Materialorganisation im Bauhandwerksunternehmen - Teil 1

Die Artikelliste – der Aufbau

Eine der wichtigsten Prozesse in einem Unternehmen des Bauhandwerks ist die Materialorganisation. Eine fehlende Struktur kann neben Ärger, Unzufriedenheit und Aggressionen im Team auch für einen Produktivitäts-Engpass sorgen. Das muss aber nicht so sein. Mit dem Paulus-Lager packt man das Problem an der Wurzel: im ersten Schritt mit einer detaillierten Artikelliste.

Das Bild zeigt ein Screenshot einer Artikelliste.
Quelle: Paulus-Lager
Beispiel für eine Artikelliste

In der Artikelliste definiert man das Material, das im Lager bewirtschaftet werden soll. Je umfangreicher die Liste wird, desto mehr profitiert der Betrieb davon, da die Prozesskosten für die Bestellung des Standardmaterials niedriger sind als die für Kommissionsmaterial. Denn das Ziel ist es, Standardmaterial nur einmal die Woche zu bestellen und das Material immer im Lager verfügbar zu haben. Das reduziert den Verwaltungsaufwand und die Beschaffungsfahrten. Da die Zusammenstellung der Liste relativ mühsam ist, sollten vorab einige Dinge beachten werden:

Artikelbezeichnung

Generell gilt, dass die Artikelbezeichnung hersteller- und lieferantenunabhängig sein soll. Die Bezeichnung erscheint auf der Artikelbeschriftung im Lager und sollte ein Hersteller- oder Lieferantenwechseln vorkommen, muss das Etikett nicht geändert werden.

Artikelgruppen

Es sollten Artikelgruppen definiert werden, wie beispielsweise „Befestigungsmaterial“. Die Zuständigkeiten für die einzelnen Gruppen zur Erstellung der Artikelliste liegen bei den Projektleitern. Bei der Planung und beim Aufbau der Lager hilft diese Unterteilung bei der Einteilung der Regale.

MIN- und MAX-Menge

Die MIN- und MAX-Menge bezieht sich immer auf die Verpackungseinheit. So ist es für die Mitarbeiter leichter, die Mengen bei der Materialentnahme zu überwachen. Die Verpackungseinheit kann ein Beutel, Karton, Kanister, aber auch ein einzelnes Stück, wie Fitting, Kartusche oder Profil/Rohr sein. Die MIN-Menge muss so groß sein, dass sie entweder für zwei Wochen ausreicht oder die längere Lieferzeit des Lieferanten überbrückt. Die MAX-Menge regelt die Kapitalbindung im Lager und legt die Größe des Lagerplatzes fest. Die Bestellmenge für jedes Material in der Liste ist immer die Differenz zwischen MIN- und MAX-Menge.

Das Bild zeigt drei Bestellkarten mit Angaben zu einem Artikel und einem Strichcode.
Quelle: Paulus-Lager
Beispiel für Bestellkarten

Lagerort

Jeder Artikel wird an nur einem Ort im Lager bewirtschaftet, hat also seinen festen Platz. Dieser wird in der Artikelliste nach der finalen Lagerplanung hinterlegt. Er erscheint auch auf der Bestellkarte und erleichtert die Einlagerung von neu geliefertem Material.

Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich von Doris Paulus und ihrem Team beraten lassen. Infos unter https://www.paulus-lager.de/erstgespraech.

Montag, 22.02.2021