Rettet die Azubis!

Auch jetzt gilt: Fachkräftesicherung durch eigene Ausbildung

Der ZDH fordert: Eine berufliche Ausbildung muss über die Krisenphase hinweg weiter stattfinden!

Das Bild zeigt die Logos der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung.
Quelle: Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung
Die Spitzen der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt analysiert und im Rahmen einer gemeinsamen Erklärung Maßnahmen vereinbart, um Auszubildende und Betriebe vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gleichermaßen zu unterstützen.

Wie sieht während der Corona-Pandemie eigentlich die aktuelle Lage für Aus- und Weiterbildende auf dem Arbeitsmarkt aus? Welche Maßnahmen können vereinbart werden, um Auszubildende und Betriebe in dieser harten Zeit zu unterstützen? Fragen wie diese standen jetzt auf der Agenda der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung – und wurden jüngst vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kommentiert:

„Das Handwerk setzt auch in dieser schwierigen Krisensituation auf Fachkräftesicherung durch eigene Ausbildung. Mit Blick auf das Ausbildungsjahr 20/21 muss vor dem Hintergrund einer großen Verunsicherung bei Unternehmen wie potenziellen Auszubildenden jetzt gehandelt werden, damit es nicht zu coronabedingten Verwerfungen auf dem Ausbildungsmarkt kommt“, erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH dazu. „Nach einer Umfrage im April unter Handwerksbetrieben beabsichtigen zwar rund 42 Prozent der befragten Betriebe, ihr Ausbildungsengagement auf gleichem oder höherem Niveau fortzusetzen. Allerdings sagen aber auch 25 Prozent der befragten Betriebe, dass sie im Herbst weniger Ausbildungsplätze anbieten wollen.“

Um die Verunsicherung der Ausbildungsbetriebe zu minimieren und eine Entscheidung zugunsten von betrieblichen Ausbildungsangeboten zu stimulieren, habe die Allianz für Aus- und Weiterbildung mit ihrem Treffen einen positiven Impuls gesetzt. Es sei zu hoffen, dass mit den verabredeten Maßnahmen dazu beigetragen werden kann, das Ausbildungsengagement von Unternehmen und Handwerksbetrieben zu stabilisieren.

Schwannecke: „Aktuell müssen wir jetzt zeitnah das Matching am Ausbildungsmarkt in den Fokus nehmen. Die Allianzpartner setzen sich deshalb dafür ein, dass die Berufsorientierungsmaßnahmen in den Schulen möglichst zeitnah in Abstimmung mit den Partnern vor Ort und ergänzend in digitalen Formaten nachgeholt werden. Denn aufgrund der Schulschließungen und Kontakteinschränkungen sind Berufsorientierungsmaßnahmen und Ausbildungsmessen ausgefallen. Damit fehlen Schulabsolventinnen und -absolventen entscheidende Kenntnisse des Angebots an Ausbildungsberufen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Kontakt zwischen Betrieben und Bewerbern deutlich eingeschränkt ist, Schulpraktika abgesagt wurden.“

Ein richtiges Zeichen, das zugleich motivierend und stabilisierend wirken dürfte, sei es, dass Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Betrieben in ein Ausbildungsverhältnis übernehmen, befristet bis Ende 2020 eine Übernahmeprämie erhalten sollen. Sofern sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt verschärfen sollte, sei ein befristetes Programm geplant, das Betrieben die Möglichkeit bietet, Teile der Ausbildung an überbetriebliche Bildungsstätten zu übertragen.

Donnerstag, 04.06.2020