Neue Werkzeugbau Akademie-Studie

"Tooling in Germany 2020" mit Kennzahlen und Trends zur Orientierung

Die deutsche Werkzeugbau-Branche befindet sich aktuell in einer sehr herausfordernden Lage.

Das Bild zeigt eine Grafik über die Auftragsweite.
Quelle: Werkzeugbau Akademie
Die Auftragsreichweite hat - ebenso wie die Umsatzrendite - im Werkzeugbar spürbar abgenommen.

Die aktuelle Studie der Werkzeug-Akademie gibt mit einer Vielzahl von Kennzahlen und Trends wichtige Orientierung, um den Status quo eines Unternehmens und der Branche einschätzen und sich auch zukünftig erfolgreich im Wettbewerb positionieren zu können.

„Die deutsche Wirtschaft stagniert weiterhin“. So stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die aktuelle Marktsituation in Deutschland dar. Dies färbt auch auf die Werkzeug-Industrie ab, wie die Zahlen der Studie zeigen: "Durch die abflachende deutsche Gesamtwirtschaft ist auch im deutschen Werkzeugbau eine grundsätzliche Stagnation zu erkennen. So liegt beispielsweise die durchschnittliche Umsatzrendite der Branche im Jahr 2019 47 Prozent unter dem Wert von 2016. Dadurch ist es nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Unternehmen der Branche, die ihre Geschäftslage als wirtschaftlich sehr gut bewerten, bei lediglich 4 Prozent liegt. Dieser Wert ist 41 Prozentpunkte geringer als noch 2016.

Darüber hinaus erwarten laut dem 'Konjunkturbarometer' der Zeitschrift „Werkzeug- und Formenbau“ 93 Prozent der deutschen Werkzeugbaubetriebe in den nächsten 12 Monaten kein Wachstum (Stand 02/2020). Entscheidungen zu treffen, gestaltet sich in der aktuellen Marktlage, insbesondere mit Hinblick auf den Kapitaleinsatz, schwieriger als noch Anfang 2019. Daher ist es nicht verwunderlich, dass 68 Prozent der deutschen Werkzeugbaubetriebe in den nächsten 12 Monaten keine größeren Investitionen planen.

Bei vielen Betrieben bleibt der gewohnte Auftragseingang aus. Die Betrachtung der Auftragsreichweite zeigt, dass im Vergleich zu Februar 2019 nur halb so viele Unternehmen eine Auftragsreichweite von 6 Monaten haben. So steigt die Anzahl der Insolvenzen kontinuierlich an. Hierbei handelt es sich vermehrt um kleinere externe Werkzeugbaubetriebe. Bei internen Werkzeugbaubetrieben werden aktuell durch Kurzarbeit, Restrukturierungen, Entlassungen und Desinvestitionen Kosten reduziert, um die notwendige Liquidität des Gesamtbetriebs sicherzustellen. Eine starke Konsolidierung der Branche ist aktuell nicht mehr von der Hand zu weisen", heißt es in der Studie.

Werkzeugbau ist Produktionseuropameister Deutschland

Dort gibt es aber auch positives zu berichten: So ist der deutsche Werkzeugbau Produktionseuropameister Deutschland mit einem Produktionsvolumen von 5,6 Milliarden Euro in 2018 der größte und wichtigste Hersteller von Werkzeugen in Europa. Von diesem Produktionsvolumen fallen die größten Anteile mit rund 2,6 Milliarden Euro auf die Herstellung von Spritzgießwerkzeugen sowie rund 2,5 Milliarden Euro auf Blech- und Massivumformwerkzeugen. Druckgusswerkzeuge wurden in 2018 dagegen mit einem Produktionsvolumen von rund 0,5 Milliarden Euro in Deutschland hergestellt. Insgesamt sind die hochwertigen deutschen Werkzeuge im Ausland sehr gefragt. Weitere Zahlen finden Interessierte in der kompletten Studie, und die gibt es hier!

Freitag, 19.02.2021

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