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Das Bild zeigt ein Badezimmer, das mit der
Quelle: Laufen

Reduzierte Formen und Opulenz als Ausdruck von Luxus

Luxus im Bad – puristisch oder opulent? Der Designer Michael Schmidt beherrscht alle Spielarten und weiß, warum und wann ein Interieur luxuriös wirkt. Die Frage, die dabei im Vordergrund steht: Wie drückt sich Luxus aus und wie wird Luxus empfunden? Diese Fragen bewegen den Designer Michael Schmidt im Entwurfsprozess täglich aufs Neue. Die Antworten sind ebenso vielfältig wie die unterschiedlichen Länder, in denen seine hochwertigen Badserien zum Einsatz kommen: „Auf das Bedürfnis nach echten, authentischen Produkten lässt sich in vielen Stilen antworten!“

„Luxus kann sich in einer extrem re­duzierten Formensprache ebenso ausdrücken wie in deutlich nach außen getragener Opulenz“, lautet die Einschätzung des Stuttgarter Designers. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, für welchen Markt er gestaltet. Die Vorlieben der Menschen im mitt­leren oder fernen Osten unterscheiden sich zum Teil erheblich von dem Wunsch nach einer extrem reduzierten und nahezu schnörkellosen Designsprache, wie sie viele Europäer bevorzugen. „Die Menschen haben das Bedürfnis nach echten, authentischen Produkten, die den Charme des Handgefertigten haben. Auf dieses Bedürfnis lässt sich in verschiedenen Stilen antworten“, ist Schmidt überzeugt.

Nach Aussage des Designers ist es entscheidend, die Wünsche seiner Umwelt genau zu erkennen. „Unser Netzwerk aus Trendforschern und Spezialisten aller Kommunikationsdisziplinen hilft uns, die Zielgruppen zu analysieren und auf den Punkt zu bringen, welche Produkte fehlen und verlangt werden. Dann erst ist es möglich, erfolgreiche Produkte für den Markt und nicht am Markt vorbei zu entwickeln“, erläutert Michael Schmidt die strategische Arbeitsweise seines Büros code2design.

Design und Funktion bestimmen das Schönheitsempfinden

Eine von Ideal Standard in Auftrag gegebene Studie des Instituts für neurologische Forschungsarbeiten in Brighton nutzte die neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften und lieferte erstmals Aufschlüsse da­rüber, wie das menschliche Gehirn die Schönheit eines Objektes wahrnimmt und interpretiert. Die Studie basiert auf EEG-Untersuchungen sowie Online-Umfragen und analysiert einen bestimmten neurologischen Konflikt: Trifft das Gehirn auf ein Objekt, das schön aber unpraktisch ist, entsteht eine sogenannte „ästhetische Dissonanz“. Durch die Auswertung der Testdaten von mehr als 1.400 Teilnehmern konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

  • Je schöner ein Objekt erscheint, desto höher sind unsere Erwartungen bezüglich seiner Funktionalität.

  • Produkte, die zunächst als schön empfunden werden, verlieren bei geringer Funktionalität an Wertschätzung.

  • Der Aktivitätsabfall im rostralen präfrontalen Cortex (der Erfassungsbereich für Harmonie im Gehirn) kann eine kontinuierlich hemmende Wirkung haben: Wenn Produkte schlecht funktionieren, werden sie immer als unästhetisch angesehen.

„Logischerweise sollte es keine Verbindung zwischen der Ästhetik eines Objekts und seiner Funktionalität geben“, sagt der britische Neurowissenschaftler Dr. Jack Lewis. „Aber diese Studie zeigt, dass ein von uns als ästhetisch empfundenes Produkt seine Attraktivität verliert, wenn es schlechte Leistung zeigt. Das Level der elek­t­rischen Aktivität im Teil des Gehirns, der für das Schönheitsempfinden zuständig ist, nimmt ab. Wenn uns ein schönes Objekt also funktional enttäuscht, empfinden wir es nicht länger als schön. Wenn ein gewöhnlich erscheinendes Produkt gut funktioniert, ist es für uns optisch anziehender. Dieses Phänomen nennen wir ästhetische Dissonanz und beschreibt den Konflikt im Gehirn, wenn Schönheitsempfinden und das Bedürfnis nach Funktionalität aufeinandertreffen.“

Das Bild zeigt ein Badezimmer, das mit der
Quelle: Ideal Standard

Freitag, 30.10.2015