GET Nord ein Beispiel für erfolgreiche Integrationsarbeit

Die Regional-Fachmesse GET Nord hat der SHK-Branche einen bemerkenswert fröhlichen Jahresausklang beschert. Über 40.000 Besucher waren der beste Beweis, dass solche Fachveranstaltungen nach wie vor eine herausragende Bedeutung haben. Vorausgesetzt, dahinter steht ein ganzheitliches, ausgereiftes Messe-Konzept…

Grauer Himmel? Nur meteorologisch. Ansonsten eitel Sonnenschein angesichts des Besucherinteresses an der „GET Nord“.
Quelle: Martin
Grauer Himmel? Nur meteorologisch. Ansonsten eitel Sonnenschein angesichts des Besucherinteresses an der „GET Nord“.

Prognosen sind immer problematisch. Vor allem, wenn sie in die Zukunft gerichtet sind. Das ist eine Binsenweisheit. Also vorab schon mal 5 Euro in das Phrasenschwein. Aber die sind gerne bezahlt vor dem Hintergrund, dass über 40.000 Planer und Installateure, Energieexperten und wer auch immer die Regional-Fachmesse GET Nord in Hamburg besucht haben. Über 40.000, etwa genau so viel wie vor zwei Jahren und damit die unmittelbare Antwort auf die Prognose eines „Branchen-Experten“, der erst vor wenigen Wochen den Regionalmessen das nahende Ende vorausgesagt hatte…

Oder zumindest war der Blick in die Glaskugel bei den Zuhörern seiner Bühnenshow so angekommen, zeigten viele Nachfragen, die dem Chronisten gestellt wurden. Wie dem auch sei, vom nahen Ende war die Regional-Fachmesse in der Hansestadt diesmal aber ganz ganz weit entfernt. Was vielleicht auch daran lag, dass hier schon vor Jahren genau das gemacht wurde, was der besagte „Experte“ in der Schriftform seiner Marktstudie ebenfalls gefordert hat, dass nämlich „SHK-Messen neu gedacht werden müssen“.

Anspruchsvoll und hörenswert: die Fachvorträge beispielsweise zum Thema BIM.
Quelle: Martin
Anspruchsvoll und hörenswert: die Fachvorträge beispielsweise zum Thema BIM.

Man erinnert sich, zumindest die Branchen-Urgesteine unter den Lesern: Irgendwann vor Jahren, genau vor mehr als 10, da war es wirklich schwierig bestellt um die messe-fachliche Präsenz der SHK-Branche in Hamburg. Doch dann wurde „Messe neu gedacht“ – und heraus kam ein Konzept aus Elektro und Software und klassischer Sanitär- und Heizungs- und Lüftungs- und Klimawelt, das bis heute ausgesprochen erfolgreich trägt. Letztlich ja auch schlichtweg erfolgreich sein muss vor dem Hintergrund, dass es die gewachsene Trennung der Gewerke immer weniger gibt und damit der Infobedarf von der Rohrzange über die Planungssoftware bis zum neuen Netzwerkstecker in der Welt der Haustechnik gleichermaßen groß ist.

Also Glückwunsch, GET Nord, alles richtig gemacht. So richtig, dass selbst der nordrhein-westfälische Fachverband in persona eines hohen Mandatsträgers gesichtet wurde, dem das Staunen über so viel Publikumsresonanz förmlich ins Gesicht geschrieben schien.

Der Hanseate is(s)t irgendwie kernig, so auf seine Art – und die Messeveranstalter honorierten es mit einem Äpfelchen am Eingang, morgens halb zehn in Deutschland…
Quelle: Martin
Der Hanseate is(s)t irgendwie kernig, so auf seine Art – und die Messeveranstalter honorierten es mit einem Äpfelchen am Eingang, morgens halb zehn in Deutschland…

Integration statt Ausdifferenzierung

In Fakten: Auf der GET Nord präsentierten Ende November drei Tage lang über 500 Aussteller aus 15 Nationen ein umfassendes Angebot innovativer Produkte, branchenübergreifender Systemlösungen und Dienstleistungen. Rund 40.000 Besucher informierten sich bei den Ausstellern, in Sonderschauen und Fachforen über die Trends der Branche. Und vielleicht war es genau dieser Mix, diese Breite, die so überzeugend wirkte – der anspruchsvolle Vortrag zur Datenverarbeitung im Rahmen einer Gebäudeplanung mit Building Information Modeling (BIM) stand und steht auf dem Hamburger Messegelände genauso selbstverständlich und gleichberechtigt neben den Kollegen, die Produktlösungen für den Transport von schwergewichtigen Heizkesseln und Badewannen verkaufen, wie der Handwerker-Nachwuchs, der nur eine Wurfweite entfernt die „Berufsmeisterschaften des SHK-Handwerks“ austrägt. Erstmals wurde der Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks für die SHKler damit simultan im Rahmen einer Fachmesse durchgeführt – und fand ein überaus interessiertes Publikum.

Dem Nachwuchs gehört die Zukunft, in Hamburg bekam er zur Berufsmeisterschaft die dazu passende Plattform.
Quelle: Martin
Dem Nachwuchs gehört die Zukunft, in Hamburg bekam er zur Berufsmeisterschaft die dazu passende Plattform.

Gewerke- und altersübergreifende Integration statt gnadenloser Ausdifferenzierung also, und das auch noch konzentriert auf lediglich zwei Fachtage und einen für das breite Massenpublikum, das scheint zu überzeugen. „Wir haben mit der GET Nord im Jahr 2008 ein Messeformat entwickelt, das in der deutschen Messelandschaft immer noch einmalig ist. Heute sehen wir, dass die Vernetzung von Gewerken, Produkten und Branchen längst Realität in der Gebäudeausstattung geworden ist. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir dieser Entwicklung schon seit 10 Jahren ein Forum bieten können“, zog denn auch Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, ein entsprechend zufriedenes Fazit.

Dienstag, 18.12.2018