Prima Klima durch gekühlten Wasserfilm

Zwei Fliegen mit einer Klappe…

Der Klimabrunnen – erfrischt im hektischen Kaufhaus, entspannt im stressigen Großraumbüro und kühlt effizient im heißen Sportstudio. Dazu ist er noch „besser“ als herkömmliche Klimaanlagen oder Kühldecken. So heißt es zumindest. Denn das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) lobt seine neueste Entwicklung in den höchsten Tönen…

Unerwünschte Nebenwirkungen herkömmlicher Klimageräte sind störende Zugluft und zu laute Geräusche. Als Alternative werden gerne Kühldecken genutzt. Deren Manko ist ihre begrenzte Kühlleistung: Um Kondensation und Schimmel zu vermeiden, muss die Oberflächentemperatur der Decke deutlich über dem Taupunkt der Raumluft liegen. Zudem lässt sich mit Kühldecken der Raum nicht entfeuchten.

Auch für das Auge eine wohltuende Oase – der vom Fraunhofer Institut für Bauphysik entwickelte Klimabrunnen.
Quelle: C + P Möbelsysteme GmbH & Co.KG
Auch für das Auge eine wohltuende Oase – der vom Fraunhofer Institut für Bauphysik entwickelte Klimabrunnen.

Am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP wurde jetzt ein Klimabrunnen entwickelt, der sowohl die negativen Effekte herkömmlicher Klimaanlagen als auch die begrenzte Leistung der Kühldecken überwindet. Die Wirkweise des innovativen Klimabrunnens beschreibt das IBP technisch-nüchtern: „Über ein vertikales Flächenbauteil im Raum fließt gekühltes Wasser im Kreislauf und bildet auf der Oberfläche einen gleichmäßigen Flüssigkeitsfilm. Alternativ kann die Oberfläche durch einen sekundären Kühlkreislauf gekühlt sein. Wie bei jeder aktiven Klimatechnik wird auch hier die Temperatur der Kühlflüssigkeit durch ein Kühlaggregat außerhalb des Raumes geregelt.“

Mit Wasser gegen die Feuchte

In den Wintermonaten verdunstet das Wasser des Kühlbrunnens und befeuchtet so die Raumluft, was die Behaglichkeit in trockenen Räumen steigert. Im Sommerkann das Wasser bis auf unter 10 °C temperiert werden – für eine effektive Kühlung. Der Clou dabei: Gleichzeitig wird der Raum auch entfeuchtet! Liegt nämlich die Temperatur des Wasserfilms unter der Taupunkt-Temperatur der Raumluft, dann kondensiert die Feuchte im Raum an dem Film und wird mit diesem abgeführt. Darin sehen die Forscher den wesentlichen Vorteil des Systems: Es kann problemlos mit sehr viel niedrigeren Temperaturen betrieben werden als herkömmliche Klimaanlagen oder Kühldecken.

Hat der Wasserfilm (im Winter) eine Temperatur von 20 °C, gibt er Wärme und Feuchte an den Raum ab.
Quelle: IBP
Hat der Wasserfilm (im Winter) eine Temperatur von 20 °C, gibt er Wärme und Feuchte an den Raum ab.

Zusätzlich reinigt der Klimabrunnen die Luft, indem er die Staubpartikel an den Wasserfilms bindet. Laut IBP eignet sich der Klimabrunnen für Großraumbüros, Produktionshallen oder hohe Eingangshallen. Als erfrischende „Oase“ wirke er beispielsweise in Kaufhäusern, Fitnesscentern, Erlebnisbädern und anderen Freizeiteinrichtungen.

Es stellen sich aber auch kritische Fragen: Wie werden die Staubpartikel aus dem Wasser gefiltert? Wie wird der Befall des Brunnens mit Legionellen oder Mikroben verhindert, und damit deren Verteilung über Aerosole?

Laut Grafik ist die Wassertechnik des Systems mit einem Keim- und Algenschutz ausgestattet. Wie genau dieser Schutz funktioniert, konnte die Redaktion bislang noch nicht in Erfahrung bringen. Wir bleiben dran…

Link zum IBP.Klimabrunnen

Im Sommer hingegen kühlt der Wasserfilm mit einer Temperatur von 8 °C und entfeuchtet zudem die Raumluft, weil der Taupunkt des Raumes deutlich höher liegt.
Quelle: IBP
Im Sommer hingegen kühlt der Wasserfilm mit einer Temperatur von 8 °C und entfeuchtet zudem die Raumluft, weil der Taupunkt des Raumes deutlich höher liegt.

Dienstag, 12.09.2017