Künftig Elektronik- statt Wasserpumpenzange?

ZDH-Präsident Wollseifer: „Wir befinden uns mitten im Wandel!“

Wie sieht eigentlich die Zukunft des Handwerks aus? Keine leichte Frage. Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) wagt trotzdem einen Ausblick und verzeichnet dabei eine spannende Entwicklung…

Das Bild zeigt ZDH-Präsident Wollseifer.
Quelle: ZDH/Boris Trenkel
Wie sieht die Zukunft des Handwerks aus? Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks wagt einen Ausblick.

Eine Entwicklung, die bereits in nahezu allen Bereichen des Lebens Einzug erhalten hat: die Digitalisierung. „Mit den digitalen Anwendungsmöglichkeiten in vielen Bereichen des Lebens wandelt sich auch das Handwerk“, ist sich Wollseifer sicher:

Handwerker bringen neue Technologien, digitale Anwendungen und neue Materialien zum Einsatz. Der allgemeine Grad der Vernetzung nimmt zu. Komplexe Bauprojekte etwa lassen sich heute bis ins letzte Detail auf mehreren virtuellen Ebenen und von verschiedenen Schnittstellen aus digital nachvollziehen. Technische Hilfsmittel erleichtern körperliche Arbeit. Handwerker haben nicht nur die Kniffe für die praktische Fertigung drauf, sondern strukturieren mit Hilfe moderner, häufig digitaler Technologie-Prozesse, die effizient ineinandergreifen. Insbesondere der Einsatz digitaler Technologien steigert die Vielfalt und Geschwindigkeit der Produktionsprozesse. „Zum Teil bringt er ganz neue Geschäftsmodelle hervor“ ist sich der ZDH-Präsident sicher.

Je komplexer und techniklastiger die Prozesse werden, desto höher ist natürlich auch der Grad der dafür notwendigen Qualifikation. „Die Betriebe müssen ihre Mitarbeiter auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung halten. Die Handwerksorganisation unterstützt das, indem sie Ausbildungsordnungen anpasst und ein vielfältiges Schulungsangebot macht.“

Handwerk im Wandel

Das Handwerk befindet sich mitten im Wandel: Bäckermeister verschicken ihre 3D-gedruckten Schokoladenspezialitäten weltweit. Drohnen sind für Dachdecker längst ein gängiges Arbeitsmittel, und der Elektroniker plant und installiert smarte Anwendungen und Geräte für Kunden intelligenter Smart Homes. „Zukunft entsteht immer aus der Gegenwart. Und in der Gegenwart bringen erfahrene Könner ihr Wissen und ihr Traditionsbewusstsein in einen stetigen Innovationsprozess ein. Gemeinsam mit Junghandwerkern und mit frischen Ideen entwickeln sie neue Lösungen, die auf tradiertem Wissen und Können basieren“, so Wollseifer.

Kurzum: Das Handwerk wird smarter, digitaler und vernetzter. „Und das Handwerk wird dadurch in der Zukunft sogar noch besser seine seit jeher große Stärke einer individualisierten und engen Beziehung zum Kunden ausspielen. In einer Erfahrungs- und Lebenswelt, in der Kunden immer mehr den Anspruch haben, für verschiedenste individuelle Anliegen rasch eine Lösung zu bekommen, kann das Handwerk mit Hilfe digitaler Mittel Kundenwünsche noch schneller, flexibler und individueller erfüllen. Dabei muss sich das Handwerk keineswegs neu erfinden. Seine Stärke liegt in seiner Fähigkeit, durch die Offenheit für Innovationen Bewährtes mit Neuem bestmöglich zusammenzuführen. Handwerk ist wandlungsfähig und damit in der Lage, aktuell und auf der Höhe der Zeit zu sein.“

Mittwoch, 02.01.2019