Gutes Plastik? – Bitte was?!

Kunststoffrohrverband sucht die Diskussion

In Netzen gefangene Robben und Fische, zugemüllte Strände und Meere! Bei diesen Bildern sind sich eigentlich alle einig: Der Plastikmüll muss weg!

Das Bild zeigt Müll am Strand.
Quelle: Life PR/GRD
Plastikmüll ist definitiv kein „gutes“ Plastik! Wie sieht es mit Kunststoffrohren aus?

Beziehungsweise vermieden werden. Doch sind Kunststoffprodukte wirklich nur „böse“? Oder gibt es vielleicht sogar „gutes“ Plastik. Zum Beispiel Infusionen aus Plastikbeuteln, die Leben retten oder etwa Rohre aus Kunststoff, die obendrein auch noch Ressourcen schonen.

Man kann sich vieles Schönreden. Oder viel über etwas reden, und das auch noch polemisch. Hauptsache ist aber, man redet überhaupt darüber. Und zwar nicht nur intern hinter verschlossenen Mauern, sondern ganz offen und gern auch mit Kritikern. Das taten jetzt auch die die Mitglieder des Kunststoffrohrverbandes (KRV), die in Sachen Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft Verantwortung übernehmen möchten. Und auch bei der Frage nach dem „Wie“ war sich der Vorstand einig: Nur klare Worte und der Austausch mit Experten können helfen, sich weiterzuentwickeln und Wege in eine gute Zukunft für alle zu finden.

Zum Beispiel mit Dr. Petra Meyer-Ziegenfuß, Leiterin des Referats für Abfallrecht, Produktverantwortung und Abfallwirtschaftsplanung beim Hessischen Umweltministerium. Sie beteuerte, dass das Hauptaugenmerk der EU und der Bundesregierung auf Verpackungsmüll und nicht auf technischen Anwendungen wie Kunststoffrohrsystemen liegt. Man müsse sich schließlich auch immer die Vorteile wie Langlebigkeit und Flexibilität von Kunststoffen vor Augen halten, so Meyer-Ziegenfuß. Bei aller angestrebten Plastikvermeidung werde man „kein Kunststoff-Bashing“ betreiben.

Oder mit Prof. Dr. Katharina Eckartz, die als Mitglied der Scientists4Future deutlich Stellung zum vorgelegten Klimaschutzpaket der Bundesregierung nahm: „Eine Tonne CO2 müsste eigentlich heute schon 180 Euro kosten, damit die richtigen Anreize gesetzt würden.“ Allerdings: „Wo es keinen ÖPNV gibt, können Sie auch nicht darauf umsteigen“. Angebote und Anreize müssen also her!

Diesbezüglich gibt der Kunststoffrohrverband in Person von Marcus Wittmann zu: „In Sachen Recycling haben wir noch Luft nach oben, da haben wir bisher zu wenig Lösungen.“ Als Vater zweier Töchter gab er zu bedenken: „Wir müssen uns heute schon überlegen, was wir mit den Rohren machen, die wir in 100 Jahren wieder ausbuddeln werden.“ Denn eins steht jetzt schon fest: Das positive Image von Kunststoffen hat abgenommen. Dies bestätigt das Ergebnis der Umfrage „Kunststoffimage 2018/19 – eine Branche unter Druck“ vom Verband PlasticsEurope Deutschland unmissverständlich. Grund zur Panik bietet diese Tatsache jedoch nicht, denn auf der anderen Seite ist ein Rückgang der Produktionszahlen nicht zu erkennen.

Donnerstag, 07.11.2019