Ingenieure in Corona-Zeiten: Kommt das dicke Ende?

Auswirkungen halb so schlimm – aber…

Die Corona-Krise trifft Ingenieurbüros weniger hart als befürchtet! Aber kein Grund zur Entwarnung, sagt die Bundesingenieurkammer und fordert die Stärkung öffentlicher und gewerblicher Auftraggeber.

Das Bild zeigt eine Umfrage-Grafik.
Quelle: BIngK / Reiß & Hommerich
Verglichen mit einer Umfrage im April sehen Architekten und Ingenieure die negativen Folgen der Corona-Krise zwei Monate später etwas entspannter…

Ingenieurbüros werden bislang von der Corona-Krise weniger hart „erwischt“ als befürchtet. Das sei aber kein Grund zur Entwarnung, warnt die Bundesingenieurkammer (BIngK). Denn: Knapp 60 Prozent der befragten Kammermitglieder spüren bereits die negativen Folgen der Krise. Und mehr als die Hälfte erwartet in den kommenden zwölf Monaten einen Rückgang der Aufträge. Diese Ergebnisse liefert eine deutschlandweite Umfrage der BIngK.

Der befürchtete Einbruch bei den Aufträgen bezieht sich in erster Linie auf gewerbliche und öffentliche Auftraggeber. Daher betont der Präsident der BIngK, Hans-Ullrich Kammeyer: „Es muss jetzt alles dafür getan werden, um die Zukunft der planenden Berufe über die kommenden Monate hinaus zu sichern und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass dringend benötigte Infrastruktur-und Hochbauprojekte nicht ins Stocken geraten und der Klimaschutz weiter vorangetrieben wird.“

Konkret erforderliche Maßnahmen aus Sicht der BIngK sind:

 Stärkung der öffentlichen und gewerblichen Auftraggeber, damit Aufträge trotz der Corona-Krise weiter ausgelöst werden können. Genehmigungen, Zahlungsflüsse, etc. müssen gewährleistet bleiben.

 Finanzielle Hilfen von Bund, Ländern und Gemeinden müssen auch für diejenigen zur Verfügung stehen, die erst zu einem späteren Zeitpunkt von den Auswirkungen der Krise betroffen sind.

 Förderbedingungen müssen an die konkreten Bedarfe der jeweiligen Berufsstände angepasst werden.

Auch der Verband Beratender Ingenieure (VBI) unterbreitet ein Maßnahmen-Papier zur konkreten Umsetzung des beschlossenen Konjunkturpakets. Dazu erklärt VBI-Präsident Jörg Thiele: „Das Konjunkturpaket muss jetzt schnell mit Leben erfüllt werden. Ziel aller Maßnahmen muss es sein, das Land möglichst schnell wieder zu starker volkswirtschaftlicher Leistungsfähigkeit zu führen und den Neustart nach der Krise als Modernisierungsschub zu nutzen. Gemeinsam mit den Verbänden und Kammern der Planungs- und Bauwirtschaft haben wir daher sehr konkrete Maßnahmen entwickelt, um mit unserer Branche mutig voranzugehen.“

Donnerstag, 16.07.2020