Wermutstropfen im Champagner

Wie läuft es bei den Planern?

Die aktuelle wirtschaftliche Situation planender und beratender Ingenieure ist hervorragend. Allerdings beginnen gewisse Faktoren, den Erfolg zu trüben. Steigenden Umsätzen stehen sinkende Erträge gegenüber.

So sieht eine Boom-Branche aus: Steigende Umsätze, die Lage so gut wie noch nie, und 93 Prozent der Befragten schätzen ihre wirtschaftliche Lage als gut bis sehr gut ein. Der aktuelle Auftragsbestand liegt bei durchschnittlich neun Monaten. Da fällt das Klagen schwer - sollte man meinen, bei den Ingenieuren.

Das sieht recht gut aus – auf den ersten Blick: Über 93 Prozent der Ingenieure beurteilen ihre Situation mit gut und sehr gut.
Quelle: VBI
Das sieht recht gut aus – auf den ersten Blick: Über 93 Prozent der Ingenieure beurteilen ihre Situation mit gut und sehr gut.

Der strahlend-blaue Himmel der planenden und beratenden Ingenieure trübt sich derzeit aber wohl ein. Eine dunkle Wolke zeigt sich in Form einer sinkenden Umsatzrendite. Die verringerte sich von knapp 15 Prozent in 2016 auf 11 Prozent im letzten Jahr. Das sind fast vier Prozentpunkte…

„Ein Grund für diese Entwicklung dürften in vielen Unternehmen Investitionen in die eigenen Mitarbeiter sein“, erläutert der Präsident des Verbandes beratender Ingenieure (VBI), Dr. Volker Cornelius. „In den letzten Jahren haben sich nicht nur die Einstiegsgehälter für junge Ingenieure spürbar erhöht“, so Cornelius, „sondern die Kosten für Personal und Mitarbeiterbindung insgesamt.“ Ursache dafür sei die verstärkte Nachfrage nach Ingenieurleistungen. So konkurrierten inzwischen Bauindustrie und –gewerbe mit den Büros um junge Ingenieure. Auch der Öffentliche Dienst und die Bahn AG stellten wieder vermehrt (Nachwuchs-) Ingenieure ein.

Gute Leute schwer zu kriegen

Immer schwieriger gestalte sich auch die Personalbeschaffung: Drei Viertel der Mitglieder des VBI geben an, vakante Ingenieurstellen nicht schnell und qualifiziert besetzen zu können.

Interessantes offenbart die Frage nach der Zahlungsmoral der Auftraggeber: Die Öffentlichen zahlen zu 58 Prozent fristgerecht und zu knapp 30 Prozent verzögert. Bei den privaten scheint die Moral besser. Fast Dreiviertel begleichen ihre Rechnungen fristgerecht, nur 17 Prozent zahlen verzögert.

Der VBI wollte auch wissen, was die Ingenieure von digitalen Planungsmethoden wie BIM erwarten.

  • Bessere Kooperation aller Beteiligten: 34 Prozent.

  • Sinkende Fehlerquoten: 26 Prozent.

  • Planungsbeschleunigung: 10 Prozent.

  • Sinkende Kosten: 4 Prozent.

Digitale Planung: Nur vier Prozent der befragten Ingenieure erwarten von BIM sinkende Kosten.
Quelle: Martin
Digitale Planung: Nur vier Prozent der befragten Ingenieure erwarten von BIM sinkende Kosten.

Mittwoch, 21.02.2018