Das Geld ist aus!

Mittel für KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ sind aufgebraucht

Jetzt ist eingetreten, was viele Verbände befürchtet hatten: Das KfW-Programm 455-B „Altersgerecht Umbauen“ ist ausgeschöpft.

Der Bedarf ist nach wie vor vorhanden, aber die Taschen sind aufgrund der hohen Nachfrage leer. Anträge können ab sofort nicht mehr gestellt werden. Wer also noch auf Zuschüsse für seine Badumbauten in Anspruch nehmen wollte, muss in diesem Jahr entweder ohne Fördermittel auskommen oder sich bis Januar gedulden. Denn erst mit Inkrafttreten des Bundeshaushaltes 2020 sollen wieder neue 75 Millionen im KfW-Programm 455-B für altersgerechte Umbauten zur Verfügung stehen.

Für alle Renovierwilligen, die ihr Bad noch bis Weihnachten umbauen wollten, ist dies erstmal eine schlechte Nachricht, hinter der aber auch eine Chance steckt: Es bleibt mehr Zeit für eine ausgereifte Planung. Produkte können verglichen und der passende Sanitärbetrieb in Ruhe ausgewählt werden. Die Gesellschaft zur Förderung der Sanitärwirtschaft warnt jedoch: „Der Umbau darf erst nach der Bewilligung begonnen werden.“

Es gibt kein Geld mehr: Die Sanitärverbände schlagen Alarm, weil die Töpfe für das KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ wieder mal frühzeitig leer sind.
Quelle: Pixbay
Es gibt kein Geld mehr: Die Sanitärverbände schlagen Alarm, weil die Töpfe für das KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ wieder mal frühzeitig leer sind.

Der Renner unter den KfW-Programmen

Kaum ein Programm der Förderbank ist wohl so beliebt wie 455-B. Denn schon im ersten Quartal wurden von den insgesamt 75 Millionen Euro rund 41 Millionen für Förderzusagen verausgabt. Seit Beginn des Programms im Oktober 2010 sind bis Mitte dieses Jahres insgesamt über 141.000 Förderzusagen mit einem Volumen von rund 265 Millionen Euro allein in der Zuschussvariante erteilt worden.

Klingt in der Summe nach einer Menge Geld, deckt aber bei Weitem nicht den realen Bedarf. Denn laut Angaben des Forschungsinstituts Prognos aus dem Jahr 2014 werden allein bei den über 65-Jährigen mit Mobilitätseinschränkungen bis zum Jahr 2030 rund 3,6 Millionen altersgerechte Wohnungen benötigt. Vorhanden waren im Jahr 2013 aber gerade mal rund 700.000. Den damit zusammenhängenden Investitionsbedarf schätzte das Forschungsinstitut allein für die Zielgruppe der Senioren mit Bewegungseinschränkungen auf insgesamt rund 50 Milliarden Euro.

Auch die Tatsache, dass die Mittel im KfW-Zuschussprogramm 455-B in den letzten Jahren bereits jeweils Anfang des dritten Quartals für das gesamte Jahr ausgeschöpft waren, zeigt, dass der Bedarf groß ist, und die Bevölkerung in altersgerechte Umbauten investieren möchte.

Ganzjährige Verfügbarkeit gefordert

Für Organisationen wie beispielsweise die „Aktion Barrierefreies Bad ist die Meldung über den Zuschuss-Stopp für altersgerechte Umbauten mehr als bedauerlich, wie Sprecher Jens J. Wischmann betont: „Wieder sind die Mittel im Zuschussprogramm vorzeitig ausgeschöpft. Und wieder fühlen sich viele Bauherren und Sanitärfachbetriebe ausgebremst. Daher erneuern wir unsere Forderung, dass die Bundesregierung künftig die Fördertöpfe so anlegen muss, dass sie liefern, was die Werbung verspricht. Ansonsten sehe ich das Vertrauen der Bundesbürger in die Fördermittel des Bundes insgesamt nachhaltig beschädigt.“ Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund fordern Verbände wie die VDS und der ZVSHK weiterhin eine Verdopplung der Mittel von jährlich 75 auf 150 Millionen.

Montag, 02.12.2019