Bauteile aus Kupfer senken die Gesamtkosten von Gebäuden

Die Europäische Union (EU) fördert mit ihren Programmen „Green Deal“ und dem „Aktionsplan Kreislaufwirtschaft“ die Entwicklung zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Wirtschaft. Den Rahmen für die Umsetzung dieser Programme in der Bauwirtschaft bildet Level(s), mit dem EU-weit einheitlich die Nachhaltigkeit von Gebäuden über ihren gesamten Lebens­zyklus bewertet wird.

Damit lohnt sich für Planer wie Fachhandwerker der Blick aufs (Bau-)Detail: Wiederverwertbare Produkte mit den entsprechenden Eigenschaften werden künftig deutlich besser eingestuft als Werkstoffe, die sich durch die Installationen „verbrauchen“. Ein Beispiel dafür sind bei Rohrleitungen solche aus (wiederverwertbarem) Kupfer im Vergleich zu solchen aus Kunststoff- oder Verbundmaterialien.

Bei der Projektierung von Rendite­objekten wird heute immer häufiger schon der gesamte Lebenszyklus, also auch die Betriebs- und Rückbaukosten, betrachtet – und auf metallene Rohrleitungssysteme wie Kupfer gesetzt, um das Material wiederverwerten zu können und so unmittelbar die Ressourcen zu schonen.
Quelle: Deutsches Kupferinstitut
Bei der Projektierung von Rendite­objekten wird heute immer häufiger schon der gesamte Lebenszyklus, also auch die Betriebs- und Rückbaukosten, betrachtet – und auf metallene Rohrleitungssysteme wie Kupfer gesetzt, um das Material wiederverwerten zu können und so unmittelbar die Ressourcen zu schonen.

Nachhaltiges Bauen im Fokus

Das lineare Wirtschaften über die Gewinnung von natürlichen oder mineralischen Rohstoffen, deren Verarbeitung und Nutzung und dem abschließenden, endgültigen Wegwerfen führt zu einem unnötig hohen Ressourcenverbrauch und zur Belastung der Umwelt. Diese Erkenntnis setzt sich zunehmend auch auf dem Bau durch; Stichwort: nachhaltiges Bauen. Weg vom einmaligen Verbrauch – hin zum mehrmaligen Gebrauch ist die immer wichtiger werdende Maxime der Kreislaufwirtschaft. Dafür braucht es aber zwingend Produkte aus Materialien und Werkstoffen mit ökologischen Eigenschaften – klimaneutral, nachhaltig und wiederverwendbar. Zu den altbewährten Materialien gehört dabei insbesondere das Buntmetall Kupfer, einer der Leitwerkstoffe in der Technischen Gebäudeausstattung (TGA), wo es in vielfältigster Weise eingesetzt wird, beispielsweise für die elektrische Ausstattung, die Vernetzung zum Smart Home oder für die zuverlässige Versorgung mit Wasser und Wärme.

Im Zuge der Umstellung vom linearen zum kreislauforientierten (Bau-)Wirtschaften spielen diese „grünen“ Qualitäten von Werkstoffen und Bauteilen zunehmend eine entscheidende Rolle. Deshalb zeichnet auch die Kupferindustrie seit 2020 Unternehmen aus, die Kupfer ressourcenschonend und nachhaltig produzieren – mit dem Gütesiegel „Coppermark“. Das Siegel orientiert sich an den „Zielen für eine nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen („Sustainable Development Goals“- SDGs). In Europa wurde bislang zwei Unternehmen das Gütesiegel verliehen: eine Kupferhütte in Huelva (Spanien) sowie eine zur in Hamburg ansässigen Aurubis AG gehörende in Bulgarien. Inzwischen hat sich auch der Kupferrohrhersteller Wieland dem Gütesiegel als Copper Mark Partner angeschlossen.

Fokus auf nachhaltige Produkte

Der kreislaufwirtschaftliche Fokus auf nachhaltige Produkte führt bereits heute zu starken wirtschaftlichen Konsequenzen für die Bauwirtschaft. So spielen beispielsweise beim Kauf und Verkauf von Immobilien Aspekte wie Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Klimaneutralität eine immer wichtiger und künftig entscheidend werdende Rolle. Entsprechende Investitionen sowohl im Neubau als auch im Bestand tragen also zum Erhalt, wenn nicht zur Steigerung des Wertes einer Immobilie bei. Zudem ist „Grünes Bauen“ dann weitaus wirtschaftlicher, weil dabei der komplette Lebenszyklus eines Gebäudes berücksichtigt wird. Bei einer entsprechenden Kalkulation schon in der Anfangsphase eines Gebäudes können nämlich bis zu 80 Prozent der Kosten eingespart werden – verglichen mit einer konventionellen, „linearwirtschaftlichen“ Planung |1. Wichtig ist dabei vor allem für Häuslebauer, Investoren, Planer und ausführendes Handwerk: Die gesamten Kosten lassen sich am stärksten in der Planungsphase beeinflussen, wie in Grafik 1 dargestellt.

Grafik 1: Die am Lebenszyklus eines Gebäudes orientierte Planung spart bis zu 85 Prozent an Gesamtkosten – verglichen mit konventioneller Planung. Wichtig für Planer und ausführendes Handwerk: In der Anfangsphase lassen sich die Gesamtkosten am stärksten beeinflussen.
Quelle: BMI (Hrsg.), Leitfaden Nachhaltiges Bauen, 3. Auflage, Berlin 2019
Grafik 1: Die am Lebenszyklus eines Gebäudes orientierte Planung spart bis zu 85 Prozent an Gesamtkosten – verglichen mit konventioneller Planung. Wichtig für Planer und ausführendes Handwerk: In der Anfangsphase lassen sich die Gesamtkosten am stärksten beeinflussen.

Europäische Union gibt den Rahmen vor

Zwei Programme der EU mit dem Ziel nachhaltigen Wirtschaftens werden in diesem Kontext auch für die Bau- und Wohnungswirtschaft rasant an Bedeutung gewinnen: der „Green Deal“ und der „Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft“. Betrachtet man derzeit den kompletten Lebenszyklus aller Gebäude über Rohstoffgewinnung, Herstellung der baulichen Komponenten, Bau, Nutzung, Abbau und Recycling, so ist der europäische Bausektor verantwortlich für:

  • 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs,

  • 40 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen,

Mittwoch, 01.09.2021

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