Gründer trauen sich nicht – wegen Corona

Gravierende Effekte bei Ein- und Austragungen

Deutlich weniger Neugründungen, aber auch weniger Betriebsaufgaben: Corona erreicht die Handwerksrollen…

Corona und kein Ende – jetzt zeigen sich auch deutliche Auswirkungen der Krise auf Gründungen und Betriebsaufgaben im Handwerk. So sank im April die Zahl der Eintragungen um nahezu ein Viertel (23 Prozent), verglichen mit dem Vorjahr. In erster Linie machte sich das im Ausbaugewerbe bemerkbar, mit einem Minus von 35 Prozent! Grund für den Rückgang dürften die unklaren Zukunftserwartungen potenzieller Gründer sein, vermuten die Wissenschaftler des Instituts für Mittelstand und Handwerk (ifh) in Göttingen. Ihre Studie basiert auf den Handwerksrollendaten von sechs Handwerkskammern.

Das Tragen von Maske und Handschuhen beim Kundenbesuch – hier bei Wartungsarbeiten – ist noch eines der kleineren „Übel“ in Corona-Zeiten…
Quelle: ZVSHK Tanja Bolte
Das Tragen von Maske und Handschuhen beim Kundenbesuch – hier bei Wartungsarbeiten – ist noch eines der kleineren „Übel“ in Corona-Zeiten…

Interessanterweise sinken auch die Austragungen im Vergleich zu April 2019 um 54 Prozent. Dabei sind alle Gewerbe gleichermaßen betroffen. Verantwortlich dafür seien die weitreichenden Corona-Stützungsmaßnahmen im Verbund mit Kurzarbeitergeld und der Aufhebung der Insolvenzantragspflicht, so die Wissenschaftler.

Das ganze Ausmaß der Krise zeige auch ein Blick auf die Jahre der letzten Finanzkrise 2008/2009: Damals gab es nicht annähernd einen vergleichbaren Einfluss auf Gründungen und Betriebsaufgaben im Handwerk.

Dienstag, 30.06.2020