Bei der Trinkwasserhygiene auf der sicheren Seite

Die Geberit-Hygienespülung protokolliert sämtliche Spülvorgänge und -ereignisse. 
Die Protokolle können zur Weiterverarbeitung und Datenspeicherung als Textdateien exportiert werden.
Quelle: Geberit
Die Geberit-Hygienespülung protokolliert sämtliche Spülvorgänge und -ereignisse. 
Die Protokolle können zur Weiterverarbeitung und Datenspeicherung als Textdateien exportiert werden.

Signalübermittlung und Entwässerung

Die Geberit-Hygienespülung stellt die Schnittstellen RS485 sowie Digital I/O zur Einbindung in ein Gebäudeleittechniksystem zur Verfügung. Eine neu entwickelte Steuerungs- und Regeltechnik ermöglicht zudem, Einstellungen zu Spülmengen und Spülintervallen per Smartphone oder Tablet vorzunehmen. Die Kommunikation zwischen den mobilen Endgeräten und der Hygienespülung erfolgt über eine Bluetooth-Verbindung. Für die Betriebsarten Temperatur und Volumen ist in der Planung jeweils die Länge für die Signalübertragung zwischen dem Temperatur- oder Volumenstromsensor und der Hygiene-spülstation zu berücksichtigen. Die von Geberit entwickelte Hygienespülung ermöglicht für die Übermittlung des Temperaturwertes eine Maximallänge der Signalleitung von 300 m.

Integraler Bestandteil der Hygienespülung ist ein dem Magnetventil beziehungsweise den Magnetventilen vorgeschalteter Volumenstromsensor. Somit lassen sich die Spülvorgänge – Spülbeginn, Spülvolumen, Spülende und optional die Temperatur – exakt protokollieren. Das Protokoll wird über die Bluetooth-Verbindung mit Smartphone oder Tablet ausgelesen.

Die Einbindung in das Entwässerungssystem stellt im Grunde einen gewöhnlichen Objektanschluss dar. Bei der Installation innerhalb der Etage ist es sinnvoll, die Hygienespülung über eine separate Anschlussleitung an den Fallstrang anzubinden. Dadurch ist sichergestellt, dass der Sanitärraum im Fall einer verstopften Sammelanschlussleitung nicht über eine tiefliegende Ablaufstelle (etwa bodenebene Dusche) überflutet werden kann.

Fazit

Hygienespülungen kommen dann zum Einsatz, wenn manuell durchzuführende Überwachungsmaßnahmen nicht umsetzbar sind – sei es, weil die betreffenden Entnahmestellen nicht zugänglich sind, das erforderliche Personal nicht verfügbar ist oder weil die Nutzung so unterschiedlich ist, dass eine manuell durchgeführte Spülmaßnahme in den meisten Fällen zu spät oder mit unnötig hohem Wasserverbrauch erfolgen würde. Wird durch die Art der Nutzung der geforderte Wasserwechsel nicht gewährleistet, kann die Geberit-Hygienespülung den Betreiber bei der Sicherstellung des bestimmungsgemäßen Betriebs unterstützen.

Mit der Geberit-„SetApp“ sind Spülmengen und -intervalle bequem und einfach einzustellen.
Quelle: Geberit
Mit der Geberit-„SetApp“ sind Spülmengen und -intervalle bequem und einfach einzustellen.

INFO:

Betriebsarten für Geberit Hygienespülungen

Die Geberit-Hygienespülung kann in verschiedenen Betriebsarten betrieben 
werden. Die Spülintervalle und -mengen lassen sich an die Gegebenheiten vor Ort optimal anpassen. So können über eine Steuereinheit mit Bluetooth-Funktion und die Möglichkeit zur Einbindung in die Gebäudeleittechnik via den Schnittstellen RS485 und Digital I/O feste Spülintervalle oder Spülzeitpunkte definiert werden. Durch eine vorgelagerte Sensorik zur Temperatur- oder Volumen-strommessung können die Spülvorgänge auch ereignisgesteuert und damit besonders zielgenau ausgelöst werden. Für Einsatzbereiche wie beispielsweise gewerbliche oder öffentliche Gebäude muss darüber hinaus individuell bestimmt werden, welche Steuerungsart für die jeweilige Sicherungsaufgabe geeignet ist.

Betriebsart: Zeit

Zeit auslösende Spülprogramme sind überall dort sinnvoll, wo eine bestimmte Dauer der Nutzung sowie auch Nutzungsunterbrechungen den Betrieb bestimmen. Ein Beispiel sind Schulgebäude, wo durch die Hygienespülung automatisch nach jedem Wochenende sowie während der Ferienzeiten der Wasseraustausch sichergestellt wird. So kann bei der Einstellung eine bestimmte Uhrzeit (zum Beispiel 6 Uhr) mit einem oder mehreren Wochentagen verknüpft werden.

Betriebsart: Intervall

Die Anforderungen an den Erhalt der Trinkwassergüte ergeben sich nicht nur aus der Trinkwasserverordnung. Im gewerblichen Bereich bestimmen beispielsweise Arbeitsstättenrichtlinien oder allgemeingültige Verkehrssicherungspflichten, dass an den Entnahmestellen hygienisch einwandfreies Trinkwasser verfügbar sein muss. Mit der Intervallsteuerung können Spülungen in Zeitabständen erfolgen, die nicht an den 24-Stunden-Zyklus angelehnt sind. Die Intervallsteuerung orientiert sich somit 
nicht nach festgelegten Zeitpunkten, sondern nach der tatsächlichen Nutzung. Ein Beispiel sind Wasch- und Dusch-räume in einem Industriebetrieb, wo beispielsweise vor jedem Schichtbeginn die Trinkwasserleitungen kalt gespült werden sollen.

Mittwoch, 14.03.2018

Von Pascal Lehmler
Produktmanager Rohrleitungssysteme, Geberit Vertriebs GmbH