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Neu- und Besonderheiten aus dem Bereich Software - Teil 1

Ohne sie läuft heute im beruflichen wie im privaten Leben nichts mehr – Computer, Laptop, Tablet-PC und Smartphone. Diese Hardware gehört heute, gepaart mit der richtigen Software, selbstverständlich auch zum "Werkzeugkasten" eines Fachplaners und Fachhandwerkers. Nachfolgend nun einige neue Tools für die Bereiche Heizungs- und Lüftungstechnik sowie Bad & Sanitär (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

DDS: "Open BIM"

Quelle: Data Design System
"Open BIM": Die Methode unterstützt einen transparenten Arbeitsprozess.

Intelligentes Planen im 3D-Gebäudemodell und nachhaltige Datennutzung – Themen, die innerhalb der Baubranche und somit auch im Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung sowie im SHK-Bereich eine immer größere Rolle spielen. So hat auf der ISH 2015 zum Beispiel das Softwarehaus DDS gezeigt, wie sich der Datenaustausch über das IFC-Format flexibler gestalten lässt und wie sich Planungsprozesse mit der "Open BIM"-Methode (BIM = Building Information Modeling) optimieren lassen.

"Open BIM" beschreibt dabei eine universelle Methode für die durchgängige und gemeinschaftliche Planung, Umsetzung und den Betrieb von Gebäuden, die mit Hilfe offener Daten-Standards reibungslose Arbeitsabläufe ermöglicht. "Open BIM" unterstützt einen transparenten, offenen Arbeitsprozess, der es den Projektbeteiligten ermöglicht, unabhängig von ihrer jeweiligen Software mitzuwirken. "Open BIM" gewährleistet während sämtlicher Phasen eines Projektes be­ständige Projektdaten und vermeidet die mehrfache Eingabe derselben Daten ­sowie etwaige daraus folgende Fehler. "Open BIM" wurde als Kampagne an­gestoßen von Graphisoft, Tekla, Data ­Design System (DDS) und weiteren ­Mitgliedern der buildingSMART-Organisation, mit dem Ziel, die "Open BIM"-Planungsmethode in der gesamten Baubranche weltweit koordiniert voranzutreiben und zu unterstützen.

Weitere Informationen unter: www.dds-cad.de

Fränkische: "easyCALC"

Ansicht von
Quelle: Fränkische
"easyCALC": Die Auslegungssoftware kann die "profi-air"-Lüftungssysteme von Fränkische schnell online kalkulieren.

Mit der kostenlosen Online-Auslegungssoftware "easyCALC" hat der Installationstechnikspezialist Fränkische eine Lösung vorgestellt, mit der sich die hauseigenen "profi-air"-Lüftungssysteme durchrechnen lassen. Auf Basis der jeweiligen Flächen berechnet "easyCALC" die benötigte Luftmenge in den einzelnen Räumen gemäß DIN 1946-6 und gibt einen Überblick über alle benötigten Materialien. Der "easyCALC"-Nutzer kann sich außerdem die benötigten Rohrlängen in der virtuellen Installation raumweise anzeigen lassen. Für die praktische Umsetzung des Projekts wählt der Nutzer aus dem Fränkische-Sortiment die benötigten Systemkomponenten aus und erstellt eine individuelle Material-Liste. Das Programm ist frei verfügbar und ohne Anmeldung nutzbar. Registrierte Nutzer können Projekte jedoch speichern und zu einem späteren Zeitpunkt erneut bearbeiten. Die Registrierung erfolgt entweder direkt auf der "easyCALC"-Webseite oder mit den bereits vorhandenen Nutzerdaten auf der Unternehmensseite.

Weitere Informationen unter: http://easycalc.fraenkische.com

Hottgenroth/ETU: "Gebäude-Simulation 3D PLUS" plus Zusatzmodul "Kühllast"

Eine Simulation eines Hauses in 3D mit
Quelle: Hottgenroth/ETU
Die Lösung erlaubt die durchgehende Planung eines Projektes. Von der Erfassung mittels "HottCAD" über die Simulation bis zur Dimensionierung des Rohrnetzes, Ausgabe der Stücklisten, Erstellung von Angeboten und Ausschreibugen.

