Ekelfaktor öffentliches WC

Keimfreie Brille statt Nestbau mit Klopapier

Mal ehrlich: so mancher bekommt allein schon beim Gedanken an eine öffentliche Toilette Herpes. Und nicht wenige trainieren lieber ihre Blase, als beispielsweise den Autobahnparkplatz aufzusuchen. Genau genommen sind es ganze 57 Prozent, also ein Großteil der Besucher öffentlicher Sanitärräume, denen die vorhandene Hygiene - insbesondere bei den Toiletten, „stinkt“.

Diese Zahlen legt jetzt das Marktforschungsinstitut net-request vor, das im Auftrag von CWS-boco 1.000 Personen aus Deutschland, der Schweiz, Italien, Belgien und den Niederlanden zu ihrem Nutzungsverhalten und ihrem Hygieneempfinden in öffentlichen Waschräumen befragt hat.

Und das Ergebnis ist deutlich: Das größte Defizit in öffentlichen Waschräumen beziehungsweise die Hauptursache des Unwohlseins liegt ganz klar bei den WCs. Hier vermissen 83 Prozent der Befragten – und ganz besonders die Deutschen und Italiener - sehr häufig bis häufig eine Möglichkeit zur Desinfektion der Brille. In beiden Ländern ist die desinfizierende Spezialreinigung (jeweils 91 Prozent) wichtig beziehungsweise sehr wichtig. Vor allem das weibliche Geschlecht fühlt sich mit einer desinfizierten Toilettenbrille weitaus wohler (89 Prozent), wohingegen „nur“ 80 Prozent der Männer angaben, dass die Desinfektion ihnen wichtig beziehungsweise sehr wichtig sei.

Und das betrifft die Toiletten in nahezu allen öffentlichen Bereiche. Egal ob Krankenhaus, Bahnhof, Kaufhaus oder Raststätte. Dagegen ist der Umfragewert für den Arbeitsplatz mit 70 Prozent vergleichsweise gering.

Viele kennen das: Um dem Hinsetzen ein wenig den Schrecken zu nehmen, ist es häufig selbstverständlich, unhygienisch wirkende WC-Sitze mit Toilettenpapier auszulegen.
Quelle: CWS-boco International GmbH
Viele kennen das: Um dem Hinsetzen ein wenig den Schrecken zu nehmen, ist es häufig selbstverständlich, unhygienisch wirkende WC-Sitze mit Toilettenpapier auszulegen.

Mit Klopapiernest gegen dreckige WC-Brillen

Es gibt sie aber trotzdem, die Unerschrockenen, die weniger pingeligen. Denn – und das soll nicht verschwiegen werden: Immerhin ein Viertel aller Umfrageteilnehmer hat kein Problem damit, sich auf eine Toilettenbrille im öffentlichen Raum zu setzen. In der Regel sind dies Männer, die sich im direkten Vergleich zu Frauen generell eher setzen. 36 Prozent der Befragten, und zwar egal ob Männlein oder Weiblein, nehmen auf der öffentlichen Toilette jedoch niemals Platz.

Dabei gibt es doch einfache Tricks, um mit dem verschmutzten Sitz nicht in Berührung kommen zu müssen. Denn die, die aus dem Toilettengang keine sportliche Übung machen, sondern sich einfach entspannt hinsetzen wollen, wissen sich mit entsprechenden Mittel zu helfen. Um dem Hinsetzen ein wenig den Schrecken zu nehmen, ist es für fast jeden Zweiten der Befragten selbstverständlich, unsauber wirkende WC-Sitze mit Toilettenpapier auszulegen. Ein weiteres Drittel baut sich bei sehr verschmutzten Brillen sogar ein ganzes Nest aus Papier. Das findet der Nutzer in dem Moment vielleicht gut, die Natur jedoch nicht! Denn der erhöhte Papierverbrauch schadet nicht nur der Umwelt, sondern bedeutet auch zusätzliche Arbeit für das Reinigungspersonal und mehr Materialkosten für den Betreiber der Sanitäranlage.

Doch ist es nur der optische Zustand, der uns vor öffentlichen Toiletten zurückschrecken lässt? Oder steckt noch mehr dahinter? Es ist vor die Angst vor Keimen – sagen die Befragten. Die Angst sich wohlmöglich anzustecken oder mit gefährlichen Erregern in Kontakt zu kommen. Und auch hier haben die Frauen wieder die Nase vorn (72 zu 63 Prozent).

Dienstag, 05.12.2017