Fallzahlen reisebedingter Legionellose steigen massiv

Achtung: Legionellen als „Urlaubs-Souvenir“!

Urlaub! Endlich durchatmen! Rund 70 Prozent der Deutschen verreisen deswegen. Doch mit dem Urlaub ist nicht nur ein Tapetenwechsel verbunden. Auch die sanitären Anlagen und Trinkwasser-Installationen sind andere. Und leider oft mit Legionellen verkeimt, hat eine europäische Gesundheitsbehörde ermittelt: 2015 sind über 1.100 Reisenden nach dem „Durchatmen“ unter der Dusche oder im Whirlpool mit der Legionärskrankheit nach Hause gekommen.

Das Bild zeigt das Wellness-Hotel „Bayerwaldhof“ in Bad Kötzting in der Oberpfalz.
Quelle: Viega
Es geht auch anders, wie dieses Vorzeigeobjekt zeigt: Das Wellness-Hotel „Bayerwaldhof“ in Bad Kötzting in der Oberpfalz wurde konsequent auf vorbildliche Trinkwasserhygiene ausgelegt.

Insgesamt hat die EU-Agentur European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) mehr als 7.000 Fälle von Legionellose in europäischen Ländern bestätigt. Das ergab die jüngste Auswertung der Behörde auf Basis der Meldezahlen aus dem Jahr 2015. Über 23 Prozent der Opfer habe sich auf einer Reise mit Legionellen infiziert.

Halb so schlimm, wenn die Fallzahlen in Relation zu den über 500 Mio. Menschen gesetzt werden, die in Europa leben? Angehörige von Personen, die an Legionellose gestorben sind, werden das wohl anders sehen. Wie viele Menschen wirklich durch die Legionärskrankheit den Tod finden, ist außerdem unklar. Zu selten wird eine Infektion mit Legionellen als Ursache wirklich erkannt und entsprechend behandelt. Unter den jährlich Tausenden Todesopfern von Lungenentzündung werden vermutlich sehr viele auf das Konto von Legionellen gehen. Gerade vor diesem Hintergrund sind die Zahlen des ECDC besorgniserregend.

Italien besonders „gefährlich“

Italien, Frankreich, Spanien – und Deutschland. In diesen Länder und dieser Reihenfolge werden die meisten Fälle der Legionärskrankheit verzeichnet. Auf die vier Staaten entfallen etwa 70 Prozent aller Erkrankungen in Europa. Ist hier das Leben und Urlaub machen somit besonders gefährlich? Ja und Nein.

Nein, weil die EU-Behörde die großen Unterschiede in den Meldezahlen vielmehr als Alarmsignal sieht, dass andere Länder die Legionärskrankheit nicht so richtig auf dem Schirm haben. Und wo diese Krankheitsursache kaum in Betracht gezogen wird, bleiben präventive Maßnahmen der Trinkwasser-Installation aus. Das ist noch gefährlicher!

Aber es gibt auch ein Ja zum erhöhten Gefahrenpotenzial in diesen vier Ländern: Sie führen die Hitliste der Urlaubsziele an. Allein im Jahresvergleich 2014/2015 sind die Fälle, bei denen sich Touristen nachweislich an ihrem Urlaubsort angesteckt haben, um gut 20 Prozent gestiegen.

Wer aber denkt, er kann durch eine Kreuzfahrt dem Risiko verkeimter Trinkwasseranlagen in Hotels und anderen Unterkünften entgehen, muss enttäuscht werden. Auch Schiffe wurde von dem Netzwerk ELDSNet, das dem ECDC angeschlossen ist, bereits als Legionellenherde entlarvt. Ganz aktuell warnt das Legionellen-Netzwerk vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr in Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Prävention statt Hysterie

SHK-Fachhandwerker als Experten der Trinkwasserhygiene wissen aber auch am Urlaubsort, was als erstes zu tun ist: Wird die Unterkunft bezogen, alle Entnahmestellen aufdrehen und das Stagnationswasser ablassen. Und zwischendurch immer mal wieder prüfen, ob nach dem Aufdrehen des Wasserhahns und der Dusche das Kaltwasser spätestens nach 30 Sekunden auch wirklich kalt und das Warmwasser warm wird. Wenn nicht, ist Vorsicht beim Duschen geboten.

Das Bild zeigt den Ausschnitt einer Dusche.
Quelle: Viega
Duschen müssen kompromisslos gegen die Verkeimung mit Legionellen geschützt sein, beispielsweise indem es kein Stagnationswasser gibt.

Mittwoch, 16.08.2017

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