Gebäudeentwässerung: Welche Zukunft hat der betonierte Pumpensumpf?

Hebeanlagen zur Entwässerung zählen zu den wichtigsten Bestandteilen der gebäudetechnischen Ausstattung. Sie dienen dem Abtransport von Abwasser,...

...welches nicht im freien Gefälle in den Kanal geleitet werden kann. Darüber hinaus sichern sie die an das Abwassernetz angeschlossenen Flächen von Gebäuden (und Grundstücken) gegen die Folgen eines möglichen Rückstaus.

Zahlreiche Pumpen und Hebeanlagen werden in betonierten Pumpensümpfen eingesetzt – eine seit Langem im Markt gängige Technik, die bis heute bei vielen Bauvorhaben zum Einsatz kommt. Doch repräsentiert das Bewährte noch den Stand der Technik einer modernen Kellerentwässerung und welche Alternativen bieten sich für Bauunternehmer, Installateure und Auftraggeber? Fragestellungen, die im Folgenden beantwortet werden.

Pumpensümpfe: keine smarte Technik

Für den klassischen Pumpensumpf aus Beton spricht zunächst, dass es sich um ein ebenso bekanntes wie erprobtes System handelt. Dass das Bewährte allerdings nicht automatisch auch den aktuellen modernen Trend der Haustechnik widerspiegelt und automatisch für ein zukunftssicheres Rundum-sorglos-Paket steht, beweist eine Reihe von Nachteilen, die dem Nutzer in der Praxis mehr oder minder deutlich werden. Zum Beispiel ist ein klassischer Pumpensumpf nie geruchsdicht. Das zu bewältigende Volumen überschreitet häufig die Kapazität und verschwendet darüber hinaus viel Platz – feuchte Keller, Schimmelbildung, Ablagerungen und damit verbundene Geruchsemissionen können die Folge sein.

Weiterhin wird der optische Gesamteindruck durch aus dem Deckel ragende Druckleitungen und Elektrokabel getrübt. Eine zusätzliche Abdeckung ist obligatorisch. Zudem erschwert in manchen Fällen die Konstruktion des Schachtes die Wartung. Und perspektivisch ergibt sich durch die fehlende Beständigkeit (Korrosion, Undichtigkeiten durch Setzung etc.) über die Jahre unter Umständen ein hoher Nachsanierungsbedarf. Auch bei der Vor-Ort-Installation von Pumpensümpfen zeigen sich häufig Nachteile: Zur Einbringung oder Versetzung der schweren Betonteile wird oft ein Kran benötigt. Darüber hinaus ist eine genaue Abstimmung zwischen den Gewerken Rohbau und Sanitär erforderlich, wenn es zum Beispiel um die Bestimmung der Zulauftiefen geht. In der Gesamtbetrachtung der relevanten Gewerke ergibt sich für den Bauherrn somit ein nicht zu unterschätzender finanzieller Aufwand. Neben den reinen Materialkosten muss auch die gesamte Einbauzeit von Bauunternehmer, Installateur sowie Estrich- und Fliesenleger zugrundegelegt werden.

Integrierte Systemlösungen aus Kunststoff

Als Alternative zu Pumpensümpfen bietet der Markt integrierte Unterflur-Systemlösungen zum Einbau in die Bodenplatte aus einer Hand. Hier sind Steuerung, Pumpe, Behälter und Druckleitung in einer kompakten Einheit zusammengefasst. Die Anschlussleitungen werden genauso wie der Behälter schon im Rohbau in einem Gewerk miteinander verbaut und müssen nicht nachträglich angepasst und verlegt werden. Die Vorteile gegenüber dem klassischen Pumpensumpf sind dadurch die absolute Dichtheit im wasserundurchlässigen Beton sowie die geruchsdichte Realisierbarkeit mit geschlossenen Systemen. Somit ist jederzeit sichergestellt, dass alle zur Funktion notwendigen Komponenten aufeinander abgestimmt und spätere Funktionsstörungen minimiert sind.

Das geringe Gewicht sowie das kompakte und platzsparende Design sind dafür ebenso ein Beleg wie die Tatsache, dass keine Schalungsarbeiten notwendig sind. Durch die Verwendung von Kunststoff, der sowohl gegen häusliches Abwasser als auch gegen aggressive Medien wie Säuren und Basen hoch beständig ist, gehören Korrosionsprobleme, auch langfristig, der Vergangenheit an. Die Abdeckungen können variabel – befliesbar oder schwarz – ausgeführt werden und lassen sich somit optisch ansprechend in das Umfeld integrieren. Auch hinsichtlich Installation und Wartung sind die Systemlösungen denen der Betonpumpensümpfe oftmals überlegen. Sie sind in der Regel leicht zugänglich und einfach zu inspizieren. Der Kunststoff lässt sich überdies im Sinne von Sauberkeit und Hygiene leicht reinigen. Und auch in puncto Preis ist eine Systemlösung gegenüber dem Pumpensumpf oft eine attraktive Alternative.

Ein Beispiel für eine Systemlösung auf neuestem Stand der Technik ist die Hebeanlage „Aqualift S Compact“ der Kessel AG. Bei dieser platzsparenden Systemlösung wird die Pumpe im Behälter schallentkoppelt installiert – sie steht also nicht am Behälterboden auf. Zudem ermöglicht ein variables, höhenverstellbares Aufsatzsystem den Einsatz verschiedener Abdeckungen zur individuellen Anpassung. Damit können Kunden je nach Wunsch das Erscheinungsbild auf die jeweilige Einbausituation ausrichten. Besonderer Wert wurde auf eine unkomplizierte Installation und Wartung gelegt. So verfügt das neue System über einfache Anschlüsse für die entsprechenden Anschlussleitungen. Über das optionale Druckleitungsset (Zubehör) kann mittels Klickanschluss schnell und sicher eine Druckleitung angeschlossen werden. Des Weiteren verfügt das System über sogenannte Einhand-Schnellverschlüsse zur Entnahme und Montage der Pumpe sowie des integrierten Rückflussverhinderers. Die gesamte Wartung kann somit ohne den Einsatz von Werkzeugen erfolgen. Darüber hinaus gewährleistet die Tronic-Steuerung einen optimalen Pumpenbetrieb mit Display und SDS-System für die Selbstdiagnose.

Betonpumpensumpf oder unsichtbare Lösung?

In Abwägung verschiedener Systeme und Alternativen bleibt festzuhalten, dass Pumpensümpfe dem Wunsch der Betreiber nach einer kostengünstigen, unkomplizierten, verlässlichen und nachhaltigen Lösung nicht vollumfänglich entsprechen können. Bauunternehmer und installierendes Fachhandwerk sollten die klassische Betonpumpensumpf-Technik somit infrage stellen. Denn nicht immer liefert das vermeintlich Bewährte und Vertraute den zeitgemäßen Mehrwert. Alternativen können im Gegenzug Geld sparen und bauliche sowie funktionelle Probleme vermeiden. Integrierte Hebeanlagen als Systemlösungen bieten eine interessante Alternative, welche nicht nur den aktuellen Stand der Technik, sondern auch zukünftigen Anforderungen der Entwässerungstechnik gerecht wird.

Samstag, 02.01.2021