Ein Planer sieht sich einer Vielzahl von Berechnungsnachweisen gegenübergestellt, wenn es darum geht, neue Gebäude zu errichten oder bestehende Gebäude zu optimieren. Die notwendigen Berechnungsnachweise sind dabei aber kein "notwendiges Übel", zeigen sich doch oftmals auch Optimierungspotentiale auf. Die Nähe einer Gebäude- bzw. Raumsimulation (VDI 6007) zu der Kühllastberechnung nach VDI 2078 und der Berechnung des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN 4108-2 ist beispielsweise eine bisher noch unterschätze Kombination, um nicht nur Nachweise zu führen, sondern auch beratend tätig zu werden. Denn die genannten Berechnungsnormen besitzen ähnliche Anforderungen hinsichtlich der benötigten Dateneingaben. Das heißt, wurden einmal Daten erfasst, können mit wenigen zusätzlichen Eingaben und der richtigen Software diverse Nachweise erstellt und ausgegeben werden. Der Planer bzw. das Projekt entscheidet demnach selbst, ob vertiefend zum Beispiel eine Gebäude- bzw. Raumsimulation erstellt wird. All dies kann durch eine einheitliche Datenaufnahme gewährleistet werden und ist Teil des Themas Building Information Modeling ("BIM"). Das Kombinationsprodukt des Softwarehauses Hottgenroth/ETU aus "Gebäude-Simulation 3D PLUS" und dem Zusatzmodul "Kühllast" ermöglicht genau diese Perspektive. Zusätzlich können für weitere Hottgenroth/ETU-Anwendungen Daten bereitgestellt werden – die einheitliche und integrierte Datenerfassung via "HottCAD" realisiert dies.

Weitere Informationen unter: www.hottgenroth.de

IVT: Online-Berechnungstool

Webansicht des IVT-Berechnungstools.
Quelle: IVT
"IVT Online" hilft bei der Fußbodenheizungs-Auslegung.

SHK-Fachhandwerker können die komplette Auslegung einer Fußbodenheizung mit dem IVT-Berechnungstool online durchführen. Das internetbasierende Werkzeug erlaubt eine schnelle Dateneingabe: Weil der Berechnungsgang gemäß DIN EN 1264 erfolgt, ist dieser auch entsprechend umfassend, so dass der Anwender für eine zeitsparende Planung alle benötigten Grunddaten bereitlegen sollte. Für die Grundeinstellungen werden zunächst Gebäudeklasse, Heizlast, Art der Wärmeerzeugung sowie das Verlegesystem und die Verlegeart der Fußbodenheizung abgefragt. Über die Auswahl des Wärmeerzeugers werden gleichzeitig auch die Vorlauftemperaturen und Spreizungen eingestellt, für die entweder die voreingestellten Werte oder benutzerdefinierte Temperaturen gewählt werden können. Über Auswahl-Listenfelder können die zur Berechnung nötigen Werte für Rohrabstände, Heizkreislängen und den maximalen Druckverlust festgelegt werden. Im zweiten Planungsschritt werden die Heizkreise für die einzelnen Räume ermittelt, die in einer Tabelle anhand vorgegebener Raumbezeichnungen einfach zusammengestellt werden können. Für den Korrekturfaktor des Oberbodenbelages stehen elf gängige Bodenbelagsarten zur Auswahl. Für die Auswahl der Dämmung bietet das Berechnungstool Auswahlmöglichkeiten entsprechend DIN EN 1264 (z.B. gleichartige Nutzung, unbeheizte Räume oder gegen Außenluft bzw. Erdreich).

Vor möglichen Berechnungsfehlern mit der Folge zu kleiner Wärmeleistungen warnt das Programm automatisch. Mit einem Klick auf die Schaltfläche "Materialzusammenstellung" liefert die Online-Anwendung eine detaillierte Produktliste mit den Komponenten aus dem "Prineto"-Sortiment von IVT.

Weitere Informationen unter: www.ivt-flaechenheizung-schnellauslegung.de

Montag, 26.09.2016

Von Jörg Gamperling
Chefredaktion HeizungsJournal