Stirbt die Quietscheente bald aus?

Lustige Badeutensilien sind wahre Keimschleudern

Montag, 14.05.2018

Gehört das Quietscheentchen bald zur bedrohten Tierart? Wird es auf Nimmerwiedersehen aus unseren Badewannen verbannt? Dieses Horrorszenario ist durchaus nicht von der Hand zu weisen, denn Forscher aus der Schweiz und den USA legten jetzt erschreckende Fakten über das Federvieh aus Plastik offen. Fakten, die das fröhliche Badeutensil zum „hässlichen Entlein“ mutieren lassen. Wobei hässlich an dieser Stelle nicht ganz richtig ist: schmuddelig trifft es wohl eher.

Denn in acht von zehn Badeentchen stecken potenziell krankmachende Keime. Diese erschreckende Zahl ist das Ergebnis der aktuellen Studie, die am 27. März 2018 im Fachjournal "Biofilms and Microbiomes" veröffentlicht wurde, und in der die Keime in und an den beliebten Quietscheentchen mal genauestens unter die Lupe genommen wurden. Immerhin verbringt das gelbe Plastikentchen nahezu sein ganzes Leben Seite an Seite mit dem Menschen in der Badewanne - und trotzdem wird es nicht sauber, selbst im reinen Trinkwasser nicht! Ganz im Gegenteil. Laut Studie outen sich die Entchen sogar als wahre Keimschleudern.

Sind die Tage des Quietscheentchens bald gezählt? Eine aktuelle Studie liefert erschreckende Ergebnisse.
Quelle: iStockphoto
Sind die Tage des Quietscheentchens bald gezählt? Eine aktuelle Studie liefert erschreckende Ergebnisse.

Nährboden für Keime und Pilzsporen

Insgesamt – so zeigte sich - tummelten sich in sage und schreibe 80 Prozent der untersuchten Quietscheentchen potenziell krankheitserregende Bakterien. Und damit nicht genug, in 60 Prozent fanden sich sogar Pilzsporen. Die Wissenschaftler der ETH Zürich und der Universität von Illinois analysierten das Innere sowohl gebrauchter als auch neuer Badeenten.

Um die Keimentwicklung zu beobachten, durfte ein Teil der neuen Entchen elf Wochen lang in sauberem Trinkwasser schwimmen. Der andere Teil der unbenutzten Badespielzeuge verbrachte die Zeit in benutztem Badewasser.

Das Resultat des Tests: Menschliche Hautschuppen, Schweiß und Seifenreste im Wasser lieferten ideale Bedingungen für das Bakterienwachstum. Kein Wunder, dass die gelben Plastiktierchen beim langen Baden nicht sauber blieben. Doch auch in den hohlen Bäuchen der Entchen aus dem sauberen Wasser steckten Keime. Denn der weiche Kunststoff biete auch ohne Schmutzwasser einen Nährboden für Pilze und Bakterien, heißt es in der Studie.

Was sollte man mit dieser neuen Erkenntnis aber tun? Die Schmuddeltierchen ganz aus der Wanne verbannen? Soweit gehen die schweizerischen und amerikanischen Wissenschaftler nicht. Allerdings fordern sie strengere Vorschriften für Materialien, aus denen Badespielzeug hergestellt wird. Denn die gelben Quietscheentchen bestehen häufig aus minderwertigen Polymeren, die sehr anfällig für Keime sind.

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