Duscholux: Markenplagiat in der Türkei

Logo zum Verwechseln ähnlich – sogar Altbilder genutzt

Es gibt ja rund um die Welt wirklich so gut wie nichts, was nicht ideen-geklaut und kopiert wird. Design-Küchenutensilien genauso wie Möbel, Plüschtiere und anderes Spielzeug genauso wie Badezimmerarmaturen. Allein zur Welt-Leitmesse ISH in Frankfurt wurden in diesem Jahr insgesamt 169 kopierte Ausstellungsstücke vom Zoll beschlagnahmt, die meisten davon aus China.

Das Bild zeigt Petra Meier.
Quelle: Eckhard Martin
Da staunte Petra Meier nicht schlecht: Die Verkaufsleiterin von Duscholux fand sich auf der Facebook-Seite des türkischen „Wettbewerbers“ wieder, auf „seligen Messefotos“ anno 2009…

Nicht davon betroffen war Duscholux. Bei denen halten sich dreiste Plagiatoren – diesmal nicht aus dem Land der Mitte, sondern vom Bosporus – nämlich gar nicht erst mit dem Duplikat erfolgreicher Duschwände und Co. auf. Sie kopieren gleich den kompletten Marktauftritt rund um das bestens eingeführte Duscholux-Logo!

Der Unterschied ist marginal; optisch zum Verwechseln ähnlich macht der Türke dem geneigten Verbraucher hier nämlich nur ein „A“ für ein „O“ vor: Aus Duscholux wurde schlichter Hand und raffinierten Geistes „Duschalux“. Und weil es so schön war, standen monatelang auch noch Fotos von (alten) Messeständen des traditionsreichen Herstellers auf der Facebook-Seite. Mit retuschiertem Logo an der Messestandsblende und inklusive Petra Meier, die bei Duscholux für den Vertrieb verantwortlich ist...

Das Bild zeigt das Logo von Duschalux.
Quelle: Eckhard Martin
Dichter als dicht am Vorbild; Verwechslungsgefahr gewünscht: das Logo des türkischen Herstellers.

Trotz aller schweizerischen Gelassenheit steht Duscholux-Geschäftsführer Daniel Übersax über so viel Dreistigkeit die Erschütterung ins Gesicht geschrieben. Klar wolle und werde man dagegen vorgehen. Aber die Kosten? Und der Zeitaufwand? Und letztlich: Wie erfolgversprechend wäre das Ganze auf dem international unberechenbaren juristischen Parkett?

Zumindest eines wurde zwischenzeitlich erreicht: Der Facebook-Eintrag ist mittlerweile um die alten Duscholux-Bildmotive bereinigt, und die Homepage des türkischen Unternehmens überzeugt durch ihre bemerkenswerte kommunikative Tiefe in lebensbejahendem Schwarz …

Unverändert geblieben aber ist die Verwechslungsgefahr durch das Firmenzeichen. Was gerade im grenzenlosen Internethandel ein mehr als latentes Restrisiko darstellt, wie speziell die Hersteller von hochwertigen Modeartikeln und Edeluhren berichten können.

Das Bild zeigt einen Screenshot vom Duschalux-Facebook-Auftritt.
Quelle: Eckhard Martin
Social Media lebt von Action – dachten sich vor ein paar Tagen wohl auch die Namensplagiatoren vom Bosporus und änderten mal ihr Profilbild, das sich nur ganz ganz viel ganz ganz dicht an der Bildsprache von Duscholux orientiert….

Verwechslungsgefahr allerorten

Duscholux mit dem kopierten Unternehmensauftritt oder Armaturenhersteller wie Dornbracht (mit den x-fach nachgebauten Tara-Armaturen) waren im Übrigen aber nicht die einzigen, die sich während der ISH über vermeintlichen oder tatsächlichen „Ideenklau“ beschwerten: Bei den Heizern wirkt sich beispielsweise aus, dass die Begrifflichkeiten im Kontext von Anlageneffizienz augenscheinlich begrenzt sind. Vor allem, wenn damit (verbrennungs)technische Zusammenhänge beschrieben werden, wie der Effekt des Abgaskondensierens.

Das sorgt allemal für Verwirrung im Markt und bei den Kunden. Den Ehrenpreis der „Goldenen Plagiatsdattel“ für das „doppelte Namens-Lottchen“ – der geht diesmal eindeutig nach Erdogan-Land…

Das Bild zeigt einen Screenshot der Duscholux-Homepage.
Quelle: Eckhard Martin
Es ist das Original: der etablierte Badlösungen-Anbieter Duscholux mit seinem aktuellen Internet-Auftritt.

Mittwoch, 05.04.2017