mit dem Tablet im Abhollager stehen und Lieferscheine elektronisch übers WLAN verschicken… Oder die, die am Smartphone online „tracken“, warum schon wieder eine Päckchenlieferung mehr als 12 Stunden Laufzeit hat. Also genau die mögen sich jetzt kurz vor Augen führen: Damals gab es noch wenige PCs (so in der Qualität eines 8086/8088 von IBM) und kein Smartphone, kein Internet und keinen Flatscreen. Aber die Messe, die war im Prinzip fast genauso wie die, die ihr Anfang April in Nürnberg besucht habt. Oder Anfang März in Essen…

Marke vs. Breite

Die Bilanz der Messe-Veranstalter liest sich dabei so: „93,3 Prozent der SHK-Experten vergaben bei der unabhängigen Besucherbefragung für die Messe die Topnoten. …Auffallend bei der diesjährigen Veranstaltung war die große Zahl von Besuchern, die mit konkreten Vorstellungen auf die Messe kamen, um ihre vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. Wir sind mit den FKM-geprüften (Anm. d. Red.: FKM ist die Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen) Aussteller- und Besucherzahlen sehr zufrieden. Es unterstreicht unsere Spitzenposition im SHK-Messekalender 2016“, so GHM-Geschäftsführer Klaus Plaschka.

Gelegentlich bot die Messe reichlich Raum für die Besucher.
Quelle: Martin
Es gab Stunden, da gab es Platz, auf der Messe IFH/Intherm. Zum Entfalten. Oder Ausruhen. Durchaus auch am helllichten Vormittag, wie hier.

Was kein Gegensatz sein muss, denn diese Einschätzung wurde von genauso vielen Ausstellern gegenüber dem Chronisten bestätigt – wie andere Aussteller sich über mangelnden Besuch beklagten. Oder über die bemerkenswert ausgeprägte Neigung der Franken, Sachsen und Bajuwaren zur zeitigen Heimkehr: Ab etwa 15 Uhr herrschte in manchen Hallen nur noch „Totentanz“, konnten die Aussteller völlig unter sich und ungestört auf den Gängen Halma spielen

Von Eckhard Martin
Chefredaktion SanitärJournal
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