Daumen hoch für Gebäudearmaturen

Nach wie vor stark: die deutsche Bauwirtschaft

Andere Branchen schwächeln, aber nicht die deutschen Gebäudearmaturenhersteller.

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Quelle: VDMA
Trotz der international schwächelnden Konjunktur erzielten die deutschen Gebäudearmaturenhersteller in den ersten acht Monaten 2019 ein erfreuliches Umsatzwachstum von 3 Prozent.

Trotz der international wenig erfreulichen Konjunktur erzielten sie in den ersten acht Monaten 2019 ein Umsatzwachstum von drei Prozent!

In Deutschland stieg der Umsatz bis August sogar um vier Prozent. Zeitgleich wurde im Ausland ein etwas schwächeres Plus von immerhin noch drei Prozent erreicht. „Obwohl sich die Nachfrage in den Sommermonaten etwas abgeschwächt hat, ist der Trend weiterhin positiv. Neben der nach wie vor starken Baubranche in Deutschland erwarten wir auch positive Impulse aus den Nachbarländern“, kommentiert Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des Fachverbands Armaturen die aktuelle Lage.

Im Inland lag das Auftragsplus im Zeitraum bis August bei vier Prozent. Gleichzeitig wurde sechs Prozent mehr aus dem Ausland bestellt. Vor allem aus dem Euro-Raum kamen mehr Aufträge - 15 Prozent.

In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze in den erstens acht Monaten recht unterschiedlich. Die Hersteller technischer Gebäudearmaturen konnten an die erfolgreiche Umsatzentwicklung der Vorjahre anknüpfen und steigerten ihren Umsatz im In- und Ausland um sieben Prozent. Die Sanitärarmaturenindustrie verzeichnete aufgrund eines schwachen Auslandsgeschäfts allerdings nur ein Umsatzplus von einem Prozent. Im Inland legte der Umsatz mit zwei Prozent etwas stärker zu.

Wichtigster Absatzmarkt: Frankreich

In den ersten acht Monaten 2019 stieg der Export deutscher Gebäudearmaturen um sieben Prozent auf insgesamt 2,3 Milliarden Euro. Die Liste der Top 10 Absatzländer wurde wie im Vorjahr von Frankreich angeführt. Die Lieferungen in das Nachbarland kletterten um sieben Prozent auf 217,4 Millionen Euro. Die USA belegten erneut den zweiten Platz der wichtigsten Exportmärkte und konnten sich gegenüber dem Vorjahr um rasante 34,9 Prozent verbessern. Die Lieferungen deutscher Gebäudearmaturen erreichten bis August einen Wert von 213,9 Millionen Euro. China folgte den USA auf dem dritten Platz. Nach einem schwachen Vorjahr ging der Export in den ersten acht Monaten nochmals um 3,4 Prozent auf 167,1 Millionen Euro zurück. Bedingt durch die aktuellen Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China ist eine deutliche Verunsicherung und Zurückhaltung bei größeren Investitionen am Markt zu spüren.

Ende des Baubooms in Deutschland in Sicht

Vor dem Hintergrund der drohenden Konjunkturflaute mehren sich auch die Anzeichen für ein Ende des Baubooms in Deutschland. In Europa sieht es ähnlich aus. So geht Euroconstruct in seiner aktuellen Prognose von einem weiteren Abflachen der Wachstumskurve aus. „Noch sind die Auftragsbücher voll. Wir rechnen daher für das Gesamtjahr 2019 nach wie vor mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent“, so Burchard.

Als Bremsfaktoren gelten neben dem Fachkräftemangel und der hohen Auslastung des Handwerks allerdings die Überregulierungen von europäischer Seite. Die Chemikalienverordnung REACH und andere EU-Richtlinien sorgen nicht nur für immer mehr Vorgaben, sondern verursachen bei der Industrie einen kaum noch tragbaren Aufwand. Vor allem kleinere Unternehmen stehen bereits mit dem Rücken zur Wand. Hinzu kommen Widersprüche zur nationalen Gesetzgebung, die die deutschen Markenhersteller in Bezug auf die zu verwendeten Werkstoffe nicht nur erheblich verunsichern, sondern auch wertvolle Zeit kosten, die für innovative Forschungsarbeit unerlässlich ist.

Dienstag, 05.11.2019