„Smart Home muss bei hohem Kundennutzen einfacher werden!“

Das „Smart Home“ hat bei weitem noch nicht die Marktdurchdringung gefunden, die technisch möglich und machbar wäre.

Die Ursache dafür sind vor allem zwei Gründe, sagen Verkaufsleiter Tobias Ramrath und Technischer Leiter Stefan Leusch, die bei dem mittelständischen Hersteller SYR Sasserath das „smarte“ Produktprogramm „SYR Connect“ verantworten: Zum einen die Vielzahl technisch isolierter Insellösungen, und zum anderen die hohen Eintrittsbarrieren für den Fachhandwerker als Absatzmittler gegenüber dem Endkunden.

Das Thema „Smart Home“ hat eine lange Geschichte. Schon 1922 gab es den Kurzfilm „The Electric House“, in dem parallel zur Elektrifizierung die Möglichkeiten automatisierter Prozesse in der Haustechnik ausgelotet wurden. Seitdem ließ die Menschen diese Vision nicht mehr los: In Jacques Tatis Komödie „Mein Onkel“ aus dem Jahr 1958 beispielsweise kommunizierten bereits die Haushaltsgeräte miteinander. Aber alles nur im Film – wenn auch die Faszination blieb. In der Breite des Marktes jedoch vollzogen sich die Entwicklungsschritte jedoch nur äußerst langsam. In Duisburg wurden zwar beispielsweise 2011 mit dem „inHaus1“ bemerkenswerte Impulse für intelligentes Wohnen gesetzt; das Ganze blieb aber letztlich auf Forschungsebene.

Der Leckageschutz „Safe-T-Connect“ ist der ideale Einstieg in die SYR-Systemphilosophie eines intelligent vernetzten Gebäudes.
Quelle: SYR Sasserath
Der Leckageschutz „Safe-T-Connect“ ist der ideale Einstieg in die SYR-Systemphilosophie eines intelligent vernetzten Gebäudes.

Ein Grund dafür war zweifellos die anhaltend aufwändige Vernetzung der einzelnen Komponenten. In der Regel als drahtgebundene Systeme war „Smart Home“ sehr schnell mit hohen Kosten assoziiert, mit Programmierung und mit kontinuierlicher, ebenso aufwändiger Systempflege, die letztlich den tatsächlichen Nutzen einer solchen Technologie bei weitem überstieg. Erst mit der flächendeckenden Verbreitung des Internets und signifikanten Skaleneffekten in der Herstellung von Aktoren und Sensoren hat das „Smart Home“ mehr Fahrt aufgenommen. Der Installationsaufwand aber blieb (und bleibt) nach wie vor hoch, zum Beispiel durch die oftmals notwendigen „Home Server“.

Tobias Ramrath, Verkaufsleiter Export bei dem mittelständischen Hersteller SYR: „Um das 'Smart Home' in die Breite zu bringen, brauchen wir zum einen eine möglichst uneingeschränkte Kompatibilität über alle relevanten Geräte in der TGA hinweg. Als zweites muss die daraus resultierende Vernetzung einen deutlichen Mehrwert bieten, den eine Einzelanlage oder eine bidirektionale Installation nicht leisten kann. Zudem sollte diese Technik so einfach, selbsterklärend und baustellengerecht zu installieren sein, dass sie dem Handwerker die bisher mehr als berechtigte Schwellenangst vor Internetprotokollen und IP-Adressen, Routerzuordnungen und wackligen WLAN-Funkverbindungen nimmt.“

Eine wesentliche Hürde für „Smart Home“-Funktionen ist die Systemintegration der Installationskomponenten. Über den QR-Code hat SYR diese Barriere für den Fachhandwerker gewissermaßen auf Null gesetzt.
Quelle: SYR Sasserath
Eine wesentliche Hürde für „Smart Home“-Funktionen ist die Systemintegration der Installationskomponenten. Über den QR-Code hat SYR diese Barriere für den Fachhandwerker gewissermaßen auf Null gesetzt.

Hinzu komme, dass sich bisherige Smart Home Lösungen auch aufgrund der Komplexität von Haustechnik viel zu wenig an den Vital-Funktionen eines Gebäudes – wie Energieeffizienz, Klima oder Erhalt der Trinkwassergüte – orientierten. Die aber seien zwingend in den Fokus zu nehmen, denn erst darüber erschließe sich das hohe Leistungspotential eines vernetzten Gebäudes sowie das notwendige Nutzenversprechen.

