Abläufe für jeden Einsatzbereich

Bereits im Planungsstadium gilt es zu entscheiden: Für welche Bereiche ist der Ablauf vorgesehen?

 Bei der Planung von Ablauftechnik muss geprüft werden, welcher Werkstoff sich am besten für die Abwasserart(en) und klimatischen Bedingungen am Einbauort eignet.
Quelle: KESSEL AG
Bei der Planung von Ablauftechnik muss geprüft werden, welcher Werkstoff sich am besten für die Abwasserart(en) und klimatischen Bedingungen am Einbauort eignet.

In welchen Räumlichkeiten soll der Ablauf eingebaut werden und welchen Belastungen muss er standhalten? Die baulichen Voraussetzungen spielen bei der Auswahl eine zentrale Rolle. Entsprechend des Einbauorts ist der eingesetzte Werkstoff unter Berücksichtigung von Medium, Belastungsklasse, Ablaufleistung, Brandschutz, Bodenaufbau, Abdichtungsart, Schallschutz sowie Rostdesign der Abläufe zu wählen (Abbildung 1).

Abflussvermögen richtig bemessen

Im ersten Schritt muss die Nennweite (DN) von Abläufen und Anschlussleitungen so gewählt werden, dass das Abflussvermögen dem Abwasseranfall entspricht. Dabei dürfen sie nicht größer bemessen werden, als dies aufgrund des anfallenden Abwasserstromes, des Gefälles der Leitung und des zulässigen Füllungsverhältnisses erforderlich ist. Anschlusswerte von Entwässerungsgegenständen und Nennweiten von Einzelschlussleitungen sind in DIN 1986-100 zusammengestellt. In Sanitärräumen in Gebäuden, die für einen wechselnden Personenkreis bestimmt oder allgemein zugänglich sind (zum Beispiel Hotels, Schulen, Sportstätten, Gaststätten), muss ein Bodenablauf mit Geruchsverschluss eingebaut werden.

Abläufe, Abdeckungen und Aufsätze sind so auszuführen, dass sie der möglichen Belastung an der Einbaustelle genügen. Dies liegt in der Verantwortung des Planers. Gültig ist hier die Norm DIN EN 1253-1 (Abläufe für Gebäude). Im Zweifelsfall sollte immer die höhere Belastungsklasse gewählt werden, um Sicherheit zu gewährleisten. Dabei beachtet eine zukunftssichere Planung auch mögliche Nutzungsänderungen.

Damit Abwasser problemlos ablaufen kann, muss ein ausreichendes Gefälle zum Ablauf eingeplant und baulich umgesetzt werden.
Quelle: KESSEL AG
Damit Abwasser problemlos ablaufen kann, muss ein ausreichendes Gefälle zum Ablauf eingeplant und baulich umgesetzt werden.

Das Gefälle muss stimmen

Damit das Abwasser wie geplant ablaufen kann, ist ein konstantes und ausreichendes Gefälle zum Ablauf einzuplanen und baulich umzusetzen (Abbildung 2). Bodenflächen in Nassräumen, Balkonen und Terrassen sowie Flachdach- und Hofflächen müssen zur Abführung des anfallenden Wassers mit Gefälle zu den an Tiefpunkten einzubauenden Abläufen ausgeführt werden. Um den Ablauf des Wassers ohne ungewollte Pfützenbildung zu erzielen, können abhängig von der Art der zu entwässernden Flächen in der Regel Mindestgefälle angenommen werden. Ebenfalls ist der Einbauort entscheidend, denn je nach Einsatzzweck eignen sich unterschiedliche Werkstoffe am besten.

Optimale Entwässerung je nach Bedarf

Besonders in Bereichen wie beispielsweise bei Höfen, Decken und Dächern – in denen die Belastung der Abläufe eine besonders große Rolle spielt – kommen häufig Gussabläufe zum Einsatz, obwohl auch Abläufe aus dem modernen Hightech-Verbundwerkstoff Ecoguss alle erforderlichen Anforderungen erfüllen. Das innovative Material vereint die positiven Eigenschaften von Kunststoff und Metall. Es ist dreimal leichter als Guss und gleichzeitig temperaturbeständig sowie chemisch und mechanisch hoch belastbar. Darüber hinaus ist Ecoguss korrosionsfrei und äußerst hygienisch – dank seiner beschichtungsfreien, glatten Oberfläche, die Ablagerungen verhindert und somit für einen starken Selbstreinigungseffekt sorgt.

Ausgehend von der aufzunehmenden Abwassermenge, muss ein 
geeigneter Ablauf beziehungsweise Rinnenkörper gewählt werden.
Quelle: KESSEL AG
Bild 3: Ausgehend von der aufzunehmenden Abwassermenge, muss ein geeigneter Ablauf beziehungsweise Rinnenkörper gewählt werden.

Bad

Abläufe nach DIN EN 1253 (Abläufe für Gebäude) müssen bei einer Aufstauhöhe von 20 Millimetern Mindestwerte einhalten. Zusätzlich ist die Ablaufleistung bei einer Aufstauhöhe von 10 Millimetern anzugeben. Mit diesen Angaben kann eine erste Auslegung erfolgen. Für eine Detailplanung ist es jedoch unerlässlich, die tatsächliche Hydraulikkurve als Funktion von Ablaufleistung und Aufstauhöhe anzuwenden (Abbildung 3). Einzukalkulieren ist, dass es hier keinen linearen Zusammenhang gibt. Beispielsweise kann 100 Prozent mehr Zulaufmenge eine bis zu 400 Prozent größere Aufstauhöhe bedeuten.

Zusätzlich spielt in Bädern neben der Ablaufleistung das Design eine wichtige Rolle. Vom Punktablauf mit Designrost über Duschrinnen, die fast unsichtbar im Boden verschwinden, bis hin zu beleuchteten Wandabläufen: für jede Stilrichtung gibt es die passende Entwässerungslösung (Abbildung 4). Punktabläufe verfügen beispielsweise über ein mehrseitiges Gefälle. Sie sollten am besten an zentraler Stelle eingebaut werden, da auf diese Weise das Wasser von allen Seiten auf gleichem Wege zum Ablauf strömen kann.

Montag, 02.11.2020