VDS-Mitgliederversammlung: Konzentration nach Zäsur

Neuer Vorstand - Dornbracht übergibt an Pahl

Die Sicherung der Verbandsexistenz, Neuwahlen und aktuelle Marktdaten waren die Themen der virtuell durchgeführten Mitgliederversammlung der VDS.

Das Bild zeigt den neuen Vorstand der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS): Thilo C. Pahl (Vorsitzender), Michael Hilpert (stv. Vorsitzender), Dr. Rolf-Eugen König und Dr. Klaus-Dieter Gloe.
Quelle: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)
Der neue Vorstand der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) erhielt von der Mitgliederversammlung ein einstimmiges Vertrauensvotum bis 2024. Wie es heißt, übernahm er das Ehrenamt in einer besonderen, letztlich von Corona ausgelösten Situation. Den Herausforderungen stellen sich von links oben nach rechts unten: Thilo C. Pahl (Vorsitzender), Michael Hilpert (stv. Vorsitzender), Dr. Rolf-Eugen König und Dr. Klaus-Dieter Gloe.

Laut Andreas Dornbracht stellt(e) die Absage der „physischen ISH 2021“ den Verband vor „elementare Probleme“. Wie der scheidende Vorsitzende erklärte, finanziert sich die VDS bzw. die ihr zugeordnete GmbH fast ausschließlich aus Messeerlösen, die nun komplett wegfielen. Deshalb habe sich der Vorstand für ein „radikales Sparprogramm“ entschieden. Zugleich halte er es für unerlässlich, die Existenz der Institution „VDS“ zu sichern, deren Tätigkeit in der Branche „hoch geschätzt“ werde. Es gehe vor allem darum, die systematische und nachweisbar effiziente PR- und Öffentlichkeitsarbeit auch künftig zu gewährleisten. Denn: „Gerade in der Kommunikation sind einmal verlorene Positionen nur schwer wiederzugewinnen.“

Im Rahmen der Möglichkeiten werde man sich nach Kräften bemühen, der „ISH 2021 digital“ zum Erfolg zu verhelfen. Dazu trage u. a. die bereits seit langem bewusst virtuell angelegte Plattform „Pop up my bathroom“ konkret bei. Unabhängig davon bleibe abzuwarten, ob das von der Messegesellschaft entwickelte Konzept auf die gewünschte Akzeptanz in der Branche sowie speziell bei den Kern-Zielgruppen Handwerk, Handel, Architekten und Planer stoße. Dazu bedarf es nicht zuletzt der nötigen Geschlossenheit, hieß es aus dem Mitgliederkreis. Es gebe den gemeinsamen Willen, die Marke „ISH“ zu stärken. Gerade deshalb sei es wichtig, die Fachkompetenz der Verbände bei der Weiterentwicklung der Leitmesse mehr als bisher zu nutzen.

Neue (positive) Zahlen

Nach den jüngsten Marktdaten des B+L-Institutes kamen die Haus- und Gebäudetechnik im Allgemeinen und die Sanitärbranche im Besonderen bisher gut durch die Pandemie und bestätigten damit erneut ihre Krisenresistenz. Treffen die Prognosen zu, wächst der gesamte Wirtschaftsbereich auch 2020 um knapp 3 Prozent auf ein Umsatzvolumen von 62,6 Milliarden Euro. Dabei schneide der Heizungssektor mit einem Plus von 3,6 Prozent besser ab als die Sanitärseite, die um 1,7 Prozent zulege. Damit steige ihr Umsatz auf etwa 24,2 Milliarden Euro. Dahinter verberge sich jedoch eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Während der Inlandsumsatz um rund 3 Prozent klettern soll, sei im Ausland ein Minus von gut 4 Prozent zu befürchten. Eine Tendenz, der die Vertreter der einzelnen Vertriebsstufen während der virtuellen Veranstaltung zustimmten. Was 2021 bringe, hänge nicht zuletzt von dem weiteren Covid-19-Verlauf ab.

Für 2019 stehe in der Sanitärbranche ein konsolidierter Gesamtumsatz von 23,8 Milliarden Euro zu Buche. Auf das Inland entfielen danach 19,9 Milliarden Euro (plus 2 Prozent) und auf das Ausland 3,9 Milliarden Euro (plus 4,2 Prozent). Generell profitiere der Wirtschaftszweig von der hohen Nachfrage nach barrierefreien Bädern und gestiegenen Sanierungsbudgets im Zuge des Wohnbad-Trends. Bei der Vorstellung der Zahlen wies Verbandsgeschäftsführer Jens J. Wischmann darauf hin, dass die von B+L ermittelten Werte aufgrund eines „anderen Untersuchungsansatzes“ mit den Resultaten der früheren ifo-Erhebungen praktisch nicht vergleichbar seien.

„Vielleicht schönstes Ehrenamt der Branche“

Abschließender Punkt auf der Agenda waren die – vorab schriftlich durchgeführten – turnusmäßigen Wahlen von Vorstand und PR- und Marketing-Ausschuss. Ihre Resultate sichern den Angaben zufolge bei der Dachorganisation weiter ein „hohes Maß“ an personeller und fachlicher Kompetenz.

Ein gerade derzeit wichtiges Signal sei die Einstimmigkeit der Wahl des vierköpfigen Vorstandes für die nächste Periode bis 2024. Neuer Vorsitzender ist Thilo C. Pahl, der in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des IndustrieForum Sanitär (IFS) Andreas Dornbracht turnusgemäß ablöst, der im Übrigen nach 15-jähriger Tätigkeit im VDS-Vorstand ausschied. „Das ändert aber nichts an meiner bleibenden Verbundenheit mit der Branche“, betonte er. Pahl würdigte die Verdienste seines Vorgängers, dessen hohes Engagement man vermissen werde und der als „Kämpfer für die Branche“ eine große Lücke hinterlasse.

Montag, 30.11.2020

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