Um da hinzukommen, fehle es bislang aber entscheidend an verbindlichen Standards, so Stefan Leusch, Technischer Leiter bei SYR Sasserath: „Das freut zwar die spielenden Kräfte der Märkte, erschwert aber durch die schon genannten, untereinander nicht verwobenen Insellösungen die Markt­durchdringung in der Praxis. Dies gilt vor allem, wenn gleichzeitig dominierende Hersteller beispielsweise von Heiztechnik nur einen Bruchteil der in ihren Geräten gesammelten und verarbeiteten Daten für eine 'smarte' Nutzung weitergeben. Das viel beworbene Plug-and-play reduziert sich dann häufig genug auf simple Störmeldungen über einen potentialfreien Ausgang. Die direkte Aufschaltung auf die zentrale Steuerung eines Drittanbieters und zum Beispiel die mögliche Verknüpfung mit einem Lüftungs- oder Klimatisierungssystem bleibt dadurch jedoch ein Wunschtraum…“

Integrierte Geräteintelligenz

Vor diesem Hintergrund hat SYR unter dem Label „SYR Connect“ ein Programm an wasserführenden Installationskomponenten entwickelt, die dank eines inte­grierten Funkchips jeweils über eine eigenständige Geräteintelligenz verfügen. Der Speicher des Chips ist dabei mit den maßgeblichen Produkt- und Funktionsparametern vorbesetzt, so dass der Fachhandwerker die Installation der Komponenten bei umfassender Funktionserfüllung auch au­tark vornehmen kann.

Gleichzeitig agiert jeder Funkchip aber wie ein Access-Point. Wird er mit dem eines anderen SYR-Produktes aus der „SYR Connect“-Serie gekoppelt, findet automatisch ein Datenaustausch über die Funktionsparameter der jeweiligen Installationskomponenten statt. Ein „intelligenter“ Leckageschutz kann also beispielsweise bei Bedarfsanforderung eines höheren Volumenstroms während der Regenerationsphase durch eine entsprechend ausgestattete Enthärtungsanlage diesen zusätzlichen Durchfluss freigeben. Ist die Regeneration abgeschlossen, meldet die Enthärtungsanlage dies zurück – und der Leckageschutz begrenzt den maximalen Volumenstrom wieder auf definierte Durchflussmengen. Gleiches passiert, wenn die Regeneration zu lange dauert, also ein Defekt zu vermuten steht.

Dabei besteht grundsätzlich keine Master/Slave-Vorgabe, so dass jede vernetzte Installation als Klein-Netzwerk mit jedem beliebigen „SYR Connect“-Produkt gestartet werden kann. Idealer Ausgangspunkt ist bei solchen Installationen aber bevorzugt der SYR-Leckageschutz „Safe-T Connect“, denn er erfüllt aus Endverbrauchersicht die zentralste Funktion, nämlich den Schutz vor Wasserschäden, und bietet damit den höchsten Kundennutzen. „Um das richtig einzuordnen: Es gibt mehr als 1,1 Millionen Schadensfälle jedes Jahr in Deutschland, der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro – die Endkunden haben hier also einen hohen Leidensdruck und damit die entsprechende Bereitschaft, in eine solche Technologie zu investieren“, so Tobias Ramrath: „Hinzu kommt, dass der Leckageschutz die meisten Daten liefert, die wir in diesem Bereich für eine erfolgreiche 'Smart Home'- Funktion benötigen. Er definiert unter anderem Volumina, Nutzungszeiten, Drücke, Temperaturen und Feuchtigkeit (Humidity) als maßgebliche Steuerungsgrößen.“

Die schematische Darstellung verdeutlicht am Beispiel von „SYR Connect“ den hohen Stellenwert, den die wasserführende Haustechnik für die erfolgreiche Marktdurchdringung des „Smart Homes“ hat. Dies gilt umso mehr, wenn technologisch die autarke Funktionsfähigkeit als Klein-Netzwerk genauso abgebildet wird wie die Aufschaltung auf die „ISI“-Schwarmintelligenz.
Quelle: SYR Sasserath
Die schematische Darstellung verdeutlicht am Beispiel von „SYR Connect“ den hohen Stellenwert, den die wasserführende Haustechnik für die erfolgreiche Marktdurchdringung des „Smart Homes“ hat. Dies gilt umso mehr, wenn technologisch die autarke Funktionsfähigkeit als Klein-Netzwerk genauso abgebildet wird wie die Aufschaltung auf die „ISI“-Schwarmintelligenz.

