Ausbildungsprämie wird kaum genutzt

6.000 Euro für einen Azubi mehr!

Trotz Verdoppelung: Staatliche Prämien für Auszubildende werden kaum in Anspruch genommen. Bis 15. November kann die Förderung noch beantragt werden!

Im März dieses Jahres griff das Bundesarbeitsministerium für das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ noch mal tief in die Tasche: Die Corona-bedingten Ausbildungsprämien wurden glatt verdoppelt. Zusätzlich können jetzt auch Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern diese Leistungen beziehen. Bislang lag die Grenze bei 249 Mitarbeitern. „Das wird hoffentlich mehr Unternehmen motivieren, junge Menschen auszubilden. Dass künftig auch größere Unternehmen gefördert werden können, soll für noch mehr Ausbildungsplätze sorgen“, erhofft sich BundesarbeitsministerHeil.

Wegen Corona? Nahezu die Hälfte aller angebotenen Ausbildungsplätze im Handwerk konnten dieses Jahr nicht besetzt werden…
Quelle: ZVSHK
Wegen Corona? Nahezu die Hälfte aller angebotenen Ausbildungsplätze im Handwerk konnten dieses Jahr nicht besetzt werden…

Tatsächlich: Für das aktuelle Ausbildungsjahr wurden die Prämien zum 1. Juni 2021 pro Auszubildendem von 2.000 auf 4.000 sowie die Prämie plus und die Übernahmeprämie von 3.000 auf 6.000 Euro verdoppelt. Zudem wurden die Fördervoraussetzungen erleichtert, was das Programm für Handwerksbetriebe deutlich attraktiver mache, wie der Baden-Württembergische Handwerkstag betont. Wie sieht es ein halbes Jahr später aus? Da hilft ein Blick in die aktuelle „Betriebsbefragung zur Corona-Pandemie“, den der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Anfang September veröffentlicht hat.

So ist beispielsweise von Oktober 2020 bis August 2021 die Zahl der gemeldeten Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz (corona-bedingt?) nochmals deutlich zurückgegangen. Das bestätigt auch die Bundesagentur für Arbeit. 44 Prozent aller Handwerksbetriebe suchen noch Auszubildende. Im Bauhauptgewerbe sogar mehr als die Hälfte. Ein gutes Drittel aller Handwerksunternehmen hat in diesem Jahr neue Azubis eingestellt. Davon gaben 30 Prozent an, die Ausbildungsprämie (plus) beantragt zu haben. Im Bauhauptgewerbe sind das 36, in den Ausbaugewerken (wie SHK) nur 22 Prozent (siehe Grafik). Laut ZDH deuten diese Ergebnisse darauf hin, „dass das Programm dazu beigetragen hat, das Ausbildungsengagement in jenen Handwerksbetrieben zu stützen, die aufgrund der corona-bedingt schwierigen Lage sonst vielleicht von einem Ausbildungsangebot abgesehen hätten.“

In den Bauhaupt- und Ausbaugewerken wird die Prämie kaum genutzt.
Quelle: ZDH
In den Bauhaupt- und Ausbaugewerken wird die Prämie kaum genutzt.

Die Prämien werden für Ausbildungsverträge gewährt, die bis zum 15. Februar 2022 beginnen. Anträge müssen bis zum 15. November 2021 gestellt werden.

Montag, 27.09.2021

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