Wie wichtig ist BIM für SHK-Unternehmen?

Bald 75 Prozent aller Bauvorhaben nach BIM

In der SHK-Branche herrscht ein starkes BIM-Nutzungs-Gefälle vom Hersteller über den Planer zum Handwerker. BIM-Muffel unter den SHK-Installateuren werden mittelfristig abgehängt, so das Fazit einer brisanten Studie des ZVSHK.

Das Bild zeigt eine Umfrage-Grafik.
Quelle: USP Marketing Consultancy BV
BIM oder nicht BIM: So sehen das die europäischen SHK-Installateure.

BIM – Building Information Modeling, deutsch: Bauwerksdatenmodellierung – ist ein Megatrend im Bauwesen, der offensichtlich noch nicht beim SHK-Handwerk angekommen ist. Das legt jedenfalls eine aktuelle Studie des Verbandes ZVSHK nahe. Demnach ist die gesamte SHK-Branche bislang höchst unterschiedlich von BIM durchdrungen: Während nahezu die Hälfte der Hersteller bereits BIM-Daten zur Verfügung stellt und mehr als ein Drittel der Architekten und Planer schon heute BIM einsetzt, arbeiten aktuell lediglich fünf Prozent der SHK-Handwerksbetriebe mit BIM…

„Das wird sich schneller ändern, als viele heute denken“, urteilt Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK: „Immer mehr Auftraggeber werden auf BIM setzen, denn Vergleiche machen deutlich: Die Nutzung von BIM könne die Gesamtkosten im Lebenszyklus eines Gebäudes um bis zu 30 Prozent reduzieren.“ Deshalb werden neben dem öffentlichen Bereich auch große gewerbliche Investoren BIM einfordern. Bis 2013 werden so 75 Prozent aller Bauvorhaben nach BIM umgesetzt werden, so ein Fazit der Studie. Für BIM-verweigernde SHK-Unternehmen bedeute das zwangsläufig den Rückzug in Teilsegmente des Marktes wie den privaten Wohnbau sowie Renovierungen und Reparaturen.

Künftige Rollenverteilung in der SHK-Branche

Für jede der drei Gruppen in der Branche haben die Autoren der Studie ein künftiges Rollenverständnis ausgearbeitet: „Die Hersteller werden zum ‚Datenlieferanten‘ und stellen die relevanten Daten in passender Qualität und Struktur für die jeweilige Zielgruppe bereit. Die Architekten als ‚Gatekeeper‘ halten den Planungsprozess für alle Teilnehmer entlang der Wertschöpfung offen und fordern auf beiden Seiten datenbasierte Kommunikationsprozesse ein. Die Handwerker werden zum ‚Anwender‘. Sie erweitern ihr Verständnis der Nutzung durchgängiger Daten sowie für die eigenen Betriebsprozesse und integrieren die notwendige Software in ihren Arbeitsalltag.“

Mit ihrer „BIM-Allergie“ stehen die deutschen SHK-Handwerker allerdings nicht alleine da, im Vergleich zu den europäischen Kollegen. Vor allem mit den Briten sind sich mehr als die Hälfte einig: SHK-Installateure brauchen nicht mit BIM zu arbeiten (siehe Grafik). Nur in Frankreich und den Niederlanden machen die Kollegen andere Erfahrungen…

Das Bild zeigt eine Info-Grafik.
Quelle: ZVSHK
Je mehr Mitarbeiter ein SHK-Unternehmen hat, desto häufiger wird es mit BIM konfrontiert.

Weiterführende Informationen: http://www.zvshk.de

Mittwoch, 12.12.2018