Durch die integrierte Geräteintelligenz in jedem der Produkte gelingt dem Hersteller aber noch etwas ganz anderes: In jedem Haus entsteht auf dieses Weise ein eigenes, einfach zu installierendes Kommunikations-Netzwerk mit Integration aller relevanten SYR-Installationskomponenten. Das Netzwerk funktioniert dabei im ersten Schritt als Stand-alone-Lösung, die dank Funktechnologie sogar ganz einfach im Bestand nachgerüstet und sukzessive erweitert werden kann.

Darin spiegelt sich die Logik des Marktes, der zum einen seinen Umsatz zu rund 80 Prozent im Sanierungsgeschäft generiert und zum anderen dem Fachhandwerker eine Technologie anbietet, die ausgesprochen einfach zu installieren ist und auch nach Jahren noch erweitert werden kann. So wird die zweite große Hürde einer erfolgreichen Marktdurchdringung, die Rolle des Fachhandwerkers als Absatzmittler, genommen.

Dazu trägt nicht zuletzt auch die automatische Adressierung der „SYR Connect“-Produkte bei der Inbetriebnahme bei. Die für Fachhandwerker in der Regel aufwändige Identifikation, Adressierung und Vernetzung der einzelnen Komponenten via Router bzw. Internet entfällt.

Das erweiterte „Einlernen“ der Komponenten selbst erfolgt dann über das Scannen eines individuellen QR-Codes, der sich auf jedem dieser Produkte befindet. Dazu gibt es eine entsprechende SYR-App, mit der nicht nur sämtliche Produkteigenschaften ausgelesen, sondern via Smartphone, Tablet oder PC auch die Funktionalitäten parametriert und die Betriebsabläufe dokumentiert werden können. Ein typisches Beispiel dafür ist für das Leckagesystem „Safe-T Connect“ die Programmierung der speziellen Abwesenheitsfunktion sogar zur Kontrolle des Objektes oder für das Hygienemodul „HM Connect“ die Protokollierung von Spülphasen inklusive Spülvolumina und Spültemperaturen.

Um die Datensicherheit zu gewährleisten, erfolgt der Datenaustausch im Übrigen nicht pausenlos, sondern in 10-Sekunden-Takten auf wechselnden Frequenzen. Eventuelle Unterbrechungen oder Änderungen des Betriebszustandes werden durch die in jedem Chip integrierten Speicher abgefangen.

Zusätzlich hat der bei SYR registrierte Fachhandwerker über das Einlesen des QR-Codes und damit die Integration des Produktes in die App alle maßgeblichen Produktinformationen im direkten Zugriff. Das erleichtert den Wartungsdienst und vereinfacht unter anderem die Ersatzteilbeschaffung.

Um den Endkunden einzubinden, kann der natürlich auch den QR-Code scannen. Ihm stehen dann aber nur allgemeine Produktinfos, wie Broschüren oder Bedienungsanleitungen, zur Verfügung.

Haustechnik- oder Kommunikationszentrale? Durch „SYR Connect“ verschwimmen diese Begrifflichkeiten künftig, da sich sämtliche Installationskomponenten automatisch miteinander vernetzen und die funktionsrelevanten Daten multi-direktional untereinander austauschen, vom Leckageschutz über die Wasserfilterung und -aufbereitung bis zur Heizungsbefüllung oder der in Großobjekten unverzichtbaren Hygienespülung.
Quelle: SYR Sasserath
Haustechnik- oder Kommunikationszentrale? Durch „SYR Connect“ verschwimmen diese Begrifflichkeiten künftig, da sich sämtliche Installationskomponenten automatisch miteinander vernetzen und die funktionsrelevanten Daten multi-direktional untereinander austauschen, vom Leckageschutz über die Wasserfilterung und -aufbereitung bis zur Heizungsbefüllung oder der in Großobjekten unverzichtbaren Hygienespülung.

Abgesicherter Datenschutz

Diese Funktionalitäten sind zunächst einmal alle „offline“, also in dem rein internen „SYR Connect“-Netzwerk innerhalb des Hauses nutzbar. Das wird vor allem von Anwendern bevorzugt, die bezüglich Datenschutz ein extrem hohes Sicherheitsbedürfnis haben und keine Rückschlüsse auf Betriebsabläufe von außen zulassen möchten.

