Weichwasseranlage als künftiger Standard in Trinkwasser-Installation

Etwa 123 Liter Trinkwasser werden hierzulande jeden Tag pro Kopf verbraucht [1], wenn auch nur etwa 5 Prozent tatsächlich für Essen und Trinken. Dass die lokalen Wasserqualitäten trotzdem immer stärker...

...in den Fokus geraten und zunehmend über Weichwasseranlagen vor Ort „nachjustiert“ werden müssen, hat also weniger geschmackliche denn handfeste technische Gründe, beispielsweise den störungsfreien Betrieb hoch effizienter Wärmeerzeuger. Nicht zuletzt durch den Klimawandel, mit in der Folge häufiger verschnittenen (Roh-)Wässern auf Versorgerseite, wird sich die Situation verschärfen und der Einsatz von „intelligenten“ Weich-wasseranlagen auch zum Schutz der Hausinstallation zum Standard in der Technischen Gebäudeausrüstung.

Weichwasser ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens für die Nutzer, beispielsweise beim Baden, sondern mittlerweile häufig existenziell für die Langzeitbeständigkeit von Trinkwasser-Installationen.
Quelle: Andrea Piacquadio / Pexels
Weichwasser ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens für die Nutzer, beispielsweise beim Baden, sondern mittlerweile häufig existenziell für die Langzeitbeständigkeit von Trinkwasser-Installationen.

Trotz der vergleichsweise trockenen Sommer seit 2014 und signifikanten Dürreperioden in einzelnen Regionen [2] gibt es in Deutschland bislang keinen Wasserstress: Mit 12,8 Prozent liegt die tatsächliche Wasserentnahme noch deutlich unter dem Schwellwert von 20 Prozent des langjährigen mittleren Wasserdargebots [1]. Allerdings ist die Verfügbarkeit regional extrem unterschiedlich.

Gleiches gilt für die Wasserqualitäten: Natürlicherweise muss hierzulande beispielsweise mit einer durchschnittlichen Schwankungsbreite in der speziellen Wasserhärte von etwa 5,8 °dH in Bonn über 10,3 °dH in Dresden bis 19,5 °dH in Berlin gerechnet werden – bei einem empfohlenen Rahmen von 7 bis 9 °dH. Lokale Ausreißer sind aber auch Werte von unter 2 °dH oder, vor allem in stark landwirtschaftlich genutzten Gebieten, von bis zu 40 °dH und mehr. Dies ist in der Regel ein Ergebnis zu hoher Düngung, also einer übermäßigen Nitrat-Belastung (s. Extra Info).

Auf jedes dieser Ereignisse, isoliert betrachtet, kann sich der Fachplaner bzw. Fachhandwerker über die standardmäßige Anforderung einer Wasseranalyse beim lokalen Versorger einstellen, bevor er die Auslegung einer Trinkwasser-Installation in Angriff nimmt. In Regionen mit einer Wasserhärte > 8,4 °dH gehört dazu dann auch gemäß DIN 1988-200, Abschnitt 12.3.2, die empfohlene Installation einer Enthärtungsanlage als Maßnahme zur Vermeidung von Steinbildung. Sich allein auf dieses Regelwerk zurückzuziehen, greift in der Praxis aber zu kurz. Durch die zunehmenden Dürreperioden gehen beispielsweise Wasserversorgungsunternehmen zunehmend dazu über, zur Absicherung der Trinkwasser-Versorgung neue Verbundstrukturen mit anderen Wasserwerken zu schaffen. Exemplarisch dafür stehen die Wasserwerke Paderborn, die ein betriebsgeführtes Wasserwerk zur Versorgung zweier Stadtteile über eine neue Verbundleitung in DN 250 entlasteten. Allerdings mit beträchtlichen Auswirkungen für die Verbraucher, denn anstelle der Härtebereichsstufe 1 hatte das Wasser aus Paderborn 14,2 °dH, war also dem Härtebereich 3 zuzuordnen [3]. Als Lösung wurde hier eine Mischstation gebaut, in der die beiden Wässer kontrolliert zusammengeführt und entsprechend „verschnitten“ werden, um im Härtebereich 1 zu bleiben. Da es sich hier um eine kontrollierte Vorgehensweise handelte, war die Verbundversorgung für die Trinkwasser-Installationen im „Anschlussgebiet“ ohne Folgen. Grundwasser aber ist bekanntermaßen ein träges Medium, so dass sich Rohwasserveränderungen durch Nitratbelastung mit entsprechender Härteveränderung durchaus erst nach Jahrzehnten ergeben können [4]. Dies gilt umso mehr, als auch die Versorgungsunternehmen natürlich dem Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) unterliegen und ein kurzfristig wirksames Indizieren des Rohwassers zur Absenkung der Wasserhärte nur innerhalb sehr enger Grenzen zulässig und möglich ist [5].

Quelle: SYR
Gerade in Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeobjekten sind präzise ausgelegte Weichwasseranlagen mit dokumentiertem Betrieb eine Frage der Wirtschaftlichkeit und der Sicherheit. Systeme wie „LEX 1500 Connect“-Einzel- und Doppelenthärtungs- oder -Pendelanlagen können optimal an den individuellen Bedarfen ausgerichtet werden. Durch die „SYR Connect“-Technologie sind Steuerung und Überwachung deutlich vereinfacht.

Mehr als „Kosmetik“

Weichwasseranlagen nach dem Ionentauschverfahren sind eine hoch wirksame Möglichkeit, sich gegen die Folgen derartiger Veränderungen in den Wasserqualitäten nachhaltig zu schützen. Durch die integrierte Elektronik wird, in Verbindung mit entsprechender Sensorik, gewährleistet, dass auch bei nur kurzzeitig auftretenden Schwankungen in der Wasserhärte der gewünschte Weichwasserwert – am Ventil der externen Verschneide- und Umgehungseinheit voreingestellt auf beispielsweise 8 °dH – nicht mehr überschritten wird.

Dienstag, 02.03.2021

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