Baukosten in Bayern am höchsten

Aktueller Immobilien-Preisspiegel für 1.000 Städte (II)

Entgegen landläufiger Erwartungen steigen Mieten nicht stärker als die allgemeine Teuerung. Und die Baukosten sind in Bayern...

...um mehr als ein Viertel höher als im bundesweiten Durchschnitt – sagt der aktuelle Immobilienpreisspiegel der LBS. Baupreise und Mieten gehen durch die Decke – so schallt es nahezu unisono durch die Medien, wenn es um „bezahlbares Wohnen“ geht. Die Studie „Markt für Wohnimmobilien 2019“ (SanitärJournal berichtete hier) der Landesbausparkassen (LBS) zeichnet da ein etwas anderes Bild. So sind etwa die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in den letzten zehn Jahren erst steil angestiegen und dann bis 2015 wieder leicht gesunken (siehe Grafik). Seitdem allerdings kennen sie nur eine Richtung – wieder steil nach oben, zuletzt um 4,4 Prozent pro Jahr.

Entgegen der allgemeinen Empörung über raffzahnige „Immo-Haie“ steigen jedoch die Wohnungsmieten in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr als die allgemeine Teuerungsrate (siehe Grafik). Im letzten Jahr beispielsweise erhöhten sie sich um 1,6 Prozent (allgemeine Preissteigerung: 1,8 Prozent). Dieser bundesweite Durchschnittswert spiegelt allerdings nicht die teils gravierenden Steigerungen in gefragten Ballungsräumen wieder, insbesondere bei Neuvermietungen.

Driften steil steigende Baupreise und sich bislang moderat entwickelnde Wohnungsmieten weiter auseinander, ist zu vermuten, dass letztere über kurz oder lang deutlich nachziehen werden.

Starkes Nord-Süd-Gefälle bei Baukosten

Regional schwanken die Unterschiede der Baukosten im Neubau recht beträchtlich, so ein weiterer Befund des Immobilienspiegels der LBS. Die Spanne der Bauwerkskosten pro Quadratmeter bewegt sich zwischen 1.332 Euro in Sachsen-Anhalt und 2.093 Euro in Bayern – ein recht deutliches Nord-Süd-Gefälle. Durchschnittlich liegen die bayrischen Baukosten um mehr als ein Viertel höher als im Rest der Republik…

Liegt das an der hohen Nachfrage und ausgelasteten Kapazitäten? Das verneint Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer vom ZDH entschieden. In einem aktuellen Interview antwortet er auf die Frage, ob denn der Bau-Boom die Handwerksleistungen verteuere: „Es gibt keine Verknappungszuschläge. Aber manche Dienstleistungen sind teurer geworden, weil die deutlichen Lohnsteigerungen, spürbar steigende Energiekosten und Materialkosten natürlich einkalkuliert werden. Das alles erhöht die Preise.“

Fehlende Fachkräfte und die dadurch erreichte oder gar überschrittene Auslastung vieler bauhandwerklicher Unternehmen tun ein Übriges. Laut Wollseifer „haben 40 Prozent unserer Betriebe im vergangenen Jahr vergeblich versucht, neue Mitarbeiter zu bekommen. Sie haben einfach kein geeignetes Personal finden können.“

Wie auch immer: Zu den lagebedingt auseinander klaffenden Baulandpreisen addieren sich so noch die recht ausgeprägten regionalen Unterscheide in den Baukosten.

Freitag, 28.06.2019