SHK-Systemtechnik

Kupfer-Bauteile senken die Kosten von Gebäuden

Freitag, 09.07.2021

Denn im Gegensatz zu Beton oder Kunststoff lässt sich der beim Abriss eines Gebäudes anfallende Metallschrott nicht nur recyclen, sondern auch upcyclen. Ein hervorragendes Beispiel dafür: das Buntmetall Kupfer. Legierungsschrotte wie Messing, Bronze und Rotguss etwa enthalten zwischen 60 und 80 Prozent Kupfer, ebenso gehäckselte elektrische Leitungen. Also kein Abfall, sondern wertvolles, für die Wiederverwendung absolut geeignetes Rohmaterial. Auf solche Schrotte ist beispielsweise die Montanwerke Brixlegg AG in Tirol spezialisiert. Die Kernkompetenz des Unternehmens „liegt im Recycling von kupferhaltigen Sekundärrohstoffen und in der Rückgewinnung dieses Rohstoffs, wobei das Recycling bis zu 85 Prozent weniger Energie als die Primärproduktion erfordert! Indem der Kupferbedarf durch Recyclingmaterial gedeckt wird, tragen die Montanwerke Brixlegg einen wesentlichen Beitrag zur europäischen Kreislaufwirtschaft und zur Ressourcenschonung bei“, erläutert Andreas Enderle, Leitung Verkauf & Marketing bei Brixlegg.

Kupfer ist damit ein Werkstoff, der die hohen Anforderungen einer Kreislaufwirtschaft und des Rahmenprogramms Level(s) bereits heute vollumfänglich erfüllt: Es lässt sich quasi unendlich wiederverwenden, ohne seine qualitativ hohen Eigenschaften zu verlieren. Das Gleiche gilt zudem für alle Kupfer-Legierungen wie Bronze, Messing oder Rotguss; in der Praxis typisch dafür: Verbinder oder Armaturen.

Wie viel das ausmacht, bestätigt eine weitere Zahl: Im Bauwesen kommen allein 15 Prozent der deutschen Kupferproduktion zum Einsatz, in erster Linie als Werkstoff für Produkte im Kontext der Trinkwasser- und Energieversorgung, für elektrische und elektronische Installationen sowie für Fassaden und Dächer.

Fazit

Die politischen Vorgaben der EU – „Green Deal“ und „Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft“ veranlassen die Bau- und Wohnungswirtschaft, die Wirtschaftlichkeit von Gebäuden über den gesamten Lebenszyklus zu rechnen. Das beinhaltet die möglichst komplette Rückführung der verbauten Werkstoffe und Bauprodukte in den natürlichen und technischen Stoffkreislauf. Um diese Berechnungen und Kalkulationen EU-weit transparent, vergleichbar und in einer „gemeinsamen Sprache“ auszuführen, wurde das Rahmenprogramm Level(s) eingeführt. Ein geradezu musterhaftes Beispiel für einen Werkstoff, der die hohen ökologischen Kriterien der Kreislaufwirtschaft erfüllt, gelten das Halbedelmetall Kupfer und seine Legierungen.


[1] BMI (Hrsg.), Leitfaden Nachhaltiges Bauen, 3. Auflage, Berlin 2019.
[2] „Flyer Level(s)“, herausgegeben von der Europäischen Kommission.

Das Bild zeigt eine Grafik über die am Lebenszyklus eines Gebäudes orientierte Planung.
Quelle: BMI (Hrsg.), Leitfaden Nachhaltiges Bauen, 3. Auflage, Berlin 2019
Die am Lebenszyklus eines Gebäudes orientierte Planung spart bis zu 85 Prozent an Gesamtkosten – verglichen mit konventioneller Planung. Wichtig für Planer und ausführendes Handwerk: In der Anfangsphase lassen sich die Gesamtkosten am stärksten beeinflussen.

Die Grafik zeigt die Einflussnahme von Planern und Handwerkern auf die ökonomischen und ökologischen Eigenschaften eines Bauwerks.
Quelle: BMI (Hrsg.), Leitfaden Nachhaltiges Bauen, 3. Auflage, Berlin 2019
Für die Einflussnahme von Planern und Handwerkern auf die ökonomischen und ökologischen Eigenschaften eines Bauwerks gibt es zwei optimale Zeitpunkte: Zum einen bei Beginn der Planung und – in geringerem Maße – bei anstehenden Modernisierungen/Umbauten nach einer ersten Nutzungsphase.

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