Trinkwasserhygiene

Kritische Befunde bei Trinkwasseranlagen

Krankenhäuser häufiger betroffen als Pflegeeinrichtungen

Freitag, 17.02.2017

Die Partner für Wasser e.V. (PfW) haben im Herbst 2016 eine Umfrage bei Krankenhäusern und Pflegeinrichtungen in Deutschland zusammen mit dem Institut für empirische Sozialkommunikation (I.E.S.K.) in Düsseldorf durchgeführt. Mit Blick auf das Alter der Trinkwasseanlagen und die damit im Zusammenhang stehende Leckagen haben sich einige kritische Befunde ergeben.

Das Bild zeigt eine Grafik zu den kritischen Befunden bei Trinkwasseranlagen in Health-Care-Einrichtungen.
Quelle: Partner für Wasser e.V
Kritische Befunde bei Trinkwasseranlagen in Health-Care-Einrichtungen.

Bei der Umfrage im September 2016 machten 309 Einrichtungen konkrete Angaben zu Alter, Zustand und Zwischenfällen ihrer Anlagen. Auch jüngere Trinkwasseranlagen hatten häufig Leckagen zu verzeichnen. Während bei den Krankenhäusern lediglich ein Drittel angab, überhaupt noch keine Leckagen gehabt zu haben, lag dieser Wert bei Pflegeeinrichtungen bei 45 Prozent. Entsprechende Audits wurden in Krankenhäusern bei lediglich 45 Prozent der befragten Einrichtungen durchgeführt. Hier wurde im Pflegebereich ein höherer Wert erreicht: 60 Prozent.

Während ein Drittel aller befragten Einrichtungen bei ihren Anlagen in den vergangenen zehn Jahren Leckagen zu verzeichnen hatten, gab es zwei Auffälligkeiten: Krankenhäuser waren häufiger betroffen als Pflegeeinrichtungen und beim Alter der Anlage gab es einen engen Zusammenhang mit der Fallzahl. Trinkwasseranlagen unter zehn Jahren hatten im Schnitt 1,3 Zwischenfälle pro Jahr zu verzeichnen. Bein Anlagen über 50 Jahre gab es bereits 5,8 Fälle.

„Hier wird ganz klar die Verbindung zwischen dem Alter einer Anlage und der Anfälligkeit für Leckagen deutlich“, sagt der PfW-Vorsitzende Joachim Stücke. „Die Partner für Wasser wollen die Betreiber der Anlagen sensibilisieren, hierauf genau zu schauen. Es ist natürlich wichtig, dass neue Anlagen optimal installiert und gewartet werden. Der Bestand überwiegt aber eindeutig und ihm muss ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Der Schutz der sich in Health-Care-Einrichtungen aufhaltenden Menschen muss für alle Beteiligten oberste Priorität haben. Dazu gehören unabdingbar optimal funktionierende Trinkwasserversorgungssysteme“, gibt sich Stücke überzeugt.

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