SHK-Branche trotzt schlechter Stimmung

Ausbleibende Förderung als „Spaßbremse“

Mittwoch, 23.11.2022

In der Haus- und Gebäudetechnik überwiegt auch im dritten Quartal ein recht gutes Geschäftsklima, vor allem bei den Heizungs- und Lüftungsunternehmen. Sanitärunternehmen hingegen sind weniger glücklich.

Schon das ganze Jahr verharrt der ifo-Geschäftsklima-Index der gewerblichen Wirtschaft im negativen Bereich. Im dritten Quartal (Q3) rutschte das Stimmungsbarometer gar auf minus 20 Prozent (siehe Grafik). Die Unternehmen der Haus- und Gebäudetechnik hingegen trotzen der miesen Stimmung: Auch im Q3 liegt der Index mit 25 Prozent recht deutlich im Plus! Dabei gibt es durchaus unterschiedliche Nuancen. Mit einem Index von 40 Prozent ist die Stimmung bei den installierenden Unternehmen noch am besten. Dazu trägt sicher auch der mit 16,7 Wochen Vorlauf recht hohe Auftragsbestand bei. Im Großhandel und in der TGA-Industrie jedoch ist die Stimmung eher gedämpft, die entsprechenden Werte liegen knapp unter 20 Prozent.

Bild zeigt barrierefreies Bad von oben
Quelle: Bette / VDS
Hat in Krisenzeiten die (altersgerechte) Badsanierung das Nachsehen?

Aber: Die geschäftlichen Erwartungen in der TGA-Branche rutschen inzwischen ins Negative ab. Insbesondere in Industrie und Großhandel haben sie sich verschlechtert. Dazu Kerstin Stratmann, Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie (VdZ): „Während ein Großteil der Wirtschaft um uns herum einbrach, gelang es der SHK-Branche in den vergangenen zwei Jahren, weiter zu wachsen und den Umsatz zu steigern. Die aktuellen Geschäftslagen sind nach wie vor gut. Gegen Jahresende trüben sich nun auch in unserem Wirtschaftszweig die Erwartungen ein. Umso wichtiger sind für unsere Branche jetzt verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehören energiepolitische Maßgaben zur Sanierung und ein attraktiver Förderrahmen.“

Bild zeigt Klimatechniker beim Filterwechseln.
Quelle: ZVSHK
Lüftung und Heizung stehen zurzeit beim Verbraucher höher im Kurs als Sanitär. Liegt das auch an der (einseitigen) Förderpolitik?

Verbraucher stellen (Bad-)Sanierungen zurück

Bei der Suche nach den Ursachen der gedämpften Erwartungen geraten die „üblichen Verdächtigen“ ins Visier: Inflation, steigende Bauzinsen, hohe Energiekosten und weiterhin existierende Lieferengpässe setzen der SHK-Branche zu. Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), macht die privaten Verbraucher „verantwortlich“: „Auf der Nachfrageseite besteht die Gefahr einer zunehmenden Verbraucherzurückhaltung angesichts der befürchteten negativen Entwicklung von Wirtschaft und Einkommen. Der GfK Konsumklima-Index zeigt bereits eine deutlich gesunkene Anschaffungsneigung der Verbraucher. Viel wird daher von der Entwicklung des privaten Konsums abhängen.“

Grafik zeigt Geschäftsklima-Index
Quelle: VDS / VdZ
Die Stimmung in der TGA-Branche ist in Q3 deutlich besser als in der gewerblichen Wirtschaft.

Unter dem zurückhaltenden privaten Konsum leidet vor allem die Sanitärbranche (siehe Grafik). Denn: Der Einbau und die Optimierung von Heizungs- und Lüftungstechnik haben derzeit absoluten Vorrang beim Verbraucher – wegen der hohen Energiekosten. Zudem werden solche Investitionen staatlich bezuschusst. Das ist im Sanitärbereich anders. Da wurde beisspielsweise die Förderung altersgerechter Bäder zwischenzeitlich ausgesetzt. Nach Wiederaufnahme der Förderung war der Fördertopf in kürzester Zeit wieder leer ...
Die Zahlen stammen aus einer gemeinsamen Mitteilung von VdZ und VDS.

Grafik zeigt schlechtes Geschäftsklima im Sanitärbereich
Quelle: VDS / VdZ
Geschäftsklima in den Sparten Heizung / Lüftung / Klima bestens – im Sanitärbereich jedoch deutlich trüber ...

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