Berufskleidung – was Profis sich wünschen

Mittwoch, 20.11.2019

Die Erwartungen der Unternehmen, aber auch der Mitarbeiter an ihre Berufskleidung, haben sich verändert. Es geht nicht mehr nur um Funktionalität...

...sondern immer mehr um Identität. Die Kleidung soll zeigen, wer man ist – gerade das Handwerk drückt so seine Kompetenz und seine Zuverlässigkeit aus, zeigt sein Markenbild.

Die Anforderungen der Träger an ihre Berufskleidung sind heute deutlich höher als noch vor ein paar Jahren.
Quelle: DBL
Die Anforderungen der Träger an ihre Berufskleidung sind heute deutlich höher als noch vor ein paar Jahren.

Modischer Hingucker: Der SHK-Handwerker, der gerade an der Kasse der Tankstelle zahlt, trägt mit lässigem Selbstverständnis seine Arbeitskleidung. Und scheint sich absolut wohl darin zu fühlen. Wirkt cool. Souverän. Attraktiv. Und verschwindet dann auch schon im Firmenwagen zum nächsten Einsatzort. Workwear? Ist eben auch Kleidung – und wird mit viel Selbstbewusstsein getragen. Ein Bild, das sich immer öfter zeigt. „Und es ist das, was sich Konfektionäre wünschen, wenn sie Berufskleidung designen“, sagt Carla Cacitti, Leiterin Produktmanagement und Entwicklung bei BP Bierbaum & Proenen, dem Kölner Hersteller von Arbeitskleidung.

So sind die optischen Übergänge zwischen Berufskleidung sowie Trekking- und Outdoormode längst fließend. Mittlerweile hat sich das „Kräfteverhältnis” dabei gewandelt. Nahm bislang die Freizeitkleidung vorwiegend Einfluss auf die Arbeitskleidung, funktioniert es heute zunehmend umgekehrt. Vor allem, weil sie smart designt ist und sich dazu auch höchst komfortabel tragen lässt. Allerdings gilt weiterhin: „Auch wenn die Optik bei der Arbeitskleidung einen immer stärkeren Stellenwert hat, muss sie die Träger darüber hinaus durch klar durchdachte Funktionalität und Tragekomfort überzeugen“, so Carla Cacitti. „Die Professionalität ist den Trägern extrem wichtig.“

Dahinter steckt auch ein verstärkter Wunsch nach Identität und ein neues Selbstbewusstsein, so Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Modeinstituts (DMI): „Das Handwerk hat in einem überakademisierten Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich eine deutliche Aufwertung erfahren. Gesteigerter Berufsstolz – das drückt sich in ästhetischen Selbstäußerungen, sprich Berufskleidung, aus. Hier ist wieder identitätsstiftende Berufskleidung gewünscht, mit der sich die Menschen nach außen definieren können und innerhalb privater und beruflicher Gruppen anerkannt werden.“

Herausfinden, was der Träger will

Doch wie genau finden die Hersteller und Anbieter von Berufskleidung heraus, was bei den Trägern gut ankommt, welche Erwartungen sie haben? Wie vereinen sie dabei gewünschte, berufsspezifische Funktion mit lässigem Style? Verbinden hohen Tragekomfort mit starker Optik, die die Profession auf den ersten Blick zeigt? „Wir machen für den Bereich Workwear – ebenso wie für medizinische Berufe – regelmäßig Trägerbefragungen mit ausgewählten Zielgruppen, stellen Kleidung vor, sehen uns an, wie die Träger darauf reagieren – und bieten entsprechende Kollektionen an“, beschreibt Carla Cacitti das Prozedere.

Eines der Ergebnisse: Es geht heute verstärkt um das Wohlgefühl, die Souveränität und die Wertschätzung der Arbeitnehmer. Es ist weniger ein Trend, als ein gesellschaftlicher Wandel, dass Arbeitnehmer ihr Mitspracherecht bei der Auswahl der Arbeitskleidung einfordern, sich in ihrer Kleidung wohlfühlen und sich in ihrer Professionalität bestätigt sehen möchten. Und: Die Arbeitgeber folgen diesem Anspruch nach Wertschätzung. Hier findet in nahezu allen Branchen ein Umdenken statt.

Längst vorbei sind die Zeiten, als die Mitarbeiter stillschweigend akzeptiert haben, was die Arbeitgeber ihnen an Kleidung stellten. Zeit für einen Umbruch. Das stellt auch die DBL, ein bundesweiter Verbund mittelständischer textiler Mietdienstleister, fest. Bei der Entwicklung der eigenen Premiumkollektion wurden deshalb im Vorfeld ebenfalls Kritik, Anregungen und fundierte Meinungen der deutschen Kunden gesammelt.

„Daraus entstand eine Liste, die den Maßstab für unsere aktuelle Premiumkollektion DBL Meisterstück bildete. Erst danach luden wir Gewebehersteller, Konfektionäre und Designer zu ersten konzeptionellen Gesprächen ein“, beschreibt Thomas Krause, DBL, die Entwicklungsgeschichte der Kollektion. „Aus den Abfragen wurde klar, dass die Ansprüche der Menschen an die Optik, an das Design und die Qualität der Berufskleidung enorm gestiegen und immer stärker in den Vordergrund gerückt sind.“

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