RWC bündelt Marken zum griffigen Player in der Installationstechnik

Markt-Umfeld

„Make America great again“ – was der US-amerikanische Präsident zur ersten Regentschaftsrunde als Claim aus­gegeben hat, gilt in der Haus- und Installationstechnik tendentiell eher nicht. Zumindest nicht, wenn die Akzentuierung auf „again“ liegt. Aber ohne den Zusatz, das soll laufen, sagt zumindest der Mehrmarken-Anbieter RWC.

Der hat auf dem Weg zum global agierenden, vernetzten Haustechnik-Anbieter seine diversen Marken jetzt im ersten Schritt erkennbar unter RWC als neue Markenidentität zusammengeführt: SharkBite, JG Speedfit, Reliance Valves, John Guest und StreamLabs – dem Fachmann und langjährigen Begleiter der SHK-Branche sind sie keine Unbekannten. Und sollen jetzt zur neuen Größe erstarken, mit ihrem nach eigener Einschätzung konkurrenzlosen Produktportfolio für Heizung und Sanitär, im Fokus Rohrleitungssysteme, Armaturen, (Steck)Verbinder und Smart Home Technologien.

Da positioniert sich jemand als kraftvoller Komplettanbieter in der Installationstechnik: die Marke RWC als Grafik aus „haus­gemachten“ Produkten…
Quelle: RWC
Da positioniert sich jemand als kraftvoller Komplettanbieter in der Installationstechnik: die Marke RWC als Grafik aus „haus­gemachten“ Produkten…

Das erklärte Ziel dahinter: Neben den beiden „Platzhirschen“ am Markt der Installationstechnik der Lösungsanbieter in der Nische zu werden, der als „alternativ“ wahrgenommen wird – mit einem Komplettprogramm aus einer Hand.

Von den etwa 2.300 RWC-Mitarbeitern weltweit arbeiten dafür rund 40 in Deutschland, von Bielefeld aus. Was es, entgegen der landläufigen Legende, ja tatsächlich gibt – und damit jetzt eben auch einen weiteren Wettbewerber in einem Markt, der aufgrund seiner hohen technologischen Ansprüche als einer der am weitest entwickelten und zugleich härtesten weltweit gilt. Was natürlich auch RWC weiß, wie Gruppen-CEO Heath Sharp und EMEA-CEO Edwin de Wolf freimütig im Gespräch mit dem SanitärJournal einräumen: „Gerade deswegen ist es uns aber wichtig, mit unserer Zielansprache in der Nische der jungen Installateure zu starten und ihnen über entsprechende Schulungen die Vorteile unseres Systemverbunds unter dem Markendach RWC nahe zu bringen.“ Und die liegen eben in dem relativ umfassenden Portfolio, vor allem aber in der einfachen und damit wirtschaftlichen Verarbeitung speziell der bekannten Steckverbinder: Das ist das „Sharkbite“-Steck­system aus Messing für Heizungs- und Sanitäranwendungen sowie im selben Einsatzbereich für die Kunststofffreunde die vor fast 50 Jahren eingeführte Push-to-Connect-Technologie von JG (= John Guest; 2018 von RWC akquiriert) „Speedfit“, gerne in Verbindung mit dem hochflexiblen JG „Layflat“-Rohr sowie einer ebenfalls neuen JG „Aura“-Heizungssteuerung.

Ein weiterer Schwerpunkt stellen folgerichtig Ventile dar – Absperr-, Misch-, Temperatur- und Thermostatmischventile unter den Marken „CashAcme“ und „RMC Reliance Valves“. Wir sind, sagt RWC dazu selbstbewusst, der weltweit größte Hersteller von temperaturgesteuerten Ventilen und Mischventilen, mit dem Pfund müsse sich also eigentlich doch auch im europäischen Markt im Allgemeinen und im deutschen im Besonderen wuchern lassen.

„Optimise“ steht eher zufällig auf dem Display, könnte aber genauso das Handlungsmotto von RWC-CEO Heath Sharp sein: die Einzelmarken bündeln, den Markenauftritt von RWC spitz konzentrieren und die Gruppe dann als Problemlöser gegenüber dem Fachhandwerker positionieren…
Quelle: Martin
„Optimise“ steht eher zufällig auf dem Display, könnte aber genauso das Handlungsmotto von RWC-CEO Heath Sharp sein: die Einzelmarken bündeln, den Markenauftritt von RWC spitz konzentrieren und die Gruppe dann als Problemlöser gegenüber dem Fachhandwerker positionieren…

Die genormten Standards einzuhalten, sei dabei das geringste Problem. Die Fittinge und das Rohr beispielsweise kämen eh aus dem europäischen Ausland, aus Spanien und Großbritannien, und die Ventiltechnik sei zwar aus Down Under, aus Australien – aber finde ebenfalls schon seit vielen Jahren hierzulande ihre zufriedenen Abnehmer. Insofern gebe es nicht nur die notwendigen Qualitätsstandards, sondern auch die Erfahrung, diese im Volumengeschäft abzusichern, um jetzt im nächsten Schritt sukzessive den Vertrieb auszubauen – die Distribution ist für RWC aktuell die wohl größte Herausforderung.

Ein starker Auftritt, getragen vom Kunststoffrohr und den passenden Steckfittings, zeichnet die neue Marke RWC aus.
Quelle: RWC
Ein starker Auftritt, getragen vom Kunststoffrohr und den passenden Steckfittings, zeichnet die neue Marke RWC aus.

Das zu ändern, dazu fiel auf der Weltleitmesse ISH in Frankfurt am Main vor wenigen Monaten der Startschuss – die Perspektive zur erfolgreichen Umsetzung reicht nach Angaben von CEO Sharp zunächst einmal über fünf Jahre. Der dabei ausgestrahlte Optimismus fußt auf solidem Zahlenmaterial, schließlich sei man als RWC vor rund 17 Jahren mit 10 Millionen US-Dollar Umsatz gestartet, heute liege derselbe schon bei 770 Millionen. Der nächste nennenswerte Wachstumsschub wird jetzt also augenscheinlich aus dem europäischen Markt erwartet.

Man darf gespannt sein. Der „Aufschlag“ zum Auftakt auf der ISH zumindest war schon mal ebenso professionell wie selbstbewusst wie „great“. Jetzt gilt es nur noch, getreulich im dreistufigen Vertriebsweg die Handwerker im Lande zu überzeugen… rwc.com

Montag, 26.08.2019