Absicherung der Trinkwassergüte unerlässlich

Maßgabe bei jeder Instandhaltung müssen die grundsätzlichen technischen Regeln für Trinkwasser-Installationen (TRWI) sein, die in vielen Regelwerken festgelegt sind (Abb. 1, Auszug).

Als „Fibel für die Instandhaltung“ definiert die DIN EN 806-5 (Betrieb und Instandhaltung) die speziellen Wartungs- und Inspektionsaspekte der wichtigsten Bauteile. Nach diesen Vorgaben ist laut DIN 1988-100 fristgerecht instand zu halten, um Schäden zu vermeiden bzw. rechtzeitig zu erkennen. Die DIN 31051 zu den Grundlagen der Instandhaltung strukturiert die Grundmaßnahmen in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.

Leider werden Instandhaltungsmaßnahmen oft erst dann durchgeführt, wenn Wasser an Stellen austritt, an denen bis dato kein Wasser ausgetreten ist. Oder umgekehrt: wenn Wasser an einer Stelle nicht mehr austritt, an der es eigentlich immer ausgetreten ist.

Der „Honeywell Home“-Rückflussverhinderer RV281 von Resideo verhindert selbstständig das Rückdrücken, -fließen und -saugen von Wasser. Während Instandhaltungsmaßnahmen muss die Leitung ablaufseitig unter Druck stehen und es darf kein Durchfluss erfolgen.
Quelle: Resideo
Der „Honeywell Home“-Rückflussverhinderer RV281 von Resideo verhindert selbstständig das Rückdrücken, -fließen und -saugen von Wasser. Während Instandhaltungsmaßnahmen muss die Leitung ablaufseitig unter Druck stehen und es darf kein Durchfluss erfolgen.

Regelmäßige Instandhaltung

Welche Komponenten einer Trinkwasser-Installation müssen regelmäßig instandgehalten werden? Was ist dabei zu beachten? Die Tabelle A1 der DIN EN 806-5: 2014-04 und auch der Entwurf der VDI 3810-2 enthalten Angaben zur Häufigkeit für die Instandhaltung von verschiedenen Bauteilen. Grundvoraussetzung ist dabei immer die Zugänglichkeit der Anlagenteile, damit diese ohne Schwierigkeiten betrieben, kontrolliert, instandgesetzt und gegebenenfalls gewartet werden können. Dies beinhaltet natürlich das Wissen, welche Bauteile in der jeweiligen Trinkwasser-Installation vorhanden sind. Im Bestand kommt man deshalb meist nicht an einer Bestandserfassung vorbei. Zusätzlich hat die routinemäßige Instandhaltung entsprechend der Vorgaben der Hersteller zu erfolgen. Insgesamt sind 61 Beispiele in beiden Dokumenten aufgeführt, ein kleiner Teil davon ist in Abbildung 3 aufgelistet.

Instandhaltungen stellen sicher, dass Druckminderer wie der D06F über die gesamte Betriebsdauer zuverlässig vor zu hohem Versorgungsdruck und Druckschäden schützen.
Quelle: Resideo
Instandhaltungen stellen sicher, dass Druckminderer wie der D06F über die gesamte Betriebsdauer zuverlässig vor zu hohem Versorgungsdruck und Druckschäden schützen.

Je nach Komponente sind unterschiedliche Instandhaltungsarbeiten durchzuführen. So muss bei vielen Bauteilen geprüft werden, dass ablaufseitig hinsichtlich der Verwendung des Wassers keine Veränderung erfolgt ist. Kenner wissen, warum: Es ist zu klären, ob die vorhandene Sicherungseinrichtung noch geeignet ist. Häufig sind Funktionskontrollen vorgeschrieben.

Während Instandhaltungsmaßnahmen: Beim kontrollierbaren Rückflussverhinderer (EA) muss beispielsweise sichergestellt werden, dass die Leitung ablaufseitig unter Druck steht und kein Durchfluss erfolgt. Die dem Rückflussverhinderer vorgeschaltete Absperrarmatur ist zu schließen und der zulaufseitige Anschluss für die Druckprüfung zu öffnen. Nach der Entleerung muss der Durchfluss stoppen. Wenn er anhält, werden die Absperrarmatur und der Rückflussverhinderer geprüft. Bei Druckminderern gilt es, unter anderem den eingestellten Ausgangsdruck des Ventils am Druckmessgerät bei Nulldurchfluss und Spitzendurchfluss zu überprüfen.

Sicherheitsventile sind beispielsweise auf Dichtheit zu prüfen. Dazu muss kontrolliert werden, dass bei Betätigung kein Wasser außerhalb des Zwischenbehälters verspritzt.

Systemtrenner (im Bild mit Flansch-Anschluss) schützen Trinkwassersysteme vor Verschmutzung durch Rückdrücken, -fließen oder -saugen von verunreinigtem Wasser. Hier sind die Instandhaltungsarbeiten besonders umfangreich, aber auch wichtig.
Quelle: Resideo
Systemtrenner (im Bild mit Flansch-Anschluss) schützen Trinkwassersysteme vor Verschmutzung durch Rückdrücken, -fließen oder -saugen von verunreinigtem Wasser. Hier sind die Instandhaltungsarbeiten besonders umfangreich, aber auch wichtig.

Systemtrenner – Inspektion und Funktionsprüfung

Viel umfangreicher, allerdings auch notwendig sind die Arbeiten an einem Systemtrenner mit kontrollierbarer druckreduzierter Zone (BA). Zu den Inspektionspunkten gehört zum Beispiel, dass die Teile der Sicherungsarmatur leicht zu betätigen sind und die Position der Auslassöffnung 90 Grad zur Senkrechten beträgt.

Die Oberfläche der Armatur ist auf Korrosion und Schäden zu überprüfen. Des Weiteren gilt es zu kontrollieren, dass die Einbaustelle nicht überflutet werden kann und dass Schutz gegen Frost oder überhöhte Temperaturen besteht.

Besonders wichtig ist hier eine Funktionsprüfung im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten. Ein Systemtrenner mit kontrollierbarem Differenzdruck beinhaltet die Eingangskammer, die (auch als druckreduzierte Zone bezeichnete) Mittelkammer sowie die Ausgangskammer. Jede dieser Kammern hat für die Instandhaltung einen Anschluss für ein Druckmessgerät. Für das Ermitteln von relevanten Messwerten, wie den Druckverhältnissen in den einzelnen Kammern, hat Resideo spezielle „Honeywell Home“-Prüfgeräte im Programm. Vor der Funktionsprüfung ist unbedingt der Schmutzfänger zu reinigen.

Freitag, 20.03.2020

Von Martin Pagel
Seminarleiter Trinkwassertechnik, Honeywell GmbH Haustechnik