Das WC – absoluter Luxus oder schönster Ort?

Toiletten als Rückzugsort bei Männern sehr beliebt

Kaum zu glauben, aber tatsächlich wahr: Etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung hat kein WC oder keine Toilette mit Spülung zu Hause.

Eine Zahl, die in unserer zivilisierten Welt nur mit Mühe vorstellbar ist. Immerhin sprechen wir von 4,2 Milliarden Menschen, die nicht mal eben so auf die Toilette gehen können. Und damit nicht genug, denn darüber hinaus verfügt auch ein Drittel der Schulen weltweit über keine Sanitäranlagen, wie jüngst der 2019 aktualisierte Bericht von OMS und Unicef über „Fortschritte bei Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene im Haushalt" offenlegt.

Obwohl es für Europa ein ungewohntes Bild ist, in anderen Ländern wird das „Geschäft“ im wahrsten Sinne des Wortes noch hinterm Busch verrichtet. Eine Milliarde Menschen scheiden ihre Exkremente draußen aus, der Kot wird nicht gesammelt oder behandelt. Das ist natürlich nicht hygienisch und kann schnell zu Krankheiten führen. Im Jahr 2013 verurteilte die World Toilet Organization den Tod von 1.000 Kindern pro Tag aufgrund von Durchfallerkrankungen.

Dabei muss das nicht sein, wenn auch in ärmeren Ländern in Sanitäranlagen investiert würde. Denn jeder Dollar, so hat die World Toilet Organization ausgerechnet, der für Wasser und sanitäre Einrichtungen ausgegeben wird, führt letztlich zu einer Einsparung von 4,3 US-Dollar an Gesundheitskosten.

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Die Toilette – für die einen ist sie nach wie vor ein absoluter Luxus, für die anderen der schönste Rückzugsort der Welt.

DER Zufluchtsort der Ruhe

Gespart wird aber auch an anderer Stelle. Und zwar Nerven. So will eine neue, britische Studie herausgefunden haben, dass insbesondere Männer nicht ohne Grund gern die ein oder andere längere „Sitzung“ auf der Toilette abhalten: Sie wollen schlicht und einfach ihre Ruhe haben.

Ein Drittel der befragten Männer aus Großbritannien hätten demnach angegeben, sich regelmäßig im Bad beziehungsweise der Toilette zu verstecken, um vor dem Genörgel ihrer Frauen und Kinder zu flüchten. Aber auch, um keine Aufgaben im Haushalt übernehmen zu müssen. Und stattdessen in Ruhe mit dem Smartphone das Internet zu durchforsten...

Ganze sieben Stunden im Jahr, so lautet das Ergebnis der Studie, verbrächten Männer also auf der Toilette – allein, weil sie sich zurückziehen wollen. 23 Prozent hätten das Badezimmer als Zuflucht, als ihren „sicheren Ort“ bezeichnet. Ein Drittel der Männer habe sogar ausgesagt, dass sie nur im Bad Zeit für sich bekämen. Ein Viertel habe außerdem angegeben, dass ihre Partnerin nicht anerkennen würden, wie stressig das Leben eines Mannes sei. Aber natürlich verbringt auch die Frau Zeit im Bad, und zwar mit dem Putzen des selbigen. Das – so gaben immerhin 44 Prozent der befragten Männer zu - sei nämlich der Job ihrer Frauen.

Donnerstag, 19.12.2019