Bad

Wo jeder gern zu Fuß hingeht…

Mittwoch, 21.09.2022

Japan zählt zu den saubersten Ländern der Welt. Selbst die öffentlichen Toiletten haben einen höheren Hygienestandard als andernorts.

Das Bild zeigt die Toilettenhäuschen im Nabeshima Shoto Park.
Quelle: TOTO LTD
Am Rande des Nabeshima Shoto Parks entstanden die fünf Toilettenhäuschen des bekannten Architekten Kengo Kuma. Auf unterschiedlichen Höhenniveaus und leicht zueinander versetzt, können die fünf Gebäude selbst wie ein kleiner Wald durchstreift werden.

Dennoch werden auch sie in Japan oft nur ungern genutzt, weil sie nach wie vor als dunkel, schmutzig und unheimlich gelten. Um diesem Vorurteil entgegenzuwirken, gestaltet die Stadtverwaltung von Shibuya, einer der 23 Stadtbezirke Tokios, in Zusammenarbeit mit der Nippon Foundation seit 2020 öffentliche Toilettenhäuser neu oder renoviert bestehende.

Die 17 kleinen Bauwerke werden von 16 renommierten Architekten und Gestaltern entworfen. In ihrem Fokus stehen eine moderne, einladende Architektur und eine hygienische und inklusive Sanitärausstattung, die auch Ausdruck der sogenannten Omotenashi-Kultur ist – die weltweit geschätzte japanische Gastfreundschaft, in diesem Fall auch Gastfreundschaft für den nächsten Nutzer.

Dank dem „THE TOKYO TOILET“-Project sollen Besucher zu jeder Tages- und Nachtzeit in den Genuss eines freundlichen und sauberen „stillen Örtchens“ kommen. TOTO, Japans führender Hersteller von Sanitärkeramik, unterstützte die kreativen Köpfe des Projekts bei der Entwicklung von Lösungen, die die Benutzung einer öffentlichen Toilette sicher, einfach und hygienisch machen. Wichtig war dabei eine möglichst inklusive Nutzung: die öffentlichen Toiletten sollen von allen Menschen zu jeder Zeit bequem und sicher genutzt werden können, unabhängig von Geschlecht, Alter oder körperlicher Beeinträchtigung. Dazu zählt auch ein möglichst hoher hygienischer Standard mit entsprechenden Produkten und entsprechend regelmäßiger Reinigung.

Die 2021 fertiggestellten Toiletten wurden von weltberühmten Architekten und Gestaltern wie Toyo Ito und Kengo Kuma entworfen. Das SanitärJournal stellt zwei dieser außergewöhnlichen Projekte vor:

Ein Waldspaziergang mit Kengo Kuma

Das Bild zeigt einen öffentlichen Sanitärraum.
Quelle: TOTO LTD
Wie bei vielen Toiletten des THE TOKYO TOILET Project setzt auch Kengo Kuma auf Räume für unterschiedliche Anforderungen – kindgerecht, barrierefrei, für ältere Menschen –, anstatt klassisch nach Geschlechtern zu sortieren.

Wenige Gehminuten entfernt vom Bahnhof Shinsen liegt der grüne Nabeshima Shoto Park, umgeben von einer ruhigen Wohngegend und Galerien. Am Rande des Parks entstanden die fünf Toilettenhäuschen des bekannten Architekten Kengo Kuma. Auf unterschiedlichen Höhenniveaus und leicht zueinander versetzt, können die fünf Gebäude selbst wie ein kleiner Wald durchstreift werden. Verstärkt wird das Bild noch von den unregelmäßigen Fassadenverkleidungen aus Zedernholz.

Auch im Innenraum überrascht der Einsatz von rohem Schnittholz. Wie bei vielen Toiletten des „THE TOKYO TOILET“-Project setzt auch Kengo Kuma auf Räume für unterschiedliche Anforderungen – kindgerecht, barrierefrei, für ältere Menschen –, anstatt klassisch nach Geschlechtern zu sortieren. Sie ist eine weitere innovative Toilettenanlage, die das Zeitalter der Vielfalt symbolisiert. Besonders geeignet ist die Toilette für Kinder, die mit einem speziellen Toilettenset für Kleinkinder ausgestattet ist, inklusive Urinal und Waschbecken auf kindgerechter Höhe.

„Sag Hallo“ – Schwebende Kugel mit Sprachsteuerung

Das Bilsd zeigt einen Sanitärraum, der wie eine weiße Halbkugel aussieht.
Quelle: TOTO LTD
Wie eine strahlend weiße Halbkugel landete das Projekt von Kazoo Sato an der Seventh Street im Nanago Dori Park.

Wie eine strahlend weiße Halbkugel landete das Projekt von Kazoo Sato an der Seventh Street im Nanago Dori Park. Die Schalenkonstruktion der Kugel ist leicht abgesetzt vom Boden und scheint zu schweben. Kazoo Sato, ein medienübergreifend arbeitender und mehrfach ausgezeichneten japanischer Kreativkopf, entwickelte für das Projekt eine Sprachsteuerung, sodass die Tür, das Washlet und die Waschtischarmatur rein über Sprachbefehle bedient werden können. So müssen die Gäste bei der Benutzung der „Hi Toilet“ nichts anfassen – hygienischer lässt sich eine öffentliche Toilette kaum planen.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass mal etwas defekt wäre, wurde jedoch darauf geachtet, dass alle Elemente auch klassisch bedient werden kann. Damit die Kugel ihre weiße Oberfläche möglichst lange behält, wurde für ihre Außenbeschichtung ein photokatalytischer Lack verwendet, der Schmutz mit Hilfe von Sonnenlicht zersetzt. Die Kugel wurde zudem so konstruiert, dass die Frischluft am Sockel zugeführt wird und entlang der Kuppel zirkuliert, womit eine effiziente Belüftung erreicht wird. Die reinweiße Kugel, die im August 2021 eröffnet wurde, ist bereits ein Wahrzeichen der Gegend.

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