Im Regelfall aber dürfte das „SYR Connect“-Netzwerk über einen Router mit einem speziellen, in Deutschland stehenden Server verbunden werden, auf dem wie in einer Cloud die Daten zusätzlich abgelegt sind. Dann kann der Fachhandwerker auch von außen, beispielsweise über seinen Internetbrowser, für Statusabfragen oder zur Änderung von Parametrierungen auf die jeweiligen Installationskomponenten zugreifen. Die automatische Zusendung von Störmeldungen (mit dann entsprechend frühzeitigen Notfalleinsätzen) ist ebenfalls möglich.

In komplexen Trinkwasser-Installationen fällt dem Hygienemodul zur Aufrechterhaltung des bestimmungsgemäßen Betriebs eine Schlüsselrolle zu. Die Funktion „SYR Connect“ liefert als Zusatznutzen aber auch noch automatisch die Dokumentation zum Nachweis der Einhaltung der Betreiberpflichten.
Quelle: SYR Sasserath
In komplexen Trinkwasser-Installationen fällt dem Hygienemodul zur Aufrechterhaltung des bestimmungsgemäßen Betriebs eine Schlüsselrolle zu. Die Funktion „SYR Connect“ liefert als Zusatznutzen aber auch noch automatisch die Dokumentation zum Nachweis der Einhaltung der Betreiberpflichten.

Da es sich bei diesem Konzept um ein offenes System handelt, kann eine weitergehende haustechnische Ausstattung wie Beleuchtung, Sicherheit, Entertainment, Smart Water-Lösungen in Dusche, Küche und Bad, Wärmebereitstellung und -verteilung oder Wärmeschutz problemlos integriert werden. „Voraussetzung dafür wäre lediglich, dass die Hersteller dieser Ausstattungselemente ebenfalls die Grundphilosophie der autarken Produktintelligenz und den funktionalen QR-Code mit übernehmen“, so Tobias Ramrath: „Dann aber können die unterschiedlichsten Gewerke intelligent miteinander kombiniert und zu einem tatsächlich 'smarten' Zuhause vernetzt werden. „Im Ergebnis entsteht auf diese Weise eine internetgestützte Schwarm-Intelligenz (von SYR unter dem Kürzel „ISI“ gelabelt), deren Nutzwert für den Anwender wie für das betreuende Fachhandwerk weit über die reine Datensammlung oder Datenverwaltung der bisher üblichen Insellösungen hinausgeht. Stefan Leusch: „Das 'Internet der Dinge' ist damit real in der Haustechnik angekommen und so tief, zugleich so flexibel mit den unterschiedlichsten Gebäudefunktionen verwoben, dass ein 'smartes' Zuhause unter der fachlichen Ägide der qualifizierten SHK-Fachschiene endlich eine realistische Zukunftsperspektive bekommt.“

www.syr.de

Der Hersteller und sein System

SYR Sasserath ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das mit etwa 250 Mitarbeitern unter anderem Produkte für das Trinkwassermanagement herstellt. Dazu zählen unterschiedlichste Filteranlagen, Sicherungsarmaturen, Sicherheitsarmaturen, die beispielsweise Leckagen melden, Druckregulierungseinheiten und Anlagen zur Wasseraufbereitung und vieles mehr.

Also alles Produkte, die sich innerhalb des Gesamtsystems „Trinkwasser-Anlage“ befinden und die fast ausnahmslos in einer symbiotischen Wechselbeziehung zueinander stehen. Beispielhaft dafür sind eine automatische Heizungsbefüllung, ein rückspülbarer Trinkwasserfilter und ein Leckageschutz. Diese Installationskomponenten finden sich in nahezu jeder Hausinstallation: Der Leckageschutz ist auf einen definierten Wasserdurchfluss ausgelegt – der aber möglicherweise von der Heizungsbefüllung oder dem Rückspülfilter ganz schnell überschritten wird. Ohne Kommunikation untereinander würde der Leckageschutz bestimmungsgemäß absperren. So gibt er aber bei Bedarfsanforderung durch die Heizungsbefüllung oder den Rückspülfilter temporär den erhöhten Durchfluss frei und geht automatisch auf den eingestellten Grenzwert zurück, wenn der Füll- bzw. Spülprozess beendet ist.

Solche Funktionalitäten auf bidirektionaler Ebene zu lösen, ist bei drahtgebundenen Lösungen mit erheblichem Installationsaufwand verbunden und macht weder technisch noch funktional einen Sinn. Der Durchbruch kam an dieser Stelle jedoch mit dem Internet of Things – IoT – und mit der Möglichkeit, Anlagenkomponenten via WLAN fast schon „willkürlich“ zu vernetzen und die Prozesse „intelligent“ zu gestalten.

www.syr.de

Donnerstag, 27.06.2019